Aktion 15: 15% für Ärzte

Via Politisch Korrekt und Spiegel Online bin ich darauf aufmerksam geworden, dass unsere Halbgötter in Weiß mal wieder auf hohem Niveau jammern. Nun ist es okay, wenn Lobbyorganisationen wie zum Beispiel das HIPPOKRANET ihre Forderungen an die Politik stellen. Wenn aber auf unsägliche Art und Weise auf die SPD und die Gesundheitsministerin eingeschlagen wird, unreflektiert, einseitig, dann muss man hinterfragen, welches Spiel hier wirklich gespielt werden soll. Ich gehe nicht davon aus, dass unsere Halbgötter in Weiß wirklich so dumm sind und ausblenden, dass alle so genannten Gesundheitsreformen der letzten Jahre sowohl von der SPD als auch von der Union beschlossen und umgesetzt worden — selbst unter Rot-Grün, bei Unionsmehrheit im Bundesrat. Dieses einseitige Einschlagen auf die SPD lässt also nur einen Schluss zu: Hier soll nicht zum Wohl des Patienten gekämpft werden, sondern Politik der Besserverdienenden betrieben werden. Das sollte die kritische Öffentlichkeit nicht durchgehen lassen. Wir sehen hier nichts anderes als Besserverdienende pro Union und FDP. Dass diese parteipolitischen Dinge nun in die Arztpraxen getragen werden, sagt eine Menge über unsere Halbgötter in Weiß aus.

Die Gegenforderungen von F!XMBR:

  • 15% vom aktuellen Honorar für die Doktoren der Politik, die an der Aktion 15 teilnehmen. Das reicht.
  • Die Honorarkürzung sollte auf 15 Monate begrenzt, danach neu verhandelt werden.
  • Das eingesparte Geld sollte in 15 marode Kliniken und an die schwächer Gestellten der Gesellschaft fließen.
  • Parteipolitik hat in Arztpraxen nichts zu suchen. Die Ärzte missbrauchen hier offensichtlich das Vertrauensverhältnis zum Patienten. Die Politik sollte schleunigst 15 Gesetze gegen diesen Missbrauch beschließen.

Es wird ausdrücklich betont, dass sich diese Aktion nicht gegen die Ärzte generell wendet, sondern einzig gegen die, die hier offensichtlich Lobbyismus und Politik auf dem Rücken der Patienten ausüben.

Plakat: Satirische Verfremdung durch F!XMBR. Arzt-Bild: Midnight-digital | CC-Lizenz.

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22 Antworten zu “Aktion 15: 15% für Ärzte”

  1. Anonymous sagt:

    Ulla Schmidt ist untragbar.

    Das allein rechtfertigt die Altion der Ärzte.

  2. Jan sagt:

    Chris, wieviele Ärzte kennst du so gut, daß deine Attribute «Halbgötter in Weiß..», «auf hohem Niveau jammern..» mehr als mediales Nachgeplapper sind? Was genau weißt du über die Leistung, Verantwortung, Belastung, Arbeitszeit und die realen Stundenlöhne jener deren Einkünfte derzeit bevorzugt und plakativ per Jahres-Bruttoeinkommen kolportiert werden?

    Keine Frage, die kritisierte Kampagne ist arm, ein eher dilettantisches Pamphlet einer (imho) nicht repräsentativen Gruppe. Wenn man gewillt ist mal hinzukucken und nicht nur miteinzustimmen, dann wird man sich von Pauschalisierung und Sippenhaft — welche aus deinen pejorativen Gemeinplätzen sprechen — verabschieden müssen.. klar, ist dann halt nicht mehr so schön schwarz/weiß.

    Hippokranet, Kassenärztliche Vereinigung, $irgendeine Arzt-Lobbygruppe != Ärzteschaft. Das gilt ganz allgemein für den derzeit wirbelnden Spin aka «Arzt = Schmarotzer auf unser aller Kosten». Die Sau die da medial durch Dorf getrieben wird ist eine Nebelkerze erster Güte.. die Leckströme unseres Gesundheitssystems sind wirklich wo anders zu suchen. Um H.Rether zu zitieren: «Wir hauen auf den Sack, obwohl wir den Esel drunter meinen..«
    Gruß, Jan

    ps.: Nein, bin nicht Arzt. Habe aber genug Ärzte im unmittelbaren privaten Umfeld um der allgemeinen Meinungsmache zum Thema einigermaßen fundiert entgegentreten zu können.. und zu wollen.

