An der Schwelle eines Bürgerkrieges

Dieter Wiefelspütz hat heute die Katze aus dem Sack gelassen. Es wurde immer wieder darauf hingewiesen, nun ist es offiziell: Die angebliche Kinderpornografiesperre ist nichts anderes als der Einstieg in eine umfassende Internetzensur. Natürlich werden wir mittel– und längerfristig auch über andere kriminelle Vorgänge reden, so laut Heise der so genannte Innenexperte der SPD. Unsere Politiker halten es also nicht einmal mehr für nötig, ihre Lügen bis zur Wahl unter der Decke zu halten. Wolfgang Bosbach von der CDU gibt das ebenso offen zu: Ich halte es für richtig, sich erstmal nur mit dem Thema Kinderpornografie zu befassen, damit die öffentliche Debatte nicht in eine Schieflage gerät. Vor ein paar Tagen sprach Christian Stöcker im SPIEGEL davon, dass die Diskussion um die Internetzensur ein Generationenkonflikt sei. Das ist natürlich nicht richtig, im Internet tummeln sich Alte wie Junge. Es geht um weitaus mehr: Die geplante Internetzensur ist der Angriff der Mächtigen auf die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes. Unsere Elite will einen Überwachungsstaat errichten, weitestgehend die letzten verbliebenen Grundrechte aushebeln.

Die geplante Internetzensur ist dabei nur ein kleiner Schritt. Man denke an die weitgehenden so genannten Sicherheitsgesetze, die bis in die erste Große Koalition zurückgehen, Stichwort Notstandsgesetze, und nun laut einem Bericht im Handelsblatt in einer totalen Überwachung der Bevölkerung ihren vorläufigen Höhepunkt finden sollen. Notwendig sind Befugnisse für verdeckte Eingriffe in informationstechnische Systeme, die Anpassung der Möglichkeiten der Telekommunikationsüberwachung und Maßnahmen nach G 10 im Rahmen der vom Bundesverfassungsgericht gezogenen Grenzen. G 10 wird das Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post — und Fernmeldegeheimnisses abgekürzt. Übersetzung: Die Sicherheitsbehörden sollen das Recht eingeräumt bekommen, jeden Brief, jedes Fax, jede E-Mail, jegliche Kommunikation der Bürgerinnen und Bürger verdeckt zu überwachen. Das BKA & andere Behörden könnten somit zur Gedankenpolizei dieser Republik ausgebaut werden.

Machen wir uns nichts vor und sprechen es einmal direkt aus: Deutschland steht an der Schwelle eines Bürgerkrieges. Doch dieser Krieg wird nicht mit Waffengewalt auf der Straße ausgetragen — er wird medial ausgefochten. Auf der einen Seite die Elite, mit ihren Berichterstattern aus Presse, Funk und Fernsehen, die aus purem Machtkalkül und reinen wirtschaftlichen Interessen dieses Land in einen Überwachungsstaat umwandeln wollen. Auf der anderen Seite die Menschen, die für die letzten verbliebenen Grundrechte eintreten, die uns unsere Gründungsväter und unsere Gründungsmutter hinterlassen haben. Es wird nicht einfach werden: Der deutschen Michel, auch das wird immer mehr offenbar, hat sich auf sein Sofa zurückgezogen, aus Angst, sein Fernseher könnte entwendet werden.

Zum Schluss eine Bitte an die Netzindianer: Lasst uns gemeinsam eine Kette bilden, wie sie schon in der Zensursula-Debatte erkennbar war. Lasst uns auch nicht länger in die Defensivhaltung gehen und davon sprechen, dass wir Dagegen sind. Wir sind Dafür. Wir treten für eine gerechte und offene Gesellschaft ein. Wir kämpfen für die Freiheit, die Unabhängigkeit, die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen Bürgers. Es geht nicht um die eine oder andere Meinung, nicht um Befindlichkeiten oder um Vergangenes. Es geht schlicht und ergreifend um die Frage:

Was für eine Gesellschaft wollen wir unseren Kindern hinterlassen?

