Akuter Anfall von Größenwahn. Was ist Bloggen?

In einem akuten Anfall von Größenwahn habe ich Hinz&Kunzt einen Artikel bis Freitag versprochen. Thema: Was ist Bloggen? Gute Frage, nächste Frage. Nein, natürlich kann ich dazu ein paar Dinge schreiben. Doch wozu haben wir hier ein Blog eine eigene Publikation. 😀 Also, liebe Leser, liebe Blogger:

Was ist Bloggen?

Wobei mich sehr gerne auch die Meinung der Leser, die nicht selbst bloggen, interessieren würde. Das wäre mal eine spannende Angelegenheit.

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23 Antworten zu “Akuter Anfall von Größenwahn. Was ist Bloggen?”

  1. Paul sagt:

    Ich würde sagen ein Web-Tagebuch.

  2. Wanderer sagt:

    Huch, seit wann ist das hier denn ein Blog? Früher™ hieß es mal, es wäre eine Publikation

  3. Chris sagt:

    Siehe Smilie. Könnten wir hier aber solche Sprüche lassen? Danke.

    //Ich habe es trotzdem mal aktualisiert. 😉

  4. phoibos sagt:

    ein blog ist für mich die konsequente weiterentwicklung und verkümmerung dessen, was früher mal ein forum war — und davor ne mailingliste. weiterentwicklung im sinne der rechtssicherheit des anbieters/publizierenden, verkümmerung in der interaktion (zumindest nehme ich es so wahr — in foren bekam man häufiger feedback auf seinen kommentar als in einem blog als kommentator).
    wieso ich es wage, das wort «rechtssicherheit» ausgerechnet im deutschen internet zu schreiben? weil jetzt der anbieter/publizist ganz alleine bestimmt und auch alleine verantwortlich ist für das, was veröffentlicht wird (und durch die moderationsschleife auch das, was kommentiert wird). das führt auch in einigen fällen zu einer deutlichen verbesserung der beiträge. dieses spiel, tote foren zu beleben mit «lustige bilder», «was machst du grad» und das schreddern von threads mit ellenlangen c&p-aktionen aus den gesetzestexten dieser welt funktioniert bei einem blog schlicht nicht.
    finde ich diese entwicklung gut? ja und nein. ich begrüße die qualitative entwicklung und verfluche die zerfledderung meines onlinedaseins auf dutzende blogs. zudem fällt es mir deutlich schwieriger, meinungsbilder einzufordern. früher war das einfach, einfach einen thread auf mit «wie geht das». heute muss ich hier offtopic posten und bekomme dankenswerter weise (olis tipp mit pfsense war goldrichtig) hilfreiche antworten — aber es ist längst nicht mehr so selbstverständlich wie früher.

  5. andreas sagt:

    Ich blogge einfach was mir über die Leber läuft.
    Also ist mein Blog einfach mein Friseur, meine
    Physchotante, meine seelische und sonstige
    Gedanken/Müllablade.
    Blos das keiner zwischendurch «hm» sagt.
    Früher hat man halt dumm brabelnd auf dem
    S-Bahnhof rumgestanden und ab und zu den
    einfahrenden Zug angeschrien.
    Heute … :)
    Und seid ich mich mit Blogs beschäftige
    bin ich politischer geworden.
    Irgend wie konkreter. Thematisch tiefergehend.

  6. Chris sagt:

    @phoibos: Hm, ich werde mich bessern. :/ Ich schätze Deine Kommentare über alle Maßen. Ich verschlinge sie Tag für Tag. Man sollte öfter mal Danke sagen. Danke. :)

  7. Oliver sagt:

    Mein ganz persönliches Tagebuch — man denkt, man schreibt, läßt andere daran teilhaben. Ich stehe dazu :-)

  8. Antje sagt:

    Hallo Wanderer, lasse uns an Deinen Gedanken teilhaben:
    Schon wenn ich diese Zeilen lese bin ich mir nicht sicher, ob das ernst gemeint ist.
    Ich stelle das deshalb so voran, weil mir in Blogs, also in denen, die ich verfolge (sicher nur ein Minibruchteil des Angebots), eines sehr aufgefallen ist.
    Da schreiben kluge Menschen, die auch etwas zu sagen haben, was ihnen einfällt und sie zusammentragen. Das mag ich sehr, auch an diesem Blog.