  3. Chris sagt:

    Leute, hier ist nicht die BILD-Zeitung. Neben den Bildern gibt es auch etwas zu lesen…

    Es wird ausdrücklich betont, dass sich diese Aktion nicht gegen die Ärzte generell wendet, sondern einzig gegen die, die hier offensichtlich Lobbyismus und Politik auf dem Rücken der Patienten ausüben.

    Beide obige Kommentare ausnahmsweise freigeschaltet…

  4. phoibos sagt:

    ich finde, das ärztliche wartezimmer soll eine gleiche ideologie-freie zone wie die schule sein: keine parteipolitik im wartezimmer, keine zeugen-jehovas-propaganda oder anderer sekten, keine gutscheine für verarschungsprodukte (egal ob es um joghurts, kosmetika, bioenergetischen sonstwas, kupferarmbänder, etc pp handelt).

    ciao
    phoibos

  5. Anonymous sagt:

    @Chris:

    > Neben den Bildern gibt es auch etwas zu lesen…
    Ja, und darauf bezog ich mich ja auch..

    > …hier ist nicht die BILD-Zeitung
    Dann wäre es hilfreich nicht auf Bild Niveau zu verallgemeinern ..
    Zur Kampagne/Plakat bzw. ihrem Austragunsort:

    Würde mir im Wartezimmer wohl auch sauer aufstoßen.. aber nicht weil Wartezimmer, sondern wegen des latent hetzerischen Stils und den fragwürdigen Aussagen. Aber diese panne Kampagne mal beiseite gelassen, kann ich die Rufe nach einem generell Politik/Meinungs-freien Wartezimmer nicht nachvollziehen: Wo wenn nicht genau dort?
    Aus den Medien erfährt der liebe Beitragserhöhungsträger ja nur das was er gefälligst meinen soll.. Kamelhaardecken Propaganda der Politik und den wirklich einflußreichen Lobbygruppen.. seis Pharma, Kassen, oder sonstwer in der Größenordnung. Gehen die Ärzte dann mal auf die Strasse, ist der Unterton i.d.R. «Besserverdiener wollen noch mehr..» und es kommt im selben Beitrag mit Garantie $irgendein Beispiel für während des Streiks zu kurz gekommen/unterversorgte Patienten. Kurz: Arzt böse und gierig, Patient arme Sau..

    Ja, der (Kassen)Patient ist heutzutage eine zunehmend arme Sau, aber nicht wegen einer angeblich gierigen Ärzteschaft. Die Probleme unseres Gesundheitssystems wurzeln Jahre und Legislaturperioden zurück, die Schuld trägt nicht nur die aktuelle Regierung und Gesundheitsministerin, sondern genau so ihre diversen Vorgänger.. Vor den Lobby Schwergewichten (Pharma & Kassen) haben sie noch alle den Arsch eingekniffen (finde O-Ton Eingeständnis von Seehofer(!) zum Thema positiv Liste und Einknicken vor Pharma Lobby leider gerade nicht), vor dem Resultat stehen wir heute.

    Wenn du unverdientes / ungerechtfertigtes / fehlgeleitetes Geld aus dem großen Topf Gesundheitssystem neu verteilen willst, dann kuck doch erstmal wer sich für welche Leistung daraus bedient.. frag dich z.b. woher die exorbitanten Gewinne der Pharma stammen, wieviel es kostet den Verwaltungs-Overhead von weit mehr als 200 Kassen am Leben zu erhalten, usw..

    Gruß, Jan (Kassenpatient)

  6. Chris sagt:

    Wo wenn nicht genau dort?

    Weil ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Patient und Arzt besteht. In der Schule oder anderen Bildungseinrichtungen ist es auch untersagt. Ähnlich verhält es sich in Arztpraxen — dort ist die Abhängigkeit vielleicht sogar noch größer.

    Der Rest mag alles richtig sein — oder auch nicht…

    Zum Letzten noch einmal: Ich habe nicht Ärzte allgemein angesprochen.

  7. Jan sagt:

    @Chris:

    > Weil ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen Patient und Arzt besteht. In der Schule oder anderen Bildungseinrichtungen ..
    Du willst die Situation Schule, also incl. Mündigkeit/Diskursfähigkeit & Alter der Adressaten sowie Wahl(un)freiheit der Institution mit dem Wartezimmer/Praxis vergleichen? Würde sagen der Vergleich ist schlicht falsch.

