Betriebssystem FreeBSD: Alternative zu Linux

Ein Artikel der von dem bekannten FreeBSD-Admin Axel S. Gruner (asg, grUNIX) zu Verfügung gestellt wird. Diesen verfaßte er zusammen mit Angelika Gößler für ein Opensource Sonderheft der Zeitschrift Chip. In diesem Artikel werden hauptsächlich die prof. Vorzüge des Opensource UNIX Derivats aufgezeigt, aber auch die Vorteile die daraus für den Privatanwender entstehen können. Axel S. Gruner ist zudem Mitglied bei BSD Certification.

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17 Antworten zu “Betriebssystem FreeBSD: Alternative zu Linux”

  1. FreeBSD ist ja ganz nett und knuffig — aber ich habe irgendwann die Lust verloren ständig am System rumzufummeln — das System soll funktionieren — und das möglichst unmittelbar nach der Installation.

    Und genau DA liegt (noch?) der Knackpunkt:
    Man mag von Ubuntu ja halten was man möchte — aber es ist bisher die einzige Linux Distribution bei dem, bis auf das WLAN welches über einen einfachen Assistenten nach der Installation installiert werden kann, ohne Probleme sämtliche Hardware unterstützt.

    Wieso ich hier nun Linux und nicht *BSD erwähne?

    Ganz einfach — weil ich mit *BSD bisher nicht einmal ANNÄHERND ähnliche Ergebnisse auf meinem Notebook erzielt habe.

  2. Oliver sagt:

    *BSD ist ein OS, das man erlernt, einmal einrichtet und dann läuft es die nächsten Jahre *ohne* Neuinstallation. Rumfrickeln ist da nicht, das erlernen ist einmalig, das *Handbuch* läßt grüßen. Es ist ja jetzt nicht so, das ich Linux nicht nach knapp 11 Jahren kennen würde (ab Mitte 90er) und meinen Weg von der ersten Slack Version über später Debian ging und auch vor kurzem extensive Tests mal mit Gentoo vollzog. Zudem richte ich auch weiterhin Ubuntu und gelegentlich Fedora für andere ein. Ubuntu ist für mich ein Hypepaket, das qualitativ weit hinter Suse angesiedelt ist, das war bei 4.x mal anders, wie vielleicht auch noch Chris zu berichten weiß 😉 . Damals war ich von Ubuntu recht begeistert, ebenso wie von Fedora 3. Nun danach kam nur noch Schrott.
    Vielen denen ich mal Ubuntu installierte, konnte ich nach einer Weile zumindest das richtige System in Form von einem original Debian installieren.
    Für eine profane Surfkiste mags langen, aber dafür langt auch ein Windows oder noch besser ein Mac. In dem Fall wäre ich recht pragmatisch, wenn es sich jedoch auf dauerhafte Qualität ankommt, sowie *mehr* als surfen, nein danke.

    Btw. die Einrichtung von Wlan kostete mich unter FreeBSD ohne Klick-Orgien viell. eine halbe Minute und das wäre von jedem ohne großartiges knowhow zu bewältigen, wie gesagt Blick ins Handbuch genügt.

    >aber es ist bisher die einzige Linux Distribution bei dem,

    Suse macht das schon btw. seit Jahren, lange vor Ubuntu. Zudem ist die Release-Qualität weitaus höher.

    P.S. übrigens gehts in dem Artikel nicht um knuffige Desktop Spielereien. Und für den Fall würde ich noch gar Windows oder nen Mac vorziehen. Your mileage may vary, andererseits findet man bei FreeBSD auch in der Regel erfahrene ex-Linux Anwender/Administratoren. Warum wohl …

  3. asg sagt:

    Net und knuffig? Hehe, das kann man zu einem Kaugummiverweichten bunten OS sagen, aber doch nicht zu BSD. Das OS für Männer 😉 Nur Plan9 ist noch härter…

    Im ernst, unter FreeBSD muss ich nichts «frickeln». Was auch immer «frickeln» in diesem Zusammenhang sein soll. OpenBSD hat man in 10 Minuten inkl. FW installiert und konfiguriert. Da warte ich bei einer SuSE noch auf die erste Tastatureingabe.

    Geht es um den Desktop, so muss man eben auch mal die Shell nehmen um sein WLAN einzurichten. Aber sowas ist auch gut in diversen Quellen, allen voran dem FreeBSD handbook beschrieben.

    Ja, auf dem Desktop geht es einfacher, daher nutze ich seit einigen Jahren privat da nur noch MacOSX (und freue mich auf die nächste Katze).

