Aufschwung in Deutschland

Die Tagesschau fragt allen Ernstes ob nun der Aufschwung bevor steht, ob der gerade beendeten WM. Da wird fabuliert von den entäuschten Bordellbetreibern, klar mit der Fahnenstange in der Hand poppt es sich halt nur halb so gut, Bahn– und Flugverkehr ernteten die Gewinne, wenn wunderts ob der astronomischen Preise, und der Tourismus frohlockt, erhofft man sich doch Heerscharen von Reisewilligen … last not least hofft die Politik gar auf neue Investoren, ja meine lieben Damen und Herren, wenns denn nur so einfach wäre. Dann wärt ihr nicht die Berliner Vollposten und Chris, Falk und meinereiner würde jetzt in Barbados an unseren Notebooks sitzen 😀

Btw. Frankreich dürfte nun gemäß dieser Vollpostenlogik voll im Abseits landen und demnächst von einem der reicheren Staaten aufgekauft werden? Bitte, diese Propaganda nennt man auch gemeinhin in gutem Denglisch hype. Und hype ist letztendlich nicht mehr als eine billige Verarsche für ein debiles Publikum und ich glaube noch nicht, das die Dummheit in Deutschland vollends obsiegt hat. Eher haben wir hier zuviel Lethargie, schaut man nach Berlin erkennt man auch sogleich die Ursache dieses Leidens.

3 Antworten zu “Aufschwung in Deutschland”

  1. Falk sagt:

    «…mit der Fahnenstange in der Hand poppt es sich halt nur halb so gut…»

    YMMD 😀

    Gibt aber schicke Alternativen zu Fahnenstangen 😉 Allerdings musste ich grad an den Witz denken, wie ein Tischler schläft. Das gibt mir grad zu denken. Ich glaub ich bin ein kleiner Sexist.

  2. Chris sagt:

    Ole von Beust hat gerade allein für Hamburg die Rechnung vorgelegt: 48 Mio. Euro hat die WM den Steuerzahler gekostet…

    Anfang nächsten Jahres können wir uns dann folgende STatements von Experten anhören:

    Leider hat sich die gute Stimmung der WM nicht auf die Konjunktur unseres Landes übertragen.

  3. Grainger sagt:

    Die ganze WM ist letztendlich nichts anderes als eine versteckte Subvention:

    die Kosten trägt der Steuerzahler, die Gewinne behält die Wirtschaft (und zahlt vielleicht mit ein bißchen Glück davon ein paar Euro Steuern, aber auch nur «vielleicht»).

    Dauerhafte Arbeitsplätze wurden durch die WM imho so gut wie keine geschaffen, das Umsatzplus mancher Branchen wird durch das zeitgleiche Minus anderer Branchen wieder aufgehoben und wer sich wegen der WM extra eine neue Glotze angeschafft hat wird dafür in den nächsten paar Jahren als Neukäufer wohl ausfallen, das sind also überwiegend regionale und zeitliche Umverteilungseffekte.

    Würde mich nicht überraschen wenn bei einer ehrlichen Kalkulation unterm Strich bestenfalls eine Nullsummenrechnung übrig bleibt, also viel Wind um nichts.

    Bewundernswert finde ich aber immer wieder das Gejammere der deutschen Städte um ihren Finanzhaushalt, da reicht das Geld angeblich für Kindergärten, Krankenhäuser, Schwimmbäder, Straßensanierung, usw. nicht mehr aus, aber kaum gilt es sich als Olympiastadt oder Austragungsort für eine WM zu bewerben ist scheinbar Geld im Überfluss vorhanden (es wird gemunkelt die Stadt Frankfurt/Main hätte sich die damalige Olympiabewerbung lockere 20 Mio. Euro kosten lassen).

    Opernbälle, Golfanlagen, Schauspielhäuser und derlei Vergnügungsstätten für die «oberen Zehntausend» sind aber immer finanzierbar, da läßt sich eine Möchtegern-Bildungselite ihre elitären Vergnügungen von der Allgemeinheit finanzieren.

    Und für die Proletarier gibt es dann «Panem et Circensis» á la Fußball-WM und Olympiaden. 😀

RSS-Feed abonnieren