    Ein Abhängigkeitsverhältnis in der Form, daß der Patient einer gesundheitspolitischen Stellungnahme des Arztes in dessen Praxis schutzlos ausgeliefert wäre, besteht sicher nicht. Die Adressaten/Patienten sind mündig, ein Arztwechsel im Dissenz-Fall auch für Kassenpatienten möglich. Warum sollte es dem Arzt also verwehrt sein, innerhalb seines «Betriebes» zu Fragen, die das Arzt-Patienten Verhältnis direkt betreffen, Stellung zu beziehen? Gerade dort kann ich ihn darauf ansprechen, und gerade dort kann ich im Zweifelsfall mitteilen was ich davon halte.. incl. der Option dann künftig die Dienste eines Kollegen in Anspruch zu nehmen.

    Ich wünschte das könnte man face to face mit Politikern oder anderen «Entscheidern» von denen unser tägliches Leben abhängt.

    Gruß, Jan

  8. Jan sagt:

    Nachtrag zu erwähtem Seehofer Statement:

    Habs gefunden: Seehofer zum anhaltenden Sieg der Pharma Lobby Ein erstaunlich offenes Statement zum (u.a. eigenen) Versagen der Gesundheits-Politik(er). Nur ein Aspekt zur Frage «wer bekommt eigentlich was und wofür aus dem Gesundheits-Pott..». Ein Baum, der — allein ob des schieren Volumens an Geld welches da privatisierend der Allgemeinheit entzogen wird — auffallend selten angebellt wird.

    lg, Jan

  9. phoibos sagt:

    Du willst die Situation Schule, also incl. Mündigkeit/Diskursfähigkeit & Alter der Adressaten sowie Wahl(un)freiheit der Institution mit dem Wartezimmer/Praxis vergleichen? Würde sagen der Vergleich ist schlicht falsch.

    keinesfalls. ich kenne sehr viele menschen fortgeschrittenen alters, die von ihren medizinheinmücks über den tisch gezogen wurden. denen wurde alles mögliche angedreht. du darfst nicht vergessen, dass die weissbekittelten psychologisch bereits einen massiven vertrauensvorschuss bekommen.

    ciao
    phoibos

  10. Hausarzt sagt:

    1. Es geht nicht nur um die Interessen der Ärzte, sondern auch um die Interessen der Patienten. Warum dürfen wir also die Patienten nicht darüber informieren, wenn eine Partei die Interessen der Patienten mit Füßen tritt? Von wegen SOZIAL!!!
    2. Auch für Ärzte gilt Artikel 5 des Grundgesetzes — MEINUNGSFREIHEIT
    3. Die Gewerkschaften setzen Ihre Forderung auf Kosten der GESAMTEN Gesellschaft durch. siehe Lokführerstreik. Da ist es in Ordnung??
    4. Politiker kämpfen untereinander mit viel härteren Bandagen als die Ärzte mit der Aktion 15
    5. So sehen Ausländer die Situation. Auszug aus einem Leserbrief an die Hamburger Morgenpost:
    „Als Halb-Engländerin kann ich sagen, dass die Deutschen spinnen. Sie zahlen ihrem Hausarzt für drei Monate nicht einmal 50 Euro pauschal pro Patient — und beklagen sich dann, dass dieser aus Not versucht, an anderer Stelle einen Zuschuss zu kassieren. Dann nennt man ihr Raffke wie einen gierigen Bankmanager“, schrieb die Leserin in einem Leserbrief, den die „Morgenpost“ heute abdruckte.
    Für 50 Euro mache ihrer Meinung nach kein deutscher Handwerker auch nur einen Finger krumm. „Wird in Deutschland ein Krieg gegen die Ärzte geführt?“, fragt sie in dem Brief. Wenn es so sei, könnten die Briten sich über noch mehr auf deutsche Kosten ausgebildete Mediziner freuen.

  11. phoibos sagt:

    @ 1: wo waren eure informationen zu zeiten blüms? und warum jetzt die spd, aber nicht die cdu hängen? das ist einseitig…

    @ 2: jemand, der von beruf oder auch von berufung arzt ist, darf natürlich seine meinung haben. aber er sollte seine vertrauensposition nicht ausnutzen dürfen — wie auch beamte im dienst.

