Amen — die Kirche benennt Formen des Terrorismus

Amato dürfte freilich der katholischen Kirche keinen Gefallen gemacht haben, wenn er nun Abtreibung, die Pille danach oder Sterbehilfe als Formen des Terrorismus, als «Terrorismus mit menschlichem Antlitz» geißelt, der von den Medien verbreitet werde. Der Erzbischof [extern] sagte in einer Ansprache, dass dieser Terrorismus von dem «schrecklichen Selbstmordterrorismus», der in den Medien über Zeitungen über das Internet bis hin zum Fernsehen zu einem «perversen Film des Bösen» mit «immer neuen und grausamen Szenarios» gerate, verdeckt werde.

tp

Nachdem man erst dem Limbus entsagte, konzentriert man sich nun auf weltliche Dinge. Vielleicht hofft man gar auf Schützenhilfe der USA. omfg

Ich glaube noch keiner der sich jemals im Kirchenamt zu weltlichen Dingen äußerte bekleckerte sich jemals mit Ruhm …

14 Antworten zu “Amen — die Kirche benennt Formen des Terrorismus”

  1. Grainger sagt:

    Der Limbus (hört sich ja irgendwie besser und theologischer an als der negativ vorbelastete Begriff Vorhölle) hat aber über lange Zeit seinen Zweck durchaus erfüllt.

    Schließlich hat er Jahrhunderte lang gläubige Eltern dazu bewogen ihre neugeborenen Kinder möglichst schnell taufen zu lassen und der Kirche somit einen ständigen Zustrom zukünftiger Kirchensteuerzahler zu sichern.

    (Ich weiß natürlich, das die Kirchensteuer nur noch in einigen wenigen Staaten dieser Welt freundlicherweise gleich vom Staat eingezogen wird, aber in Duetschland ist das nun mal der Fall).

    Wieso allerdings in einer Welt, die vor lauter Menschen schier aus allen Nähten platzt (der Mensch dürfte z.Z. die am wenigsten bedrohten Art auf der Welt sein), Sterbehilfe, Abtreibung und Empfängnisverhütung als Terrorismus gelten soll, erschließt sich mir irgendwie auch nicht.

  2. EuRo sagt:

    «Zu meiner Zeit» galt das Leben als das höchste zu schützende Rechtsgut. Schon das widerspricht streng genommen der Verfaselung, weil da die Würde des Menschen an erster Stelle steht.
    Heute, in einer Zeit, in der der Dings den Abschuss eines vollbesetzten Passagierflugzeugs fordert, zum Schutz eines möglichen Zieles, ist das Leben ja offenbar nicht mehr gar so wichtig, oder wie der Dings so gerne sagt, «nicht mehr zeitgemäß». Nun ist das mit der Würde ja auch so eine Sache, wenn manch einer mit ansehen muss, wie ein Angehöriger bei lebendigem Leib verfault — das gibt’s!
    Oder wie ein Kind in eine Hartz IV-Kommune geboren wird, die gerade wegen des Kindes das dritte Angebot ablehnt…
    Ich glaube als höchstes zu schützendes Rechtsgut die Befriedigung des Egos von irgendwelchen Klugscheißern ausgemacht zu haben, die zu doof sind, selbiges in ein Blog zu kippen.

  3. Oliver sagt:

    Es wäre auch desöfteren einfach stünde man denn zu seinem Ego als immer über die anderer zu faseln. Weil dann würde sich nämlich auch etwas bewegen, Ego, gar der Trip, muß nicht nur zu negativen Dingen gereichen. Sieh es wertfrei und falls das immer noch geht, denke einfach drüber nach ob nicht dein eigenes Ego massiv blockt, jenes des Gegenübers zu akzeptieren :)

  4. Chris sagt:

    Ich habs immer gewusst, Frauen sind der reine Terror… 😉

  5. kobalt sagt:

    Sterbehilfe ist human. Das Einverständnis und den Willen des Betroffenen vorausgesetzt.

  6. Oliver sagt:

    >Sterbehilfe ist human.

    Knackpunkt dann nur, ist/war derjenige noch Herr seiner Sinne. Gabs äußere Beeinflussungen etc. So leicht ist es auch nicht, weder pro noch kontra, denkt man denn wirklich drüber nach.

  7. Grainger sagt:

    Man könnte Sterbehilfe zumindest im Rahmen der Patientenverfügung (die man vorher natürlich auch erst mal auf juristisch sicherer Beine stellen müßte) eindeutig regeln.

