Asse II — Warum Tschernobyl nicht mitten unter uns ist

Strahlende Zukunft

Laut Meinung unseres Umweltministers, dem ehemaligen Pop-Beauftragten der SPD, Sigmar Gabriel, ist das Atomversuchsendlager Asse II die problematischste kerntechnische Anlage, die wir in Europa finden können. Wenn ein Politiker höheren Ranges diese Worte in den Mund nimmt, kann man ahnen, wie sehr es unter der Oberfläche wirklich brodelt. Offiziell wird nicht nur von schwach– und mittelradioaktivem Abfall gesprochen — auch Plutonium soll im Lager Asse II endgelagert werden. Nicht näher eingegangen wird auf Material, welches als Kernbrennstoff gekennzeichnet ist. Das kann also alles sein. Das Lager selbst ist marode, undicht — und einsturzgefährdet. Jede kleine Gartenlaube bietet seinem Besitzer mehr Sicherheit als dieses Atomversuchsendlager für die deutsche Bevölkerung. Und dieser ganze Mist ist seit den Sechziger Jahren bekannt — man findet keine Worte dafür. Politiker, Unternehmer spielen seit Jahrzehnten mit unserer Gesundheit, unserer Zukunft — sie riskieren das Leben unserer Kinder. Sie töten unsere Kinder. Natürlich winden sich die politischen Kommentatoren nun — dass nun fast nur noch das Prinzip Hoffnung zum Tragen kommt, ist zwischen den Zeilen zu lesen. Die gleichen Publikationen marschieren sonst im Gleichschritt mit der Atomlobby. Herrliche Medienwelt.

Und doch — Tschernobyl ist nicht mitten unter uns. Das liegt aber nicht an den Fakten, am lebens– und unser aller  existenzbedrohenden Atomenergie, den Atomkraftwerken  und den Endlagern. Es liegt an unserer Gesellschaft selbst. Eine Gesellschaft, die sich selbst als aufgeklärt bezeichnet, im Gegenzug aber am Ausstieg aus der Atomenergie rüttelt,1 daran zweifelt, ihn rückgängig machen will, diese Gesellschaft hat Tschernobyl schlicht und ergreifend vergessen. Und genau darum liegt Tschernobyl auch nicht mitten unter uns. Erst wenn diese Gesellschaft, die Menschen wieder ein Gespür für den Wahnsinn Atomkraft bekommen, wenn sie sich wieder den lebens– und existenzbedrohenden Risiken gewahr werden, ist Tschernobyl wieder in unserer gesellschaftlichen Mitte angekommen.

Ich hoffe inständig, dass die Deutschen, aber auch die Franzosen, die Amerikaner, alle Menschen auf diesen Planeten nicht durch einen neuerlichen GAU an diese Tatsache erinnert werden — hoffen wir, dass die Vernunft einkehrt, dass diese Gesellschaft aufgeklärt wird. Das kann nur durch sie selbst geschehen. In den nächsten Wochen werden die Spin-Doktoren der Atomlobby wieder hervorragende Arbeit leisten — und Asse II vergessen machen. Erinnern wir sie an die Realitäten, haben doch auch diese Menschen Kinder, Familie — und hoffentlich wie wir alle eine gemeinsame Zukunft. Die Zukunft der Menschen kann nur atomfrei sein — andernfalls bleibt ein strahlend blauer Planet, der sich die nächsten Jahrtausende von der Plage Mensch erholen muss. Einstweilen als Lesetipp der Klima-Lügendetetor. Und auch wenn man Greenpeace als Lobbyorganisation bezeichnen will — sind sie doch weitaus aufgeklärter, als Politik oder die Atomlobby. Welche Publikation wohl in den nächsten Tagen Gabriel frontal angreift und ein Ranking erstellt, warum Asse II sicher ist. Wetten werden angenommen.

  1. Allein die drei unterschiedlichen STERN-Artikel zeigen die Merkbefreitheit der etablierten Medien. []

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Eine Antwort zu “Asse II — Warum Tschernobyl nicht mitten unter uns ist”

  1. Oliver sagt:

    >Und auch wenn man Greenpeace als Lobbyorganisation bezeichnen will

    Bei derlei Dingen kann es auch keine Kompromisse geben.

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