    @ 3: was hat das mit der thematik zu tun? die ärzte sollten eher dafür sorge tragen, dass die pharmalobby mal ‘nen gang zurückschaltet. den patienten oder das solidarsystem zu belasten, ist keine maßnahme.

    @ 4: ganz tolle rechtfertigung…

    @ 5: es gibt keinen krieg gegen ärzte. hier gibt es nur etwas haue für eine kleingeistige aktion 😉 hinzuverdienen können ärzte gerne etwas. aber bitte nicht auf kosten der patienten! siehe uke-herzklappen-skandal, medikamenten-vergabe, unnützer medo-tand, behandlungsmethoden fragwürdiger effizienz, … mein zahnarzt verkauft in seiner praxis auf zahnputzsysteme einer firma. er sagt mir, die kann er empfehlen, es gäbe aber auch den nachbau einer $discount-billigmarke, die aber nich so gut feinstufig sei. das finde ich keine abzocke. wenn mir der arzt aber aspirin aufschwatzt, weil es besser als herz-ass sei (nur mal zwei allerweltsmedikamente genannt, die wohl jeder einordnen kann), das ist abzocke! wenn die krankengymnastiktrulla einer 85-jährigen ein angorapulswärmer mit «silbernanofäden aus der weltraumforschung» gegen athritis verkauft oder gar kupfer/magnet/kristall-armbänder, das ist abzocke!

    ciao
    phoibos

  12. […] Es gibt Neues zu der Aktion 15: 15% für Ärzte. […]

  13. Martina sagt:

    Oh mein Gott, welch ein Drama! Offensichtlich scheinen hier viele der Kommentatoren gar nicht zu begreifen, dass an unserem Krankensystem etwas ganz gewaltig in die Schieflage gerutscht ist.

    Ich hatte einige Jahre als studentische Aushilfskraft und später als Festangestellte in zwei Ärzteverbänden gearbeitet. Damals ging es um die Einführung der GOÄ, besser, deren Überarbeitung. Und in diesem Zusammenhang bekam ich einige Briefe von Ärzten zu lesen. Welch ein Wehklagen, welch ein Jammern — besonders, wenn in diesen Briefen darauf hingewiesen wurde, mit welchen finanziellen Einbußen man nun leben müsse. Die Häuser (!!!) könnten demnach bald nicht mehr finanziert werden usw.

    Ich komme aus einer Medizinerfamilie, die ich zu 90% von diesen «Bedürfnissen» ausnehme. In meinem entfernteren Bekannten-/ Verwandtenkreis sind aber viele, die ihren Beruf nur deshalb ausüben, weil sie um die Einnahmen daraus wissen. Warum wollte der junge Bekannte unbedingt Schönheitschirurg werden? Warum hatte der eine soviele Wohnungen und Garagen in Berlin, der als Privatdozent an einer Uniklinik wirkte?

    Ich leide seit Wochen an einem heftigen einseitigen Lidödem, das nicht weggehen will. Gestern war ich wieder bei der Augenärztin, nur um vor einer verschlossenen Tür zu stehen (Hinweis: Geschlossen wg. Abrechnung). Als Kassenpatientin bekomme ich im Akutfall keinen Termin; ich solle in die Notfall-Stunde kommen, aber wann ich dran käme, könne man mir nicht sagen — hieß es und heißt es noch immer.

    Okay, das sind meine Erfahrungen — aber aus meiner Tätigkeit in den beiden Verbänden weiß ich, dass gerade die Geringverdiener unter der Medizinerschaft von den Lobbyisten dazu verwendet wird, über die Nachteile der Gesundheitsreform hinzuweisen. Sie werden wie ein Schild vor den Verbänden her getragen, während die Lobbyisten und die Verbandoberen sich in Watte gebettet fühlen.

    Ärzten per se geht es nicht schlecht. Schlimm ist es um die jungen Mediziner gestellt, die aus einem Idealismus heraus sich für diesen Beruf entschieden haben. Aber ihnen traue ich zu, sich eine gute «Klientel» zu verschaffen — nämlich spätestens dann, wenn sich die Patienten bei ihnen gut behandelt fühlen und nicht von irgendwelchen Pharmagetriebenen IGEL-Leistungen ausgenommen fühlen.