    Sobald es jedoch an die Kommentierung geht wird schnell klar (für mich), dass es leider eine «hip» oder «unhip», «wer nicht für mich ist ist gegen mich» Unkultur gibt.In meinen Augen ist da viel zu viel «Lager(un)kultur» dahinter. Blogger, die sich kennen und mögen (wogegen ja grundsätzlich nichts einzuwenden ist), beschäftigen sich nur gegenseitig mit sich selbst. Kommunizieren nur auf ihrem «Niveau», was für mich heißt, dass man keine Chance hat «mitzureden», wenn man nicht das gleiche z.B. IT-Wissen mitbringt, nicht die gleiche politische Gesinnung vertritt, nicht die gleichen Camps besucht hat, etc..
    Mag sein, dass das etwas überspitzt formuliert ist, aber auf mich wirken die «meisten» deutschen Blogs (die wenigen, wie erwähnt — deshalb nicht repräsentativ -) sehr attitüdenhaft. Das finde ich extrem schade!

    Ich hatte mir von Blogs erhofft, im Gegensatz zu den sogenannten «etablierten» Medien, dass hier ein echter Austausch stattfinden kann. Natürlich gibt es das auch. Wie so oft, besonders im Anglo-Amerikanischen Raum. Viel mehr als bei uns. Und das liegt m.E. an der Haltung der Leute, dass man grundsätzlich jeden (einigermaßen geraden) Gedanken als Bereicherung empfinden kann.
    So finden sich, über kurz oder lang, in den meisten Blogs (den wenigen :-)) die gleichen Kommentierer und man kocht in «seiner Suppe».
    Viele Blogs, was den Austausch betrifft, empfinde ich deshalb als sehr langweilig. Und das ist aber doch, was für mich ein Blog ausmachen sollte. Irgendjemand stellt seine Gedanken zur «Disposition» und sagt. «Nun mal los, ihr Menschen da draußen».

  9. Gerriet sagt:

    Also ein Blog ist keine Weiterentwicklung eines Forums, das ist totaler Quatsch, sorry. In einem Forum ist meist in Katagorien unterteilt zu einzelnen Themenpunkte.

    Ein Blog ist halt ein Web Tagebuch, das kann man mit Bildern füllen oder halt mit blabla gedöns oder wiederum mit ernsthaften Artikeln.

    Mir gehen auch diese Web 2.0 gedanke auf den Senkel, der ganze gedöns über Social Media etc.Diese FaceBook Geschichten sind meist nur dafür da, andere Leute die Daten aus der Nase zu ziehen.

  10. […] Übers Bloggen (18): Was ist Bloggen? Zu den Kommentaren Bei F!XMBR hat Chris die interessante Frage aufgeworfen, was dieses Bloggen eigentlich ist. […]

  11. phoibos sagt:

    Also ein Blog ist keine Weiterentwicklung eines Forums, das ist totaler Quatsch, sorry. In einem Forum ist meist in Katagorien unterteilt zu einzelnen Themenpunkte.

    1. ist ja nicht das einzige, was ich schrieb.
    2. was ist denn eine tag-cloud denn groß anderes? wie in den foren, als sie sich im auflösen begriffen sahen (damit meine ich die foren der dunklen seite des netze, die sich kurzfristig zu «laberforen» entwickelten, um dann zu sterben oder in agonie der ewiggestrigen dahinzuvegetieren) ist auch im blog jeder beitrag tot, sobald er auf die zweite seite rutschte. wahrhaft interessierte blättern vielleicht weiter, ein paar werden über alte links dort hingeschickt und ein paar ganz wagemutige nutzen die suche.