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45 Antworten zu “An der Schwelle eines Bürgerkrieges”

  1. Chris sagt:

    Und? Wiefelspütz ist in diesem Artikel nur Randerscheinung. Wenn er jetzt zurückrudert, weil man ihm von Unions– und SPD-Seite die Tür eintritt, muss man das nicht ernst nehmen…

  2. Wolf-Dieter sagt:

    Egal, ob er es im Interview nicht so direkt gemeint hat oder vielleicht doch — ich schließe mich Fefes Einschätzung an:

    Wiefelspütz ist in seiner Dumm-Dreist-Tollpatschigkeit genau der richtige Mann, der nicht begriffen hat wo er zweckmäßigerweise das Maul zu halten hätte.

    Wiefelspütz ist unser Mann in Berlin.

    (Natürlich könnte ich ihn trotzdem treten.)

  3. Chris sagt:

    Ich halte das nicht mehr für Dummheit.

  4. Foxxi sagt:

    Weißt Du, langsam geht mir die Lust aus «höflich» zu sein, «vernünftig» zu diskutieren. Ich bin so wütend auf diese Wiefelspütze, Bosbachs, Guttenbergs und diese ganzen bornierten *** aus Parlament, Medien und Wirtschaft. Sie wissen, dass ihr Wahlvieh schon längst durch Nannys, Pseudopromis, Köche und der Suche nach Germanys next Toptrottel völlig sediert und unfähig zu denken die Ärsche auf dem Sofa breitdrückt.

    Ich bin es leid, diesen *** immer wieder erzählen zu müssen, wohin sie ihre Lethargie eines Tages führen wird, wenn mir ständig vorgeworfen wird ich würde auf einem hohen Niveau jammern und mir würde es doch gut gehen …

    .…mir geht es nicht mehr gut: Ich werde immer aggressiver darob der Ignoranz meiner Mitbürger und Arroganz dieser angeblichen Eliten und meine Fantasie beschäftigt sich mit Dingen, die man nicht mal öffentlich aussprechen kann ohne gleich unter Terrorverdacht zu geraten.

    Ach, ich muss aufhören …wenn Dir das zu weit geht, lösch’s einfach, aber ich habe einfach keinen Bock mehr auf Diplomatie.

  5. […] f!xmbr: An der Schwelle eines Bürgerkrieges […]

  6. schrozberg sagt:

    @Chris

    Wunderbarer Artikel!
    Besonders die zwei folgenden Aussagen kann ich nur unterstützen:

    «Lasst uns gemeinsam eine Kette bilden …»

    «Wir treten für eine gerechte und offene Gesellschaft ein. Wir kämpfen für die Freiheit, die Unabhängigkeit, die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen Bürgers»

    Es gibt Hoffung: Die übernächste Bundestagswahl wird im Netz entschieden! Ganz sicher.

  7. schrozberg sagt:

    @Foxxi

    Verstehe dich voll und ganz. Mir gehts genauso. Aber ich warne vor jeder Form von Radikalisierung. Das hat noch nie (langfristig) was gebracht. Wir weden obsiegen, nicht heute aber auf jeden Fall übermorgen.

  8. Max sagt:

    mir is nich ganz klar worauf du raus willst chris. gehst du jetzt unter die infokrieger?
    mir fehlt so ein wenig der plan, was tun? eine kette bilden? aus hyperlinks? ob das reicht…toi toi toi

  9. noidea sagt:

    Finde ich ja wirklich putzig, dass jetzt «alles gar nicht so gemeint» und auch «nicht autorisiert» war. Vielleicht sollte man mal erst überlegen und dann den Mund aufmachen. Da mir meine Erfahrung sagt, dass man dem was Politiker sagen nicht trauen kann glaube ich auch diese Versuche aus der Nummer wieder raus zu kommen nicht.

  10. Chris sagt:

    Es könnte natürlich symbolisch gemeint sein, bildlich gesprochen, den Zusammenhalt meinend. Ich frage noch einmal mein Kleinhirn… *himmel*

  11. Ben Erman sagt:

    @schrozberg:

    Ich verstehe Dein Reply an @Foxxi voll und ganz. Ich habe auch so gedacht.

    Schließlich sind wir ja alle anständige und vernünftige Menschen. Und die wissen: Der Klügere gibt nach.

    Nur: Dann gewinnt halt immer der Dümmere.

    Und: Es gibt Menschen, die verstehen es einfach nicht anders. Denen muß man glasklar sagen: HALT. Bis hier her und nicht weiter.

