Barack Obama erhält Friedensnobelpreis — und das ist auch gut so

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White House

Die Entscheidung, Barack Obama den Friedensnobelpreis zu verleihen, ist gut und richtig. Mit Obama hat eine neue Politik ins Weiße Haus Einzug  gehalten. Sie setzt auf Dialog anstatt auf militärische Schläge. Dass Obama dabei Amerikaner bleibt, weiter Entscheidungen trifft, die für uns befremdlich wirken, ist selbstverständlich. Andersrum sieht es nicht anders aus, die Amerikaner schütteln manchmal auch mit dem Kopf, wenn sie an Deutschland denken. Wir leben in unterschiedlichen Kulturen, haben manchmal gegensätzliche Werte– und Moralvorstellungen. Und wer wirklich geglaubt hat, Barack Obama würde per Fingerschnippen aus den USA eine Häkelgruppe machen, sollte mal bei sich einen Realitätscheck durchführen. Von heute auf morgen lassen sich diverse Entscheidungen nicht rückgängig machen oder korrigieren. Gerade dem Nahen Osten hat er mehrfach die Hand ausgestreckt. Dass ihm zum Vorwurf gemacht wird, dass diese öfter ausgeschlagen wird, die USA würden nun düpiert dastehen, ist dann doch eher lächerlich. Was wäre erst passiert, wenn er die Politik des George W. Bush gegenüber der arabischen Welt fortgesetzt hätte?

Er ordnete den amerikanischen Truppenabzug aus Irak an. Er bot den nach der Atombombe strebenden Iran und Nordkorea direkte Gespräche an. An Russland sendete er Signale der Entspannung und verkündete schließlich den Verzicht auf das geplante globale Raketenschild, von dem sich die Russen bedroht gefühlt hatten. Inzwischen verhandeln beide Länder wieder über den Abbau ihrer Nuklearwaffen. Dieser Initiative schließen sich auch andere Atommächte an, so der Stern. Die Entscheidung ist und bleibt richtig, besonders vor dem Hintergrund, dass der Friedensnobelpreis nicht nur Auszeichnung ist, sondern auch Bürde. Er ist ein Zeichen und eine Aufforderung an Barack Obama seinen Weg fortzusetzen, weiter Gespräche zu suchen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Die rechtsradikalen und islamophobischen Foren schäumen — allein das beweist, dass Oslo ins Schwarze getroffen hat. Zitat: Für seinen hingebungsvollen Einsatz für den Islam [hat er den Preis bekommen]. Die Rechtsradikalen und ebenso die Linksradikalen argumentieren heute in ihrem Hass auf die USA, bzw. Barack Obama, ähnlich. diese Gruppen tanzen heute auf der gleichen Party, geben sich dort die Klinke in die Hand, sie sind in vielen Dingen durch nichts mehr zu unterscheiden. Auch das verstehe ich als Zeichen, dass die Entscheidung mehr als in Ordnung geht.

Barack Obama wird die Bürde des Friedensnobelpreises annehmen. Er wird seinen Weg weitergehen, den Dialog suchen und die weltweite Abrüstung von Nuklearwaffen vorantreiben. Der Preis kann auch als Vorschusslorbeeren des Komitees verstanden werden. Jagland meinte weiter, das Komitee habe schon immer versucht, noch nicht abgeschlossene Entwicklungen für den Frieden zu stimulieren und zu fördern. Das sei auch bei den Vergaben an Bundeskanzler Willy Brandt 1971 und an den damaligen sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow 1990 der Fall gewesen, so der Stern weiter zu der Tatsache, dass Obama erst 9 Monate im Amt ist. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama gut, richtig und Aufforderung an andere Politiker, mit ihm gemeinsam den Weg zu gehen. Die Glückwünsche aus der arabischen Welt beweisen im Übrigen, dass auch dort die Bemühungen um ein neues politisches Klima, um ein Miteinander, positiv anerkannt werden. Den Mut des Nobelkomites, auch den Beginn eines Weges in eine friedlichere Welt auszuzeichnen, nicht erst das Ziel, welches sowieso utopisch wäre, sollte man honorieren, und nicht ins Lächerliche ziehen. Manche Journalisten machen in ihrer Verwirrung und in ihrem Wahn den Eindruck, als würden sie auf den nächsten Krieg direkt warten — Schlagzeilen wären garantiert. Diesen Weg, den das Nobelkomitee heute mit Barack Obama gegangen ist, war so falsch bei Willy Brandt dann auch nicht. Oder vielleicht doch? Ich frag ja nur…

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4 Antworten zu “Barack Obama erhält Friedensnobelpreis — und das ist auch gut so”

  1. Phil sagt:

    Obama nach einer Amtszeit von nichtmal einem Jahr mit keinen vorweisbaren Erfolgen auf die gleiche Stufe zu stellen, wie Mandela, Willy Brandt oder Stresemann/Briand ist einfach eine Beleidigung dieser.

    Nach 2009 ist der Nobelpreis einfach nicht mehr so viel wert…
    Schade!

  2. Chris sagt:

    Blödsinn. Brandt zum Beispiel war auch gerade mal zwei Jahre Kanzler als er den Preis bekam.

    Weitere Kommentare diesbezüglich, die ich vorhin zuhauf ebenso auf islamophobischen und rechtsradikalen Blogs gelesen habe, werde ich löschen.

    //Kommentare geschlossen. Tobt Euch bei Politically Incorrect und wie sie alle heißen aus…

  3. […] Johnny denkt ähnlich, zu lesen auf Spreeblick Fefe sowieso Chris auf F!XMBR reflektiert anders gelagert über die Nachricht […]

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