ASPD-Frontmann Kurt Beck

ASPD FroschÜber den anständigen Kurt Beck haben wir schon gesprochen. Doch heute muss es mal wieder sein — avenciert er doch wieder zum ASozialdemokraten des Tages. Die SPD ist seit Jahren in einem Umfragetief — wen wundert es noch bei deren menschenverachtender, neoliberaler Politik. Der anständige Kurt Beck hat nun große Pläne, wie er aus diesem Tal wieder rauskommen möchte. Laut dem neoliberalen Kampfblatt SPIEGEL, wird sich Kurt Beck wieder auf die Mitte konzentrieren. Die SPD werde sich wieder stärker denjenigen zuwenden, die Werte schaffen […] Leistungsträger seien die «40 bis 50 Prozent in der Mitte der Gesellschaft», erfolgreiche Facharbeiter, Angestellte, Selbstständige und Ingenieure. Er wolle den Mittelschichten wieder das Gefühl geben, dass man ihnen nicht ständig nur nehme, sondern auch etwas gebe.

Das ist doch mal eine völlig neue Ausrichtung der Politik der ASozialdemokraten. Lieber Herr Beck: Damit ist schon der Herr Schröder trotz unglaublicher Sympathiewerte in der Bevölkerung baden gegangen, nur so als Hinweis. Er musste vorzeitig seinen Stuhl im Kanzleramt räumen. Das war nicht vielen seiner Vorgängern gegönnt. Genau diese eindimensionale Politik hat die SPD dahin gebracht, wo sie heute ist. Herr Beck, schauen sie doch mal ein wenig in die Geschichte ihrer Partei, schauen sie mal, wer die Wähler ihrer Partei sind — dann, und auch nur dann könnte es wieder mit einer Wahl klappen.

Aber der anständige Herr Beck wird sich wohl nicht beirren lassen, führt er die Hatz auf das arbeitslose Pack doch fort, denn die werden für die Pläne des Herrn Beck bluten müssen. Mittlerweile wird offen von Leistungspflicht, Zwangsarbeit gesprochen. Beck sprach sich zugleich für eine gemeinnützige Leistungspflicht der Hartz IV-Empfänger aus. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen — wie Menschen zu behandeln sind, da hat der Herr Beck schon seine Erfahrung gemacht. Als Bürgermeister einer kleinen Gemeinde habe er früher arbeitsfähige Sozialhilfe-Empfänger Geländer streichen oder Treppen kehren lassen. 20–25% sage ich den ASozialdemokraten voraus — und das sind genau 20–25% zu viel.

4 Antworten zu “ASPD-Frontmann Kurt Beck”

  1. […] Und weil Chris gerade noch einen neuerlich ASozialdemokraten kürte, hier ein hübsches Zitat von Kurt Tucholsky, Es ist ein Unglück, dass die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie seit dem August 1914 Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas -: vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen. […]

  2. Grainger sagt:

    Das Motto, die Partei der Besserverdienenden zu sein hat einer Partei schonmal massiv Wählersympathien gekostet, ist ja auch logisch:

    es gibt immer jemanden, der besser verdient als man selbst (es sei denn, man ist Bill Gates oder der Sultan von Brunei ;)) und eine Partei, die die Interessen der Besserverdienenden auf ihre Fahnen schreibt hat zwangsläufig den Nimbus genau meine Interessen eben nicht zu vertreten (sondern die desjenigen der eben besser verdient als ich).

    Nun weiß ich ja nicht, ob ich nach Herrn Becks Meinung zu den Erfolgreichen unserer Gesellschaft zähle (eher nicht, mein Jahreseinkommen ist leider immer noch nicht 6-stellig), aber Sprüche wie «Leistung muss sich wieder lohnen» (und um einen solchen handelt es sich prinzipiell auch hier) höre ich seit Jahren.

    Und gebracht hat das mir persönlich bisher alles wenig bis gar nichts, ganz im Gegenteil sinkt mein Reallohn permanent.

    Und von salbungsvollen Worten, schönen Absichtserklärungen und politischen Statements kann ich mir nichts kaufen, bei ALDI an der Kasse nehmen die so was nicht als Zahlungsmittel entgegen.

  3. Greg sagt:

    Ich finde Hartz-IV-Empfänger sollten zur Spambeseitigung in Blogs und Foren eingesetzt werden. Denkbar wäre aber auch ein Einsatz als Golfcaddy für «erfolgreiche Facharbeiter, Angestellte, Selbstständige und Ingenieure».

  4. […] Hier schrob ich über den Mittelsmann Kurt Beck. Dass er für die Neu Alt-Ausrichtung der ASPD großen Beifall von der CDU bekommt, wundert nicht, nur muss er laut Pofalla nun auch seinen Worten Taten folgen lassen. Da habe ich keine Bedenken, dass dem nicht so sein wird. Hartz IV-Empfänger als Sheriffs in deutschen Bussen — in Leipzig startet das Pilotprojekt. Und auch die Bahn giert nach den Sklaven des 21. Jahhunderts. Dort sollen die Untermenschen gestrichene Eisenbahnerstellen ersetzen, frei nach dem Vorschlag von Minister Tiefensee. Als Ahmadinedschad seinen Brief an unsere liebe Kanzlerin Angela Merkel schrieb, schweig diese beharrlich zu dem Inhalt. Nun ist er online zu lesen. Diplomatie heißt eben reden, statt Waffen sprechen zu lassen. Passend dazu ein weiterer Artikel: Kampfbegriff als Exportschlager. Neokonservative Propaganda auch in Deutschland. […]

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