Beckstein & Koch: zero tolerance

Nach einem Überfall auf einen Rentner in München durch Jugendliche, kochen die Gemüter der berüchtigten Law & Order Boys wieder hoch. Beckstein in Bayern und natürlich, wer hätte es wohl anders erwartet, Hessens Koch. Ziel ist es einmal mehr das Jugendstrafrecht zu drastisch zu verschärfen, zu zeigen das Fehlungen der Gesellschaft mit dem Sprung über die Klinge geahndet werden. Härtere Sanktionen sind einfach notwendig, um zu zeigen, dass sich die Gesellschaft Gewalttaten nicht bieten lässt., so Beckstein. Ähnliche fantatische Parolen vernahm man bei den Studentenrevolten in den 60ern. Koch hingegen setzt noch eins drauf und verschiebt das ganze in eine völlig andere Richtung, verfehltes Multikulti. Wir wissen, die CDU und die CSU sind jene die abgöttisch die Leitkultur beschwören. Wir haben zu viele kriminelle junge Ausländer. Eine solche Tat muß auch eben also solche Tat behandelt werden und darf nicht zum Damokles-Schwert für alle Jugendlichen gereichen oder gar zur ausländerfeindlichen Politik. Aber wem sagt man das? Wer denken kann ist klar im Vorteil, aber bestimmt nicht in der Politik …

FAZ

7 Antworten zu “Beckstein & Koch: zero tolerance”

  1. Grainger sagt:

    Was ich nie begriffen habe:

    wie kann man mit 18 volljährig sein, alle Pflichten und Rechte eines vollwertigen Staatsbürgers genießen (einschließlich des zweifelhaften Privilegs der Wehrpflicht bzw. des Zivildienstes) und dennoch fällt ein nicht unerhelblicher Teil der volljährigen Straftäter im Lebensalter zwischen 18 und 21 Jahren scheinbar unter das Jugendstrafrecht?

    Die Anwendung des Jugendstrafrechtes sollte bei volljährigen Straftätern die Ausnahme bleiben. Natürlich wird es immer Ausnahmen geben, aber Sachverhalte wie eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit sind auch im Erwachsenenstrafrecht geregelt und grundsätzlich vom Lebensalter unabhängig.

    Ob die Täter nun Deutsche oder Ausländer sind ist in diesem Zusammenhang natürlich vollkommen bedeutungslos und obwohl ich auch nicht gerade ein ausgesprochener Freund des durch die rosarote Brille betrachteten Multikulti bin hat auch das damit gar nichts zu tun.

    Aber die Realitätswahrnehmung von Politikern im Allgemeinen und Herrn Koch im Speziellen unterscheidet sich sowieso beträchlich von meiner.

  2. Oliver sagt:

    Das mit 21 hat schon mehr seine Richtigkeit, die Volljährigkeit mit 18. Letzteres verdankt man dem Umstand von mehr Einnahmen für die Wirtschaft. Du kannst alle Verträge unterzeichnen etc. Und weil es denjenigen noch an Erfahrung fehlt, laufen die Geschäfte auch recht gut. Die drei Jahre rechtlicher Bonus sind eben eine Übergangszeit — volle Verantwortlichkeit kann man nicht per Schalter anknippsen und eine Volljährigkeit auf Raten würde wohl rechtlich noch mehr abdriften.

  3. Loui sagt:

    Gabs eigentlich zur Zeit der ‘Volljährig’ mit 21 auch schon ne Übergangszeit oder ist das ein Ergebniss der Herabsetzung?

  4. Oliver sagt:

    Keine Ahnung, allerdings sah es zu drüheren Zeiten in deutschen Gefilden relativ mau aus. Von 21–25 Jahren reichte die Volljährigkeit, wobei um 1900 herum teils schon mit 18 Jahren vorkam. Letzteres wurde aber wohl von Fall zu Fall entschieden, sprich ob die entsprechende Reife vorhanden war. Vieles was heute bei uns juristisch verankert ist, stammt noch aus früheren Zeiten oder ist gar ein Mittelding diverser Praktiken. Von daher erklärt sich wohl auch der teils konfuse Zustand des Rechtssystems.

  5. Loui sagt:

    wär mal interessant das zu recherchieren, mal schaun ob ich noch dazu komm bevor die Uni wieder anfängt 😉

    Wenns sich bei dem Rechtssystem (und den Politikern^^) um nen Rechner handeln würd würd ich sagen «Platt machen und neu aufsetzen», so ists jedoch etwas schwieriger… das ist das einzige wofür ich der verfrühten Wahl aka. dem Versagen unseres allseits beliebten GasGerds dankbar bin, ich ‘durfte’ dadurch noch nicht wählen… aber ich schweif vom Thema ab^^

  6. Oliver sagt:

    Man machte es sich weitaus einfacher, man nahm die bestehenden Gesetzbücher und setze einfach eine Verfassung drüber.

  7. […] Wer denken kann ist klar im Vorteil, aber bestimmt nicht in der Politik… […]

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