AMD wird gesplittet

Kaum einer sah die Übernahme von ATI wohlwollend, weniger ob der etwaigen unheiligen Allianz in puncto vermeintlicher Kompatiblitätsprobleme mit der Konkurrenz, sondern mehr ob des recht schwachen Auftritts. Zwar konnt AMD schon zu 486er Zeiten1 Intel einige Hiebe versetzen2 mit günstigeren und teils auch besseren Produkten, tatsächlich Momentum erlangten die Produkte jedoch erst mit der K6-Reihe3. Und erst mit dem Advent letzterer CPU-Generation vermochte man auch stetig eine Nasenlänge vor Intel zu liegen. Ob nun mittels besserer Leistung z.B. gegenüber Intels Pipeline-verschwendenden Prescotts4, die mehr mit GHz protzten und enormer Verlustleistung, denn tatsächlicher Leistung oder aber mit 64Bit, effektiven Stromsparmaßnahmen etc. pp.

Das Blatt wendete sich jedoch als Intel die Core-Reihe5 vorstellte: schnell und sparsam. AMD konnte zwar immer noch punkten vor allem beim Preis/Leistungsverhältnis, verlor jedoch mehr und mehr an Boden. Der Kauf von ATI, dazu das Fiasko bei der Einführung eines eigenen Quadcores bekam dem ohnehin naturbedingt schwächeren Konkurrenten der CPU-Macht Intel nicht wirklich. Und so wird aktuell AMD mit 5$ gehandelt und sieht sich seit einem Jahr in einer Talfahrt begriffen.

Die just erfolgte Bestätigung in puncto Konzern-Split — zum einen Chip-Design, zum anderen Produktion — war also mehr als notwendig. Hoffen wir also das uns diese Intel-Konkurrenz stark erhalten bleibt, denn ein tatsächlich dominantes Intel mit der Preispolitik der 80er und beginnenden 90er möchten wir heute definitiv nicht mehr sehen. Der jetzige Banken-Fallout wird auch andere Bereiche ergreifen bzw. reißt diese schon mit sich, die IT-Branche ist, wie man an Apple und Google sehen kann, auch nicht gegen die Krise gefeit.

via crunchgear

  1. Am486 []
  2. auch Nec vermochte dies schon mit einem flinkeren und günstigeren 8086-Pendants — nach einem Rechtstreit jedoch mußte Nec diese CPU unter der wenig verkaufsförderlichen Bezeichnung NEC V30 auf den Markt bringen []
  3. wobei der K5 schon nebst dem Am486 einen Einstieg markierte []
  4. Netburst-Technologie []
  5. Yonah []

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4 Antworten zu “AMD wird gesplittet”

  1. phoibos sagt:

    ist amd nicht immer noch in sachen stromsparen vor intel? nicht zuletzt durch intels stromverbrennende chipsätze? dachte da mal was bei tomshardware (?) gelesen zu haben.

  2. Oliver sagt:

    Das Gros der User schnappt sich in der Regel einen nvidia-Chipsatz ob der Performance und hat damit auch eine gute Heizplatte, insofern … Natürlich AMDs ganz neuer Chipsatz ist schon eine Wucht. Ich finde es auch klasse einen Dualcore-Boliden in Form eines AMD X2 6000 für knapp 80€ erwerben zu können, die Benchmarks tangieren mich da recht wenig, aber der Mainstream nimmt sich halt die austerbende Art der Hardcore-Gamer zum Vorbild — leider.

    Ich habe hier diverse Rechner stehen, Intel und AMD — en detail ist AMD immer noch effektiver beim Stromsparen … aber der Hype und das Gefühl das «schnellste» haben zu müssen trieb schon oft gar seltsame Blüten.

  3. Oliver sagt:

    Tja und das ist jetzt die Sparte Atom/Netbook, aber auch nur auf dem Desktop.In den Netbooks selbst ist ein mobiler Chipsatz der deutlich sparsamer ist und auf dem Desktop gibts den 22W Chipsatz von Intel. Aber dazu muß AMD auch im Handel mit Produkten in Erscheinung treten …

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