    Wer also für den Fall des Falles Vorsorge getroffen und bereits zu Zeiten, als er noch Herr seiner Sinne war, verfügt hat, was unter gewissen Umständen wie mit ihm geschehen soll, dessen Willen sollte natürlich auch beachtet werden.

    Und zwar ohne Vetorecht der Angehörigen, sonst macht das Ganze ja doch wieder wenig Sinn (ich bin z.B. Organspender und hätte druchaus etwas dagegen wenn meine Angehörigen sozusagen posthum beschließen würden das meinem Leichnam doch keine Organe entnommen werden sollen).

    Momentan bewegt man sich mit Patientenverfügung, Sterbehilfe, usw. zumindest in Deutschland in einer gewissen Grauzone, die scheinbar auch niemand so richtig klären will.

    Ausbaden müssen es letztendlich die Patienten und natürlich die Ärzte (die im Zweifelsfall dann immer mit einem Fuß im Knast stehen).

  8. Oliver sagt:

    Wäre mir neu das man etwas einwandfrei klären. Ohne Vetorecht … was ist mit der Ehefrau beispielsweise? Was du da ändern würdest hätte auch nachhaltige Folgen für andere rechtliche Bereiche, denn in der Gesetzgebung sind alle Dinge miteinander verkettet und bauen aufeinander auf.

  9. kobalt sagt:

    Das mit der Organspende muß sowieso neu geregelt werden. Jeder sollte grundsätzlich als Organspender gelten, solange er dem nicht widerspricht.

  10. Oliver sagt:

    >Jeder sollte grundsätzlich als Organspender gelten, solange er dem nicht widerspricht.

    http://www.fixmbr.de/orga.….-diktat/

    Ich weiß jeder würde gerne dem anderen vorschreiben was das Beste ist, aber das sollte man den Leuten doch selbst überlassen.

  11. Grainger sagt:

    Ohne Vetorecht ? was ist mit der Ehefrau beispielsweise?

    Jetzt mal ehrlich: wenn ich für meine Person verfügt habe, wie unter bestimmten Umständen mit mir verfahren werden soll will ich ja vielleicht gar nicht, das meine Ehefrau (oder sonst irgendwer aus der popeligen Verwandtschaft) das unterwandern kann.

    Wenn ich also beschlossen habe, das ich unter bestimmten Umständen ein Abschalten der Lebenserhaltungssysteme einem weiteren dahinvegetieren als menschlicher Blumenkohl vorziehe ist das meine ureigene Entscheidung, die geht keinen anderen etwas an. Das gleiche gilt auch wenn ich beschlossen habe das ich einer Organentnahme zustimme.

    Diese Entcsheidung eines mündigen Bürgers ist einfach zu akzeptieren, ob die Angehörigen das anders sehen oder ethische, religiöse oder sonstige Bedenken haben ist unerheblich.

    In meiner Verwandtschaft sind z.B. einige recht gläubige Menschen, als Atheist wäre es mir absolut nicht recht wenn die mir ihre religiösen Bedneken aufdrücken könnten sobald ich im Koma liege.

    Schließlich ist auch das eine Art des Letzten Willens und hat für mich schon fast den Status eines Testamentes.

    Falls keine Patientenverfügung vorliegt bleibt es selbstverständlich den Angehörigen überlassen diese Entscheidungen zu treffen.

  12. Oliver sagt:

    >die geht keinen anderen etwas an.

    Ja ich werf da jetzt einfach nochmal die *Ehefrau* so wahllos in den Raum. Spricht man da von human bei der Sterbehilfe, kann auch schnell jemand wieder mit human kontern. Man kann also nicht einerseits stoisch mit den Paragraphen wedeln und andererseits der Ethik hinterherlaufen.

    >Schließlich ist auch das eine Art des Letzten Willens und hat für mich schon fast den Status eines Testamentes.

    Und diese werden auch oft genug mit Erfolg angefochten, trotzt vermeintlich rechtlich einwandfreiem Status.

  13. Grainger sagt:

    Ich bin immer noch der Meinung das es selbst meine Ehefrau, Eltern oder Kinder nichts angeht wenn ich in einer Patientenverfügung z.B. lebenserhaltende Maßnahmen über ein bestimmtes Maß hinaus ausschließe.

    Oder wenn ich meine Organe spenden will.

    Das Testamente angefochten werden kommt übrigens seltener vor als man allgemein glaubt, das die Anfechtungen tatsächlich erfolgreich sind ist noch seltener.

  14. Oliver sagt:

    >das die Anfechtungen tatsächlich erfolgreich sind ist noch seltener.

    Erlebt habe ich es schon, eine Statistik kenne ich hingegen nicht. Beschäftigen mußte ich mich mit all dem obigen.

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