Art. 5 GG (1)

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

So steht es in unserem Grundgesetz geschrieben, welches unsere Gründungsväter uns mit auf den Weg gegeben haben. Ich lese da nicht, dass Blogger ausgenommen werden sollen. Ihr? Stephan Holthoff-Pförtner hat auf dem medienforum.nrw auf einem Podium folgende Klowand-verdächtige Worte gesprochen:

Blogger verdienen nach meiner Ansicht nicht den Schutz des Artikel 5. […] Diese Blogger und die schnellen Fotos, das ist wie Wikipedia, da tut sich so viel, das ist keine Alternative zu ernsthaftem Journalismus.

Nun könnte man nach dem demokratischen Verständnis dieses Herrn fragen, ob dieses überhaupt vorhanden ist — mir kommen da Zweifel. Ich könnte darauf hinweisen, dass Stephan Holthoff-Pförtner zur Eigentümerfamilie der WAZ gehört, die mit WestEins ein neues Internet-Portal mit Beteiligung von Bloggern plant und gerade umsetzt. Dafür wurde extra die Bloggerin Lyssa — Katharina Borchert — eingekauft.

Das tue ich aber alles nicht. Ich lehne mich wie bei Johnny von Spreeblick vorerst zurück, schüttel nur mit dem Kopf und sehe zu, wie man sich selbst demontiert. (via)

Warum sollte Art. 5 auch für Blogger gelten — wo kommen wir denn da hin… 😀

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8 Antworten zu “Art. 5 GG (1)”

  1. Grainger sagt:

    Ich finde diesen Artikel im Manager-Magazin recht interessant:

    Los, Kohle her!

  2. […] gulli.com und fixmbr) Der Beitrag wurde am Dienstag, den 19. Juni 2007 um 21:08 Uhr veröffentlicht und wurde […]

  3. Jens sagt:

    Wenn schon Manager-Magazin, dann doch bitte diesen hier:

    Andere arbeiten lassen

    Wer gegen die Freiheit des Wortes argumentiert, sollte sich nicht auf dieses berufen (dürfen?).

  4. Jochen Hoff sagt:

    Stephan Holthoff-Pförtner und die WAZ haben des öfteren eigenartige Ansichten.

    Aber gut das wir wissen das er das Recht für teilbar hält. Ein Recht für Qualitätsjournalisten, die von Bloggern abschreiben. Ein Recht für Blogger, eins für Muslime, eins für Schwule.

    Am Ende bleibt dann für niemanden ein Recht übrig, aber um das zu begreifen ist der Herr mitsamt seiner WAZ-Gruppe zu dämlich.

  5. eco sagt:

    Tja, da hat er wohl das GG nicht verstanden. Wenn so Journalismus aussieht, dann gute Nacht.

  6. Ich habe nur oberflächlich (also: «qualitätsjournalistisch»…?) via Google oder Blogosphere Ansichten vom Wirken bzw. den Kompetenzen des Advocatus Doppelnamus erblinzelt.
    Meine Assoziation: «Guldenburg reloaded / the Real Life Edition» Das Erbe der Guldenburgs

    Wirklich spannend finde ich allerdings, dass ein RA (gegen dessen Mandanten teils im OK-Kontext ermittelt & angeklagt wurde) per Adoption und Generalvollmacht automatisch zum Medien-Experten avanciert. Wobei ich «old school»-Journalist nach wie vor erstrangig «Medien» mit «Journalismus», «Vierter Gewalt» und «Wächteramt» verknüpfe…und nicht mit Wachstumserwartungen, Bilanzen und rein ökonomisch zu bewertenden Produkten. Think, LfM…wer diese im Stammbuch unserer Medien beschriebenen Werte und Verpflichtungen heute und in Zukunft tatsächlich repräsentiert und wahrnimmt. Medien-Konzerne…???

  7. Ich nehme ja an, der Mann meinte eigentlich nur die «Gewährleistung der Berichterstattung durch Presse und Rundfunk». Aber als Journalist ist es nunmal schwierig, sich klar auszudrücken. Er kann ja nicht ahnen, dass ihm jemand zuhört und dann auch noch im Grundgesetz nachschaut.

  8. joe_f sagt:

    Keine Alternative zu ernsthaftem Journalismus? Welchen Journalismus meint der (Guts-)Herr denn da? Seinen eigenen, von Gottes Gnaden gegebenen?
    Bei Art. 5 GG bitte auch Abs. (2) beachten. Die Hintertür für die Bewahrung von, ähem, Sitte und Anstand. Und Abmahnanwälte müssen ja auch ein Auskommen haben.

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