    Die Politiker sind ja gerade deshalb Politiker geworden, weil sie eben das so gut können. Ausloten, wo die Grenzen des Kompromisses liegen. Das sind Spezialisten darin, Dich millimeterweise über den Tisch zu ziehen.

    Sie verstehen nur ein HALT. Und das HALT müssen wir eben aussprechen. Am Wahltag.

  12. schrozberg sagt:

    @Ben Erman

    «Und das HALT müssen wir eben aussprechen. Am Wahltag.»

    Hier kann ich nur 100%ig zustimmen

  13. Chris sagt:

    Nicht nur am Wahltag. Immer und Überall. Im Alltag, in der Familie, im persönlichen Gespräch…

  14. Annarose sagt:

    Am Wahltag werden CDU und SPD ein paar % verlieren die sich auf die kleinen Parteien verteilen. Ändert das was?

    Foxxi spricht mir aus der Seele und ich denke seine Wut kocht in 100.000 Leuten
    vielleicht sollten wir uns gedanken machen wie wir das am sinnvollsten einsetzen.

  15. […] Gulli , F!XMBR Lesezeichen erstellen/Beitrag suchen […]

  16. Hartmut sagt:

    Zwei Fliegen mit einer Klappe ! Eigentlich wollte ich heute nicht wählen, ABER :
    Wenn ich nicht wähle könnte es dazu führen das der Genhofer auf Grund der geringen Wahlbeteiligung, doch noch einen Vasallen nach Strassburg schickt.
    Dann bin ich auf die Piraten gestoßen. Die sind der Reiszweck im Schlauch von Wolfgang Paraschäubles Rolli — also ab dafür — Wählen gehen !

  17. >Unsere Politiker halten es also nicht einmal mehr für nötig, ihre Lügen bis zur Wahl unter der Decke zu halten.

    Genau das dachte ich auch, als ich das hörte.

    Kann es sein, dass sich Wiefelspütz als potentieller Innenminister positionieren möchte? Diese müssen ja bekanntlich etwas schräge Vorstellungen von der Realität besitzen, um sich für dieses Amt zu qualifizieren.

  18. Manfred sagt:

    Jetzt sieht man wohin die Reise hingehen soll. Glaubt ja nicht das nur der Würfel in der Scheiße rührt. Im Hintergrund wird schon lange daran gebastelt die Leute noch mehr unter Kontrolle zu bringen. Kommt mir langsam so vor wie in der DDR, die hatten nach ihren Wahlen auch immer so um die 90% (Zustimmung).Das System ist inzwischen so angelegt das sogar eine Diktatur in Kauf genommen wird. Natürlich eine » Demokratische «.Jetzt merken nicht nur mehr die Hartz4 Empfänger das das Grundgesetz in weiten Teilen faktisch für sie abgeschafft ist sondern auch andere Teile der Bevölkerung. Die Kinderpornographie sowie die Terrorgefahr durch Ali Baba sind willkommene Vorwände. Wer laut darüber nachdenkt die Bundeswehr im Innern einzusetzen der rechnet doch schon mit Aufständen.

  19. Flori sagt:

    Hallo!
    Das hat zwar nichts mit dem Thema zu tun — aber ist schonmal jemandem aufgefallen, dass der Herr W. bei abgeordnetenwatch offenbar durch 2 verschiedene Personen «zuerst» auf den Artikel der BZ aufmerksam gemacht wurde? Jedenfalls schreibt er das. :-)
    Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich das weiter entwickelt. Vielleicht hat die BZ hier ja wirklich seine Meinung etwas zugespitzt.. Heute werden erstmal Piraten gewählt.

    PS: Die Vorschau hier ist spitze.

  20. Betty sagt:

    Ich bin ganz der Meinung des Verfassers! Es ist eine Frechheit und Unmöglichkeit, wie Politiker so offen zugeben können, die Rechte der Freiheit beschneiden zu wollen und dafür nicht gerügt werden! Die Regierung sollte wieder mehr Angst oder Ehrfurcht vor ihrem Volk haben.