    das blog als tagebuch? mmm, vielleicht bei der katzenfraktion und bei den leuten, die mal in foren die signatur hatten, «träume nicht dein leben, lebe deinen traum». ich denke, für viele ist es mehr. ihr sprachrohr nach draussen, die suche nach aufmerksamkeit. auch eine demonstration dessen, dass jeder einzelne etwas zu sagen hat und nicht nur darf — ganz im sinne der redefreiheit. die paar von mir frequentierten blogs zeichnen sich durch gesellschaftliches engagement (so wie es oli auf seinen blog in maßen und chris und er hier tun) oder durch fachwissen, dass sie einer breiteren öffentlichkeit mitteilen wollen (so wie praegnanz, olis blog, …).dinge also, die früher auch in foren stattfanden — dort leider und hier gewolltermaßen immer die diskussion (wenn sie denn stattfindet) initiierend. jedoch denke ich, dass dergleichen weit über ein «tagebuch» hinausgeht. tagebuch ist etwas, das privatim stattfindet — blogs sind gewollt öffentlich. wer etwas seinem tagebuch anvertraut, möchte, dass es dort bleibt. wer ein blog betreibt, will — zumeist — die diskussion, sofern er sich dieser stellen will. kommentare sind deaktivierbar oder ignorierbar. jedoch ist der wunsch nach öffentlichkeit diametral einem tagebuch entgegengesetzt.

    warum ich blogs überhaupt mit foren vergleiche? ich denke, es gibt eine evolution der vernetzten kommunikation. wie auch die gesellschaft, verindividualisiert man sich zusehends — es gibt menschen, die auch von einer vereinzelung reden, was ich aber etwas negativ konotiert finde.

    was blogs mit einem tagebuch vergleichbar macht, ist der dialog. bei einem tagebuch ist der dialog selbstreferentiell und egozentrisch. in einem blog ist der dialogpartner hingegen eine anonyme masse aus ip-adressen und ein paar — mit glück! — kommentatoren. es gibt ein paar kommentatoren, die antje treffend als lagerkultur beschreibt, die in ihren kreisen bleiben. und ein paar, die hier und dort mal spuren hinterlassen. aber entwickeln sich so echte beziehungen zwischen bloggern und den lesern? ich finde, alles geht in einem brei der beliebigkeit unter, in einem nebel der kommunikationswolke internet. es fehlt auch ein bißchen die verlässlichkeit, jeder kommentator kann jeden namen annehmen. in foren waren zumindest die stammnutzer immer identifizierbar. gut, oli und chris könnten mich anhand meiner paar ip-adressen identifizieren oder anhand meines stils, aber wüsstet ihr, wenn ich meinen nächsten kommentar als apollon tätige, dass dieser mit phoibos identisch ist? ich könnte hier einen budenzauber veranstalten und nur die besitzer der publikation wissen (besser: können in erfahrung bringen), dass ich ein und die selbe person bin. gut, in foren gabs auch die üblichen verdächtigen, die mit mehreren accounts unterwegs waren, jedoch war es damals imo viel schwieriger, als es heute ist.

    Mir gehen auch diese Web 2.0 gedanke auf den Senkel, der ganze gedöns über Social Media etc.Diese FaceBook Geschichten sind meist nur dafür da, andere Leute die Daten aus der Nase zu ziehen.

    letzteres ist unbestritten. ersteres ist für mich eher der wunsch nach einer gewissen verlässlichkeit der diskussionspartner. und dient auch in maßen der selbstdarstellung und des schwanzvergleiches. inhalte, die es wert wären, so genannt zu werden, werden dort nicht generiert. die findet man im webzwonull in einigen blogs. jedoch leider mit wenig qualifizierten feedback. ich wundere mich häufig bei blogs, woher die publizierenden die energie nehmen, mich mit inhalten zu versorgen (ich bin nämlich auch schon in foren einer gewesen, der selten initiativ tätig wurde). aber ich freue mich letzlich über jedes blog, auch wenn ich bestenfalls ein dutzend kenne.

    ciao
    phoibos

    ps: eine weitere unzulänglichkeit von blogs gegenüber foren ist der fehlende bb-code (und ja, ich bin zu doof für die xhtml-tags :D).

  12. phoibos sagt:

    @chris: «Könnten wir hier aber solche Sprüche lassen?«
    einen hab ich noch: bist du jetzt ein a– oder pro-blogger, seitdem du auch von der presse beanspruchst wirst? 😀

  13. Chris sagt:

    Nene, unsere kleine private Publikation hier…

  14. DerKlaus sagt:

    Blogs haben durchaus auch ihre Vorläufer in der guten alten Druckwelt: die Fanzines für Musik, Comic und Fußball hatten teilweise eine ähnliche Attitüde. Das elektronische Publizieren demokratisiert aber halt radikal die Darstellung, d.h. gutes aussehen ist sache des Kennens (von den berühmten Computerfreunden) oder des Könnens.

