Anke Late Night

Heute und in den nächsten Tagen wird auf diversen Seiten über Anke Engelke gesprochen werden. Meinen Humor trifft die Frau ganz bestimmt nicht, ich muss dann immer an ihre unsägliche Late Night denken, als sie bei SAT.1 den Sendeplatz von Harald Schmidt übernommen hat. Dass man es überhaupt geschafft hat, eine Folge vor dem TV-Gerät durchzuhalten, ist schon sensationell. Ich hatte damals einen Artikel noch am selben Abend geschrieben. Da er nirgendwo mehr online zu finden ist, hier also die perfekte Gelegenheit, ihn nochmal einzustellen.

Elton konnte es besser

Tja, auf einmal war es soweit. Heiß erwartet, nun saß ich vor der Glotze dem TV-Empfangsgerät und schaute Anke Late Night. Ich wurde begrüsst mit den Worten: Hier ist die einzige und damit unangefochtene Late Night Queen — Anke Engelke. Das war doch mal ein sensationeller Gag zu Beginn. Das machte «Hoffnung» auf mehr.

Dann betrat sie unter Beifall des Publikums die Bühne, und wie sie so ist, keine normales Guten Abend, nein, Anke schreit es in die Welt hinaus. Nicht überaus witzig, sondern ein Angriff auf mein Trommelfell — wo ist die Lautstärkeregelung? Als Gäste wurden Stefan Raab und Max Mutzke angekündigt, das sind doch mal einzigartige Gäste, die hatte ich ja heute noch auf keinem anderen Sender gesehen. [Anm. Zu der Zeit war der Grand Prix aktuell]

Der obligatorische Opener darf natürlich bei einer Late Night Show nicht fehlen. Spätestens seit heute Abend weiß ich, das ist nicht wirklich ihr Ding. Ich habe nicht einmal gelacht, im Gegenteil — es war ein Trauerspiel. Germany, ähm, nein, Anke, 1 Punkt setzen, das war so grottenschlecht, unbeschreiblich. Dann folgte eine kleine Sketch-Einspielung, Anke schlüpfte in viele Promi-Rollen, das Casting für die neuen SAT.1 Late Night Show wurde gezeigt. Gut, wieder nicht gelacht, da hat sie halt ein paar Promis nachgeäfft, eine Anspielung auf die Castingshows, viel Potential, alles verschenkt. Wunderbar, nun folgte Werbung, ein wenig Erholung für mein Gemüt [sic!].

Die Werbung war vorbei, ein Sketch über und mit dem Intellektuellen Roger Willemsen. Ich erwischte mich selbst dabei, wie ich das erste Mal auf die Uhr schaute, wie lange noch? Danach saß unsere Anke dann an ihrem Schreibtisch, und gratulierte Udo Lindenberg zu seinem 58. Geburtstag. Ein Foto hielt sie in die Kamera, doch nein, es folgte das richtige Foto — eines von Karl Lagerfeld. Im Publikum hat wohl auch keiner gelacht. Dann waren wieder Sketche an der Reihe: Die Engelkes über eben Udo Lindenberg. Anke wieder in mehreren Rollen, und, genau, wieder nicht lustig. Habe dann mal in der TV-Zeitschrift nachgeschaut, ob die Show eine Stunde oder nur 45 Minuten lang läuft.

Dann betrat der erste Gast die Bühne: Bastian Pastewka. Superklasse, ich konnte das erste Mal lachen, doch nicht über die Hausherrin, nein über ihren Gast, auch wenn dieser Promotion für den Film Der Wixxer machte. Ihn zu sehen, war dann doch eine postive Ausnahme in der Anke Late Night vom heutigen Abend.

Nun folgte der Höhepunkt der Show, auf den ich persönlich gewartet hatte: Weltstar Sting nahm auf dem Sofa platz. Seine Stimme ist grandios. Die Enttäuschung folgte natürlich auf dem Fuß: So ließ es seine Gesundheit nicht zu, dass er singt, na klasse, und so wurde ein wenig über belangloses Zeug geredet. Ein paar Einspielungen, Deutschland singt für Sting, genauso schlecht wie alles vorher, klasse, wieder freute ich mich über Werbung.

Werbung vorbei, son Mist, auch hier kein lustiger Werbespot zu sehen. Dann saßen sie wieder auf dem Sofa, Gelaber und dann kamen Stefan Raab und Max Mutzke hinzu. Tja, auch das Interview mit den beiden war nicht lustig, auch wenn man bei dem einen oder anderne Gag von Stefan Raab lächeln konnte. Sie sangen dann noch Can’t wait untill tonight auf türkisch, ich hab kein Wort verstanden. Dann wars vorbei — endlich…

Als Fazit zitiere ich mal einen Kollegen der mir in den ICQ folgende Nachricht tippte:

Das konnte ja Elton besser.

Dem ist nichts hinzuzufügen, ich habe selten so eine schlechte Show gesehen.

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