Amen.

Papst Benedikt XVI. hat sich in seiner Botschaft zum gestrigen 41. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel unter anderem zu gewaltverherrlichenden Videospielen geäußert. Jeder Trend, für Unterhaltungszwecke beispielsweise Filme und Videospiele zu produzieren, die Gewalt verherrlichen, antisoziales Verhalten darstellen oder menschliche Sexualität banalisieren, sei eine «Perversion».

heise online

Amen. Ich stelle mich jetzt nicht auf die gleiche Stufe, indem ich mit den Kreuzzügen kontere. Zudem wäre diese Beschränkung eine Untertreibung und daher verweise ich eher auf jüngere Ereignisse wie das Reichskonkordat, das auch erhebliche Flecken auf dem blütenweißen Gewand der Kirche hinterließ.

Tipps von der Kirche brauchen wir also wirklich keine!

Ein Tipp meinerseits an den Klerus,

Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehn. Indes ihr Komplimente drechselt, kann etwas Nützliches geschehn.

Faust

8 Antworten zu “Amen.”

  1. itti sagt:

    ich kann an dem gesagten vom papst jetzt kaum etwas «falsches» feststellen. gesetzt dem fall, es gäbe gewaltverherrlichende spiele, filme, whatever… es wäre durchaus irgendwie eine perversion. das sexthema klammern wir mal lieber aus.

  2. Oli sagt:

    gewaltverherrlichende

    Über den Begriff könnte man vortrefflich diskutieren und definitiv hätte diejenigen dort eine völlig andere Vorstellung davon als unsereiner. Das die Kirche insgesamt immer noch großen Einfluß besitzt, in vielen Gremien sitzt etc. trägt weiter dazu bei.

  3. Grainger sagt:

    Eben, bereits die Defintion ist problematisch, Apocalypse Now mag für die einen der Antikriegsfilm überhaupt sein, für den anderen ist es nur ein gewaltverherrlichender Actionkracher.

    Und was für die einen tiefe Religiosität darstellt ist für den anderen nur finsterster mittelalterlicher Aberglaube.

    Für die einen ist es Duplo, für die anderen die längste Praline der Welt! Ach nee, das war ja was anderes. 😀

    Auf jeden Fall kann ich auf päpstlichen Rat in jeder Hinsicht und zu jedem Thema gut verzichten.

  4. Jan sagt:

    Sex und Computerspiele — das sind Sachen, mit denen sich so ein Papst sicherlich bestens auskennt.

  5. itti sagt:

    nunja, dass die definitionen auseinandergehen werden, das hab ich nicht bezweifelt. deshalb ja auch der konjunktiv.

    ich finde nur teilweise die aussagen wesentlich einflussreicherer personen wesentlich mehr an der wahrheit vorbeigehend, als das übliche papstgeplänkel.

  6. Oli sagt:

    Das übliche Papstgeplänkel hat teils mehr Einfluß als man zuerst vermuten würden, warum und wieso schrieb ich auch oben. Und man muß schon ziemlich verklärt aufgeklärt worden sein, um an eine tatsächliche Trennung von Kirche und Staat zu glauben. Einzig der primäre, offensichtliche Einfluß ging denen verlustig.

  7. Dr.Thodt sagt:

    Bevor hier über die Definition von Gewaltverherrlichung gesprochen wird, käme es mir doch sehr entgegen man würde mal «Perversion» für mich kleinen dummen Jungen definieren.
    Mein bisheriger Standpunkt diesbezüglich war, dass Pervers nur sein kann was einem nicht gefällt (unabhängig um welches Thema es geht).
    Nach dieser Definition könnte z.B. keiner Sexualpraktiken als Pervers bezeichnen, die er selber ausübt. Es sei denn man heuchelt… aber darum geht es mir gar nicht.

    Die Sache mit dem «antisozialen Verhalten» find ich aber klasse. Bleiben uns nun Remakes von solchen «Bundeskanzler–» oder «Politsimulationen» erspart?

  8. Prospero sagt:

    Ich kanns mir ja nicht verkneifen das Vorspiel auf dem Theater weiterhin zu zitieren, es passt irgendwie so schön:

    Euch ist bekannt, was wir bedürfen,
    Wir wollen stark Getränke schlürfen;
    Nun braut mir unverzüglich dran!

    Goethe, Faust. 😉

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