  4. konqui sagt:

    Was das angeht finde ich ja MacOS mehr als Überschätzt. Die Qualität der Updates ist in meinen Augen etwas bescheiden. Wie oft kam für einen Fix noch ein Fix (knacken in Lautsprecher) und wie oft gingen einige Sachen nach Firmware Updates nicht mehr (Battery Update). Es mag besser als Windows sein (kann ich nicht beurteilen da aktives Arbeiten damit seit 95 nicht mehr gegeben ist) aber die Updates Enttäuschen auf ganzer Linie. Evtl. sollte ich mir doch noch ein GNU/Linux auf das Macbook installieren :)

  5. asg sagt:

    Naja, das komische ist immer, nicht jeder hat die Probleme nach einem Update. Das ist es was mich besonders verwundert.

    Installier doch FBSD auf dem Macbook, da gibt es auch was im wiki zu: wiki.freebsd.org

  6. Oliver sagt:

    >Das ist es was mich besonders verwundert.

    Das nennt man auch das «Windows-Phänomen» 😀

  7. asg sagt:

    Hehe 😉
    Ach, Windows ist, von den ganzen Viren und Würmern mal abgesehen, nicht so schlecht wie der Ruf.

  8. Oliver sagt:

    Ketzer 😛 😉

  9. asg sagt:

    Habe ich da evtl. ein paar Smilies vergessen 😉

  10. Chris sagt:

    Ob ich wohl überlebe, wenn ich sage, immerhin besser als BSD… 😀

  11. @Olive

    Nur um mich zu wiederholen: Ich möchte NICHT in irgendein Handbuch schauen, ich möchte NICHT ndiswrapper oder ähnliches verwenden um mein WLAN einzurichten, ich möchte mit dem Gerät arbeiten. Das heisst für mich:
    Ein bisschen PHPen, ein bisschen Bash scripting, ein bisschen Dokus schreiben, surfen und dabei Musik lauschen.

    Ich verwende mein Notebook nicht als Server — und selbst da sehe ich, durch Solaris, keinen Sinn mich mit *BSD zu befassen.

    Klar — all das lässt sich auch super unter FreeBSD machen — aber eben mit dem Knackpunkt das ich dafür manpages, Handbücher etc. wälzen müsste — und darauf habe ich persönlich KEINE LUST.

    Aber weiter im Text:
    MacOS — tolle wolle — sicher, ich kaufe mir einen Mac zum… ähm.. surfen. Zahle dann für einen «modifizierten PC, denn mehr ist ein Intel Mac in meinen Augen nicht, um EINIGES mehr als für einen «normalen» PC. Mal davon ab das ich den Kontrollwahn seitens Apple alles andere als gut heiße — danke, aber NEIN danke.

    Windows — joa, dolle Idee — aufgrund der Lizenzkosten für mich aber auch wieder nichts — mir reicht die Lizenz an meinem Desktoprechner vollkommen — den benutze ich aber auch zum zocken.

  12. Wäre nett wenn das wer mit meinem letzten Kommentar zusammenfügen könnte — da ist beim Copy & Paste wohl ein Teil verloren gegangen… mpfn…

    Zu SuSE äußere ich mich mal nicht weiter — da habe ich eine recht festgefahren Meinung zu, was aber wohl auch daran liegt das eigentlich direkt nach Slackware mit Debian und anderen Distributionen mit Debian Unterbau gearbeitet habe und daher eine gewisse Gewöhnung an das apt-System habe.

    Sicher, Ubuntu hat nicht das Rad erfunden, und ja, hinter Ubuntu steckt eine doch recht große Marketingmaschinerie — aber das dann gleich immer alle aufschreien «Aaaah! DAS IST BÖSE! DA STECKT EINE FIRMA MIT GEWINNABSICHTEN HINTER! WAAAH! HYPE!» mag mir nicht so ganz in den Kopf gehen.

    Soll doch jeder, welcher Ubuntu verwenden möchte, selbiges auch verwenden — wer lieber SuSE verwendet — bitte, wer lieber ein «echtes» Debian verwenden möchte — ebenfalls: Bitte — verwende ich zum Beispiel recht gerne auf kleineren Webservern.

    Jedem das seine — und jedem das womit er am besten zurecht kommt.

    Ich brauche persönlich niemanden, der mich belehrt das Ubuntu nicht das «herrgotts Heil» ist — dennoch ist es eine, auch und gerade für Anfänger, sehr einfach zu installierende, Linux Distribution. Das nicht alles Gold ist was glänzt sollte wohl auch jedem klar sein — ich unterstelle zumindest den meisten Lesern hier und auch dir ein gewisses Wissen.