    In einem Punkt muss ich jedoch widersprechen. Es wird so oft von «Elite» gesprochen und ich glaube nicht, dass die Politiker dies wirklich sind. Wenn überhaupt sind sie noch die Machtelite, aber auch das bezweifle ich zuweilen. Das Bild einer Elite finde ich erfährt hier eine gewisse Verzerrung und als Elite sollten die gelten, die Herausragendes leisten und eine «Vordenker»-Rolle einnehmen, wovon bei die hinterherhinkenden und hinterherdenkenden Machtelite «Regierung» weit entfernt ist!

  21. Roman sagt:

    Sind wir alle mal ehrlich, wir wussten das es so kommen wird.
    Jetzt heisst es nur dafür Kämpfen das wir es irgendwie noch berhindert bekommen.

    Bemerkenswert finde ich wie routiniert die großen Parteien an den wünschen und oder ängsten einer ganzen generation vorbeiregieren.

  22. Jan sagt:

    @schrozberg:

    tja, ob ich will oder nicht, in manchen augen bin ich schon sehr radikal, einfach weil ich denke.

    vor 15 jahren war meine meinung noch fast konsens, eigentlich hab ich mich nicht viel bewegt, so gesehen bin ich eigentlich konservativ, heute ist meine meinung schon fast radikal, obwohl sich meiner meinung nach nicht viel an meiner meinung geändert hat.

  23. […] Zitat: Zum Schluss eine Bitte an die Netzindianer: Lasst uns gemeinsam eine Kette bilden, wie sie schon in der Zensursula-Debatte erkennbar war. Lasst uns auch nicht länger in die Defensivhaltung gehen und davon sprechen, dass wir Dagegen sind. Wir sind Dafür. Wir treten für eine gerechte und offene Gesellschaft ein. Wir kämpfen für die Freiheit, die Unabhängigkeit, die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen Bürgers. Es geht nicht um die eine oder andere Meinung, nicht um Befindlichkeiten oder um Vergangenes. Es geht schlicht und ergreifend um die Frage: […]

  24. […] Bürgerkrieg? Dieser Artikel bringt es ja mal auf den Punkt. Kommentare Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt) […]

  25. […] für eine Gesellschaft wollen wir unseren Kindern hinterlassen? (Quelle: F!XMBR ) Prädikat: Sehr […]

  26. […] transparent und offen ist — statt verdeckt und im Geheimen! Und somit komme ich nun zum zweiten Blogartikel von F!xmbr, der sehr provokativ betitelt ist: «An der Schwelle eines Bürgerkrieges». Soweit ist es wohl […]

  27. Fenrir sagt:

    Was ich nicht verstehe. Warum ist die Linke für dich unwählbar? Sie mögen zwar ein Chaotenhaufen sein, und ihre Positionen nicht immer so sein wie einige sie gerne hätten. Aber seien wir mal ehrlich. Die etablierte Politik und ihre Hofschranzen tun alles um die Linke nach Kräften zu diskreditieren. Sie haben erfolg damit, leider.
    Ich komme aus einer Arbeiterfamilie, habe immer SPD gewählt. Heute wähle ich links. Auch aus der Überzeugung heraus, dass es zurzeit die einzige Partei ist die für jene am Rande dieser Gesellschaft steht.
    Das dort vieles nict so läuft wie es könnte ist klar. Aber das können nur wir ändern. Die SPD jedenfalls ist zu einer Fratze des Kapitals degneriert. Erholen wird sie sich davon nicht mehr.

    Die Einschätzung das wir uns auf einen Überwachungsstaat zu bewegen teile ich. Aber es wird noch eine weile dauern. Zeit das wir alle etwas tun um diese Gefahr zu bannen.

  28. Chris sagt:

    Durch einen sehr guten Freund weiß ich, was Oskar Lafontaine im Saarland alles angerichtet hat, wie er sich dort, auch seinen Leuten gegenüner verhalten hat. Und man kann es drehen und wenden wie man will: Oskar Lafontaine steht für die Linke. Sie ist Protestpartei, nicht mehr. Und wenn man mal nach Berlin schaut, sieht man, was blüht, wenn die Linke an der Macht ist.

  29. Oliver sagt:

    >Das dort vieles nict so läuft wie es könnte ist klar. Aber das können nur wir ändern. Die SPD jedenfalls ist zu einer Fratze des Kapitals degneriert.

