Barack Obama als Sozialist und Joker

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Der regelmäßige F!XMBR-Leser weiß, dass ich Barack Obama sehr positiv gegenüberstehe. Ob er dieses Vertrauen rechtfertigt, wird sich noch zeigen. Eines hat er bereits geschafft: Die (westliche) Welt fasst wieder Vertrauen in die USA — und das ist immens wichtig, müssen die Vereinigten Staaten von Amerika als letzte westliche Weltmacht das Gleichgewicht zwischen den verbliebenen Ostblockstaaten, dem Nahen Osten und dem Westen wahren. Selbstverständlich gibt es auch innerhalb der USA Kritik an Barack Obama — Berichte über die Rechtskonservativen erreichen uns in aller Regelmäßigkeit. Diese schlägt nun wieder einmal zurück — in der Art, wie Barack Obama ins Weiße Haus eingezogen ist: per Streetart. Die zum Kult avancierte Postkarte Hope hat mittlerweile einen ähnlichen Status erreicht wie Andy Warhols Marilyn. Barack Obama wird nun als Sozialist verunglimpft — ein Vorwurf, den einen amerikanischen Präsidenten nicht härter treffen kann.

Der Freitag fragt in einem übersetzten Artikel des Guardian nun, in Hinblick auf die USA, ob man den amerikanischen Präsidenten Barack Obama wirklich in dieser Art und Weise satirisch aufs Korn nehmen darf. Der Präsident des Los Angeles Urban Policy Roundtable, Earl Ofari Hutchinson, gehört zu denen, die sich echauffieren. Den Präsidenten als dämonisch und sozialistisch darzustellen geht über politische Verballhornung hinaus. Es ist böswillig und gefährlich — so Hutchinson laut des Guardian. Mit Verlaub, das ist natürlich Quatsch. Der Guardian weist zurecht daraufhin, dass die Satire schlicht und ergreifend nicht lustig ist. George W. Bush und einen Affen zusammenzubringen, hat ins Schwarze getroffen. Aber Barack Obama und der Joker? Vielleicht sollten sich die Rechtskonservativen in den USA doch etwas anderes ausdenken.

Denn Eines ist klar: Auch Barack Obama darf und muss satirisch aufs Korn genommen werden. Wenn ich daran denke, was sein Vorgänger aushalten musste — dagegen sind diese Streetart-Versuche eher unter ferner liefen einzuordnen. Die westliche Welt hat sich im Karikaturenstreit wie selbstverständlich hinter die dänischen Journalisten gestellt — also müssen auch Karikaturen von Barack Obama möglich sein. Warum die Kritiker an diesen Bildern nicht die inhaltlich Auseinandersetzung suchen, ist mir schleierhaft — es wäre doch verdammt einfach:

Obama und den Joker in Verbindung zu bringen ist weit weniger zielgenau – der wohlüberlegte Tonfall des Präsidenten macht ihn kaum zu einem Kandidaten für einen Agenten des Chaos. Und sowieso steht das anarchistische Charisma der Figur doch in ziemlichem Widerspruch zum Big-Brother– Autoritarismus, den das Poster Obama zum Vorwurf macht. Sollte da Bild also irgendeine nachhaltige Zugkraft entfalten, dann als stumpfer Locus der Dämonisierung. Bis auf weiteres scheint aber nur eine größere Zahl Amerikaner ihren Präsidenten als den Good Guy zu betrachten.

Das alles zeigt eigentlich nur die Inhaltsleere der Rechtskonservativen…

Karikatur: Der unvergleichliche Bulo. :)

Bild: jcarwil unter dieser Creative Commons-Lizenz stehend.

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3 Antworten zu “Barack Obama als Sozialist und Joker”

  1. Anonymous sagt:

    Hi Chris, gibt es

    Klick

    auch irgendwo in groß?

  2. […] USA: Obama als Sozialist…FIXMBR […]

  3. Chris sagt:

    Ich will Dir ja keine Angst machen — ist im Artikel verlinkt. Letzte Zeile…

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