  13. Oliver sagt:

    >Nur um mich zu wiederholen: Ich möchte NICHT in irgendein Handbuch schauen, ich möchte NICHT ndiswrapper oder ähnliches verwenden um mein WLAN einzurichten, ich möchte mit dem Gerät arbeiten.

    Aber da ist bei mir schon Fadenriß, ich halte nichts von Lernignoranz, davon haben wir heute schon zuviel. Und das mit der «bösen Firma» kannst du dir stecken, ich nutze u.a. BSD weil mich dieser religiöse Fanatismus bei GNU zuwider ist. Und nein ich bin kein Pragmatiker, Pragmatismus killt Opensource, ebenso wie Wissensverweigerung.

    >Klar — all das lässt sich auch super unter FreeBSD machen — aber eben mit dem Knackpunkt das ich dafür manpages, Handbücher etc. wälzen müsste

    Das alte Thema, Auto fahren muß man lernen, Computer — weitaus komplexer — möchte man nur anwenden. Ich führe ein Teil des Problems bei Windows auf eben diese Einstellung zurück. Ich mußte nie viel Handbücher wälzen in unixoiden Systemen, einmal erlernt damals, langt ein kurzer Blick zur Sicherheit. Das nennt man u.a. intuitive Bedienung :)

    >Ich brauche persönlich niemanden, der mich belehrt das Ubuntu nicht das “herrgotts Heil” ist

    Ich belehre keinen, wer nicht mag der muß es nicht lesen, wenn ich meine Meinung kund tue.

    >Jedem das seine — und jedem das womit er am besten zurecht kommt.

    Kein Problem, wenn man keine Meinung hat braucht man auch keinen Blog — recht einfach denke ich. Für ein profanes Berichtsheft reicht auch der Job, oder? Ich gebe halt auf meinem Erfahrungsniveau meine Meinung wieder. Das ewige gleiche Geseier ob der achso gleichen Systemenmit all ihren Macken liegt mir nicht, ich bin da schon bei einem etwas feineren Betrachtungslevel angelangt. Und ich schrieb hier nie für den DAU um die Ecke, ich glaube den Eindruck wollte ich nie erwecken.

  14. Chris sagt:

    Chris, Du musst hier nicht lesen, ich hoffe, das war verständlich.

  15. @chris
    Wenn ich nicht lesen wollen WÜRDE, würde ich selbiges nicht tun — aber so wie Oliver seinen Standpunkt darlegt so lege ich auch meinen dar — wenn das ganze ein bisschen «blöd» rüberkommen sollte: Sorry — ich schreibe was ich denke und untermauer meinen Standpunkt auch gerne mit überzogenen Beispielen — nicht mehr, nicht minder.

    @Oliver:
    Bezüglich des «Kein Problem, wenn man keine Meinung hat braucht man auch keinen Blog — recht einfach denke ich.»: Ich lasse dir eben gerne deine Meinung — ich bin eben einer anderen, nämlich das für mich persönlich *BSD noch für den Desktopbetrieb nicht taugt. Das dies’ natürlich zu einem großteil an der Politik der Hardwarehersteller liegt hielt ich für nicht erwähnenswert und reiche ich hiermit nach — denn ob man nun ein *BSD «unter der Haube» hat oder ein Linux macht für den Benutzer ersteinmal keinen Unterschied wenn ein System ersteinmal vernünftig läuft — das man gerade *BSD mit ein wenig Einarbeiten sehr gut absichern kann — vor allem mit einem imho deutlich geringeren Aufwand als bei einem Linux-System, will ich garnicht absprechen. Mir langt allerdings mein True-Crypt Container für persönliche Daten und OpenPGP für geschäftliche und private Kommunikation.

    Ich halte auch nichts von «Lernignoranz» — sonst würde ich mich mit dem Thema *BSD nicht beschäftigt haben — es ging mir einzig und allein, und ich hatte eigentlich gedacht das dies’ eindeutig gewesen wäre, um den Einsatz auf meinem «Arbeitstier» — in meinem Fall ist das eben ein Notebook welche, aus etwas weiter oben angesprochenen Problematik hinsichtlich der Hardwarehersteller, eben von Haus aus meist ein wenig problematischer sind als «Desktop PCs». Auf meinem Desktop PC läuft eben kein «alternatives Betriebssystem» sondern das vorletzte Redmondsche Betriebssystem — welches sich leider auch unter Zuhilfenahme von Cedega noch nicht ganz ersetzen lässt.