    Und warum kannst du es dort ändern und nicht bei der SPD? Ein Kreuz bewirkt rein gar nichts, der Glauben versetzt auch bei den «Linken» keine Berge, wenn denn die aktive Beteiligung fehlt. Die SPD machte dergleichen Spielchen mit Demokratie und Freiheit schon ehemals bei dieser ersten großen Koalition. Lernten die Follower etwas daraus? Nein — sie gaben sich wieder einem Glauben hin, machten Kreuzchen und erhofften die Erfüllung des Wahlkampfgeschätz … alle Jahre wieder. Ich wählte auch einmal die SPD und verdingte mich als aktives Mitglied — mein Glaube war, wenn viele so wie ich denken kann etwas geändert werden. Leider ein Trugschluß, viele gaben sich mit dem Kreuz am Wahlsonntag zufrieden.

    Kommen wir noch einmal darauf zurück, Ich komme aus einer Arbeiterfamilie, habe immer SPD gewählt. Me too kann ich da entgegnen, mein Großvater war Bergmann, seine Brüder ebenso etc. pp. — aber was soll diese Aussage? Die traditionelle Arbeiterpartei verstarb schon als die USPD entstand, schon damals gab man sich dem Kapital hin, schon damals strebte man mehr hin zur Partei des gutbürgerlichen Habitus, denn den Rand adäquat mit einzubeziehen. Die Kritik? Die gleiche wie heute. Wenn man also überhaupt etwas glauben konnte, dann die Tatsache mit aktiver Beteiligung den Drift der SPD nicht unbedingt stoppen, jedoch verlangsamen zu können.

    Die Linke hingegen repräsentiert einen zusammengewürfelten Haufen aus ewig Gestrigen, aus diversen Gründen enttäuschen Genossen, im Saarland aus Lafo-Groupies und ansonsten Unzufriedenen, wie diese zu jeder Zeit existierten. Politik ist ein einziger Kompromiss und solange ich nur am äußersten Rand stehe, kann ich auch von der Weltrevolution faseln, Realität — sprich Kompromisse — kann man beispielsweise beim rot-roten Bündniss in Berlin schauen. Auch das muß der Arbeiter lernen, es geht um Gerechtigkeit, nicht eine profane Umgestaltung. Es geht darum zwar Kompromisse zu wirken, aber dem Menschen per se immer das Hauptaugenmerk zu schenken. Es geht darum den Staat zu entwirtschaften und so sozialisieren. Alles Dinge die ich so auch nicht bei den Linken vernehme, das Robin Hood Credo mag zwar nett für eine Gruppe sein, hat aber auch nicht mit Gerechtigkeit bzw. Realität zu tun.

    Bildung, Soziales, Gesundheit … sollten immer an vorderster Front stehen und dürften nie wirtschaftlichen Interessen untergeordnet werden. Dies sind die Grundpfeiler einer gesunden Gesellschaft — in die man investieren muss, um etwas überhaupt zu «erwirtschaften» . Sind diese Dinge geregelt, kann man sich über den Rest Gedanken machen.

    >Erholen wird sie sich davon nicht mehr.

    Definitiv wird sie das nicht, wenn man denn in der Ecke sitzt und abwartet. Allerdings braucht es auch nicht nur Parteigänger und Wahlvieh, sondern auch eine Gesellschaft die zur Änderung bereit ist. Und bis dahin ist es noch ein langer und steiniger Weg.

  30. Schieflage…

    Es geht nur um die Schieflage, in selbige droht nämlich die öffentliche Debatte zu kippen, wenn man alles offen ausspräche, was man noch vorhat. So meinte jedenfalls Wolfgang Bosbach (CDU) im Fokus:
    „Ich halte es für richtig, sich…

  31. @Chris: Bin auch kein Freund der Linken (und wähle sie auch nicht); aber man muß den Leuten zugestehen, daß sie durch Linke-wählen versuchen, die Position der SPD zu korrigieren (wie die Grünen die Umweltpolitik der damals etablierten Parteien verändert haben).
    Im Bund ist das natürlich sehr problematisch.
    In Berlin ist Die Linke längst entzaubert.

