Albrecht Müller

AM1938 in Heidelberg geboren, Ausbildung zum Industriekaufmann, studierter Volkswirt, Nationalökonom, Mitarbeiter der Universität München, Mitarbeiter für das Bundesministerium der Wirtschaft, Redenschreiber für Wirtschaftsminister Karl Schiller, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der SPD Bonn, verantwortlich für die berühmte Willy wählen-Kampagne, Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt. Die Vita von Albrecht Müller liest sich beeindruckend — sie scheint alles auszudrücken, und zeigt doch so wenig von dem heutigen Albrecht Müller, ist er heute doch viel mehr ein kritisch denkender Mensch als Politiker.

Der heutige Albrecht Müller ist Publizist und Autor. Er hat die beiden Bestseller Die Reformlüge und Machtwahn geschrieben. Albrecht Müller betreibt mit seinem Kollegen Wolfgang Lieb zusammen die NachDenkSeiten.de — eine der meiner Meinung nach besten (politischen) Publikationen (im Internet).

Gegen den Mainstream, gegen die Neoliberalen lautet das Credo. Sie kritisieren und zeigen Alternativen auf, sie hinterfragen und geben Antworten — eine ganz grandiose Sache. Was mich an Albrecht Müller so begeistert, ist seine Schreibweise, er nennt Roß und Reiter, er prangert an — der Tonfall bleibt immer diplomatisch, die Fakten sprechen ganz einfach für sich. Er wirft Thesen auf, die manchmal durchaus zum Diskutieren einladen, denen man nicht immer folgen muss, aber allein sich damit auseinanderzusetzen macht nicht nur Spaß, es erweitert den eigenen Horizont.

Warum ich das hier schreibe? Nun, manche sind ob der geschriebenen Worte der Meinung, es handele sich um einen alternden *sorry* Verschwörungstheoretiker. TV-Mensch ist Albrecht Müller leider auch nicht, diese Meinung sei mir gestattet, und so bleibt für manche Leute nur das geschriebene Wort über — mit dem einen oder anderen (missratenen) TV-Auftritt.

Nun gibt es aber einen hervorragenden Radiomitschitt der Sendung Zwischentöne des Deutschlandfunkes. Ein ganz grandioses Interview — auch hier merkt man manchmal die Nervosität, aber das ist sekundär — Albrecht Müller hat viel zu erzählen, sehr viel zu sagen und durch den Redakteur Michael Langer, der sehr viel hinterfragt, ist das ganze Interview fundert, authentisch, und regt wie immer zum Nachdenken an. Ein Interview, bei dem mancher Zeitgenosse Albrecht Müller vielleicht (neu) kennenlernt. Ich freue mich schon auf den Tag, wenn Albrecht Müller endlich mal zu einer Lesung nach Hamburg kommt. Ich werde in der ersten Reihe sitzen. :)

NachDenkSeiten.de

Wikipedia — Albrecht Müller

Bild: NachDenkSeiten.de

5 Antworten zu “Albrecht Müller”

  1. maloXP sagt:

    Ich hab ihn mal in Berlin gesehen. Der Rahmen wurde ihm allerdings nicht gerecht, in etwa 90 Minuten wurden 20 Themen durchgehechelt. Dass ihm diese Form neomedialer Oberflächlichkeit nicht vollständig lag, spricht meines Erachtens für ihn.

  2. Chris sagt:

    Das mit dem TV meinte ich wertfrei, es war einfach eine Feststellung…

  3. […] Die NachDenkSeiten.de sind dunkelrot, da bin ich ja beruhigt, die (gekauften) Journalisten grün, so lässt sich wunderbar die Welt in Gut und Böse einteilen […]

  4. Kabur Kabari sagt:

    Interessant. Besonders mit diesem zeitlichen Abstand, der sehr viel über die Richtigkeit oder Belanglosigkeit manches Geschriebenen Aufschluss gibt.

  5. Anonymous sagt:

    wir brauchen mehr kritische menschen wie ihn .

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