    So, dies ist, zumindest an dieser Stelle, der letzte Kommentar meinerseits — sonst artet das ganze hier noch mehr aus als es ohnehin schon getan hat. Wenn du MÖCHTEST, und mir vielleicht gerade hinsichtlich der Notebook-Problematik ein paar Tips/gute Anlaufstellen (wie gesagt — es geht um ein NOTEBOOK) geben kannst: Mail hast du ja ohnehin über die Kommentare und Chris hat mich im Jabber — vielleicht bekomme ich doch so wie du geschrieben hast mein System unter einem der BSDs zum «laufen» — ich muss dich aber gleich vorwarnen: WLAN ist nicht das einzige — hinzu kommt noch Dualview, TV-Out, ein HD Intel Soundchip etc. 😉

  16. asg sagt:

    Ich nutze FreeBSD seit 1998 als einziges Desktop OS. Gut mittlerweile MacOSX privat, das war schon immer ein «Traum» mit dem Mac.
    Damals noch mit StarOffice, surfen ging, schreiben, Mail. Also das was über 90% der Anwender machen (die Zocker mal aussen vor).
    Damals war noch das Problem mit den verschiedenen Formaten wie doc und co, aber auch das löst sich langsam in Wohlgefallen auf.
    Man muss also nicht mehr, im privaten, zu MS greifen.

    Sicher, der Privatanwender möchte ein Programm aus dem Netz ziehen, doppelklicken, installieren, verwenden. Da muss er eben bei FBSD portinstall nutzen oder zuerst eine der grafischen Installationsprogramme installieren. Sicher nicht so komofortabel wie es die meisten als komfortable empfinden würden. Manch einer findet LaTeX aber auch komfortabler als WORD. Die Masse sicherlich nicht.

    Zum Mac. Teuer? Ja, im vergleich zu Medion teilen sicher. Vergleicht man aber mit IBM oder anderen namenhaften Herstellern, relativiert sich das schnell.

    Und nein, ich wollte mein MBP nicht gegen ein gleichwertiges IBM/Lenovo Teil tauschen. Da würde mit MacOSX fehlen, das Auge isst mit und der Mac ist schicker. Der TFT klasse, die hintergrundbeleuchtete Tastatur bestens. Es sind keine tausend Knöpfe für Lutstärkeregulierung oder CD Auswurf oder dieser IBM button vorhanden. Schlicht und schön und einfach zu bedienen.

    Summa sumarum, man kann *BSD ohne weiteres für den Desktop nutzen, so man will. Wer es nicht will, der nimmt was anderes, ist doch auch ok, hauptsache man kann mit arbeiten oder sonstwas machen.

  17. Oliver sagt:

    >Zum Mac. Teuer? Ja, im vergleich zu Medion teilen sicher.

    Selbst ist der Mann zumindest abseits des Laptops und selbst bei diesen liegen Welten, preislich gesehen, zw. dem Aldi-Gedöns und anständigen Geräten, die dann jedoch immer noch unterhalb des MacBooks angesiedelt sind.

    >Wer es nicht will, der nimmt was anderes, ist doch auch ok, hauptsache man kann mit arbeiten oder sonstwas machen.

    Ich schreibe hier ja auf diesem Blog von meiner Erfahrung ausgehend, Meinung halt. Ein objektive Übersicht war nie geplant, das Thema Linux z.B. ist seit ein paar Jahren jedenfalls beinahe privat durch und der Mac ist seit 95 privat durch. Nun damals war es ein schickes Teilchen, dem PC auch technologisch überlegen, default SCSI. Ich konnte schon TV schauen auf dem Desktop in einem Fenster, während ein PC der Cyrix 166+ Klasse sich selbst 96 noch abröchelte. Aber das ist imho Geschichte, aber wems Spaß macht. Ich bashe hier eigentlich nur Macs und erfreue mich dann über den Schlagabtausch im Privaten ob dieser Texte mit einigen Mac-bestückten Bekannten 😉
    Ein wenig günstigere Preise, der iMac ist da z.B. im Preis/Leistungsverhältnis nicht schlecht, ein weniger verworrenes System mit seinen X «Layern» unter der Haube (ja ich rede von *meinem* «Desktop») und eine Hardware abseits des Mainstreams — dann wäre ich wohl dabei.

    Ich hatte da noch viel Hoffnung damals, auch mit dem Beginn der Klones und dem Leistungsstarken Powerpc 604, aber mit der Rückkehr Jobs ging auch das Ende das *Computers* einher, von meinem Standpunkt aus. Und die ersten Versionen von MacOS X war grottig ohne Ende. Drum nutzen damals auch noch viele, nicht nur ob der kaum vorhandenen Programme, System 9 auf dem PPC. Aber meine Güte, ich schreibe auch keinem vor ob er sich eine rosa Krawatte umbindet, trotzdem halte ich meine Meinung dazu nicht hinterm Berg — wer halt auf Couture steht 😀 😉

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