  32. […] Aber zugetraut hat es ihm jeder. (tags: verdachtsrecht wiefelspütz spd zensursula überwachung) An der Schwelle eines Bürgerkrieges » F!XMBR »Lasst uns auch nicht länger in die Defensivhaltung gehen und davon sprechen, dass wir Dagegen […]

  33. Anonymous sagt:

    Wouldn’t it be more appropriate to use «Kulturkampf» instead of «Buergerkrieg»?
    I suppose it might be useful talking of a «Kulturkampf» of the Internet-savvy portion of the society against some sort of ‘ancien regime’.

  34. Ludwig sagt:

    Zitat: «Lasst uns auch nicht länger in die Defensivhaltung gehen und davon sprechen, dass wir Dagegen sind. Wir sind Dafür.»

    Ganz deiner Meinung! Mit «Dagegen» kann man keinen mobilisieren.

  35. schrozberg sagt:

    @Jan

    Gegen radikal denken hat keiner was (ausser wenn wir dann bald das Gesinnungsstrafrecht haben). Nur radikal handeln macht IMHO keinen Sinn und ist meist sogar kontraproduktiv gegen die eigenen Ziele.

  36. […] bürgerlichen Freiheiten. Und die CDU steht noch am Anfang all dessen, was sie eigentlich vor hat. Bei F!XMBR schreibt man: Die geplante Internetzensur ist dabei nur ein kleiner Schritt. Man denke an die weitgehenden so […]

  37. Anonymous sagt:

    Aus gegebenen Anlass hier ein kleiner HINWEIS

    Aktion 'Gib Deiner Stimme ein Gesicht'

    Vielleicht lieber Christian gibt das ja ein neues Thema?!? Würde der Aktion gut tun, wenn sich der Link möglichst schnell rumspricht…

  38. Chris sagt:

    Ich kenne die Aktion. Ich hab sie bisher nur noch nicht passend in einen Artikel einbauen können.

  39. palindrom sagt:

    Volle Zustimmung. Uns Dieter hängt sich vielleicht mal (wieder) zu früh zu weit aus dem Fenster! Aber wie die Europawahl eindrucksvoll gezeigt hat, sind die heutigen Trends eher konservativ — Wahlbeteiligung hin oder her.
    p.

    P.S. Übrigens, der Vergleich mit Dafur hinkt mehr als deutlich, siehe hier (Klick) oder bei ai, oder msf, oderoderoder. Da sollten wir uns alle einen anderen Slogan einfallen lassen!

  40. Chris sagt:

    Ähm, ich habe nirgendwo Dafur erwähnt, nicht einmal daran gedacht.

  41. palindrom sagt:

    Man sollte im Büro einfach nicht surfen … da übersieht man zwei kleine Punkte einfach mal.
    p.

  42. erz sagt:

    Die mangelnde Repräsentation ist tatsächlich die Kernursache des Unmutes einer wachsenden Gruppe.

    Es ist auch hier in den Kommentaren gut zu beobachten: Der ganze aufgestaute Frust sucht ein Ventil. Aber wie bei vielen Problemen scheint mir auch hier, dass der Leidensdruck immer noch nicht hoch genug ist — denn vom anzetteln eines Bürgerkrieg ist die erst langsam an Homogenität gewinnende Gruppe der Netizens noch weit entfernt. Erst wenn die erlittenen Repressionen von einem ausreichend großen Teil der Bevölkerung gefühlt werden und sich eine Gruppenidentität herausbildet, die sowohl die internen Differenzen der Mitglieder dieser Bevölkerungsschicht hinwegwischt als auch deren Aktivismuspotential kanalisiert, kann es zu einem gesellschaftlichen Wandel kommen.

    Und dann wird sicherlich das unglaublich befriedende Korrektiv demokratischer Partizipation diesen kanalisierten Willen zum Wandel in weniger gewaltsame Formen zwingen. Es hat nun schon seit nicht ganz einer kompletten Generation keine originär neue Partei mehr gegeben. Parteien sind es nun mal in Deutschland, die die politische Repräsentation von Bevölkerungsgruppen übernehmen. Aber erst, wenn diese ausreichende gesellschaftliche Relevanz erreicht haben. Vor der Gründung der Grünen gab es Friedensmärsche ohne Ende. Wie viel Mobilisierung hat unsere Generation schon gesehen? Wir sehen heute gerade mal eine zarte Knospe politischer Mobilisation. Immerhin.

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