  15. Gerriet sagt:

    na einige haben diesen Blog auch als «Blödellbabberecke» bezeichnet *gg ja das einige Foren der «dunklen Seite» zu laberforen wurden, hab ich mitbekommen, bin selbst in einem Mitglied …

    tschööö

    Bogus

  16. Hans sagt:

    Darauf gibt es fast so viele Antworten wie Blogs — könnte man pointiert sagen. Dem ist nicht so, aber es gibt sicher sehr viele Ansichten dazu, wie schon allein die Kommentare hier zeigen.
    Die Anfänge des Bloggens habe ich selbst nicht mitgemacht, bin erst viel später eingestiegen; wäre sicher in diesem Zusammenhang hilfreich, mal zurück zu gehen und darzustellen, was daraus geworden ist. Da fällt vielleicht auch die Beschreibung des eigenen Standpunkts zu diesem Thema leichter.
    Lässt man mal das Thema eines Blogs aussen vor, reduziert sich die Frage auf den Antrieb des Einzelnen, sich — zu welchem Thema auch immer — im Web zu äußern bzw. etwas im Web zu schreiben.
    Wenn Du den Artikel nur aus Deiner Sicht schreiben musst, ist es eigentlich doch simpel, die Gründe zu beschreiben. Wenn es ein ‘Rundumschlag’ sein soll, dann war das Versprechen bis Freitag sicher nicht ‘Größenwahn’, aber doch sehr ambitioniert. :-) Schreibs erst mal Deiner Sicht und liefere in einem späteren Artikel den Rundumschlag nach. 😉

  17. Cartagena sagt:

    Bloggen ist… Schreiben. Das passiert einfach, und der ganze Rest, Gedanken, Teilhabe, Befriedigung, Entlastung, diverse Emotionen passieren auch einfach, nebenbei.

    Entschuldige, aber ich bin so eindimensional 😉

    Hast Du ein Wortlimit? 😉

  18. Georg sagt:

    Es scheint mir als gäbe es zwei Wirkungsrichtungen von veröffentlichten Äußerungen im Internet:

    Zum einen die Außenwirkung, dass heißt der «publizistische» Anteil der Beiträge. Dabei ist der Wunsch nach öffentlicher Diskussion der veröffentlichten Themen sicher unterschiedlich groß. Denn — es gibt noch die Innenwirkung des Bloggens.
    Diese besteht meiner eigenen Selbstwahrnehmung darin, dass allein die Möglichkeit, oder der Wille etwas zu veröffentlichen (und ich bin mir nicht sicher wie wichtig dabei z.B. der Unterschied zwischen Blog und Forum ist) eine intensivere, präzisierende Auseinandersetzung mit Themen des Tages fördert. D.h. der Akt des Schreibens, oder des Planens eines Beitrages bedeutet für den jeweiligen Autor einen mehr oder minder großen reflexiven Aufwand, der im Endeffekt immer in einer gewissen Erkenntnis mündet — so wie Shaw’s Pygmalion nicht nur das Hoch-Englisch erlernte, sondern mit der Sprache auch eine andere, selbstbewusstere Eigenwahrnehmung erlangte. Wenn einem dieser Aspekt genügt, kann man auf eine breite Leserschaft auch verzichten, d.h. sich weniger oder gar nicht um die Außenwirkung kümmern.

    Georg

  19. Anonymous sagt:

    Zur Zeit scheint Bloggen in erster Linie Beschäftigung mit sich selbst zu sein…

  20. Cartagena sagt:

    Das klingt gerade so, als sei das ausschließlich negativ. Ich nehme das mit der Eindimensionalität in meinem vorherigen Kommentar zurück.

  21. […] stellt sich auf F!XMBR die Frage alle Fragen: Was ist Bloggen? Nun abseits von der semantischen Analyse, die da von einer Art Kreuzung aus Tagebuch und WWW […]

  22. SheephunteR sagt:

    Eine ausführliche Form des Microbloggens.

  23. […] stellt sich auf F!XMBR die Frage aller Fragen: Was ist Bloggen? Nun abseits von der semantischen Analyse, die da von einer Art Kreuzung aus Tagebuch und WWW […]

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