    Betroffen sind meist Allgemeinmediziner oder sog. Hausärzte. Sie haben «Dienstleistungen», die nur marginal abgerechnet werden. Sie haben keine große Möglichkeit, über IGEL sich weitere Einnahmequellen zu erschließen. Sie sind es, die zu Hausbesuchen gerufen werden… sie sind diejenigen, die unter der Reform «wirklich» leiden — aber es gibt ja da noch die diversen Impfaktionen.…

    Nur — wer ist daran schuld? Nicht allein die Politik, sondern auch, wie schon angeschnitten, die Pharmaindustrie.

    Erst wenn sich die Mediziner wieder auf ihre Kenntnisse berufen, auf das Erlernte, was die Heilung (!!!) und nicht nur die Beseitigung von Syntomen anbelangt, sie nicht mehr allein der Pharmaindustrie vertrauen, sondern dem faktisch Erlernten — dann wird es ihnen sicherlich besser gehen! Und dann wäre auch das Jammern nicht mehr so groß, weil nämlich sich dann ganz schnell die Spreu vom Weizen trennen würde.

  14. Chris sagt:

    Es gibt Neues zu dem Thema

    @Jan: Selbstverständlich besteht zwischen Arzt und Patient ein besonderes Vertrauens– und Abhängigkeitsverhältnis. Das wird auf schäbige Art und Weise ausgenutzt. Und was die Pharma-Lobby angeht, sollten die Ärzte erstmal vor der eigenen Tür kehren — schließlich lassen sie sich auch kaufen. Generationen von gescheiterten Biologie-Studenten verdingen sich als Pharmareferenten..- 😉

    @Hausarzt:

    1. Einseitige, fast schon hetzerische Politk hat im Wartezimmer nichts zu suchen. Ich wiederhole mich: Die so genannten Gesundheitsreformen wurden auch von der Union beschlossen, selbst unter Rot-Grün. Mal anders argumentiert: Ohne die Union hätten wir dieses Chaos nicht. Und auch hier: Selbstverständlich besteht zwischen Arzt und Patient ein besonderes Vertrauens– und Abhängigkeitsverhältnis. Das wird auf schäbige Art und Weise ausgenutzt.

    2. Das gleiche gilt für meine Person — nur besteht zwischen Ihnen und mir kein Vertrauens– und Abhängigkeitsverhältnis.

    3. Ja, ich wäre in vielen Dingen sogar für einen Generalstreik. Leider in Deutschland nicht machbar. Damit wäre auch die Pharma-Lobby beizukommen…

    4. Nachts ist es kälter als draußen…

    5. Siehe oben, Antwort von phoibos.

    @Martina: Danke für diesen Kommentar… :)

  15. Herr Kaliban sagt:

    Mal abgesehen davon, dass die Aktion natürlich einseitig und in sich schwachsinnig ist — als SPD-Fanboyblog pauschal zurückzuschießen, macht die Sache auch nicht direkt besser. Ahem.

    Eine gesellschaftliche Gruppierung hat das Recht, mit dem Finger auf Politiker einer Farbe zu zeigen, wenn deren Aktionen (gefühlt oder echt) die Existenzgrundlage für die Gruppierung gefährden.

    Die Spielezeitschrift PC Games hat ihre Leserschaft vor einiger Zeit offensiv daraufhingewiesen, dass mit einer Stimme für die CSU die Kräfte in der Gesellschaft gestärkt würden, die Spieler stigmatisieren. [siehe hier: Ich wähle keine Spielekiller — Petra Fröhlich kämpft fürs Image der Computerspieler]

    Das ist letztendlich genau das gleiche.

  16. Hausarzt sagt:

    @Phobios:
    1. Zur Zeiten Blüms war ich noch nicht ärztlich tätig. Den Schuh ziehe ich mir nicht an.
    2. Wir sind keine BEAMTEN. Da ist ein Verbot von politischen Meinugsäußerungen rechtlich geregelt. In der ärztlichen Berufsordnung gibt es kein Verbot. Wir nutzen unser Vertrauensverhältnis nicht aus. Die Patienten ZWINGEN uns jeden Tag in eine Diskussion über die Gesundheitspolitik und prangern die Missstände an. Wenn wir Hausärzte und Patienten unter den Folgen dieser Politik leiden ist es unser Recht und auch unsere Pflicht die Verantwortlichen beim Namen zu nennen.
    3. Zitat: «Herzklappen-Skandal, kleingeistige Aktion, behandlungsmetoden fragwürdiger Effizienz».
    Alles in einen Topf und einmal kräftig umrühren. Das nenne ich undifferenzierten Populismus.
    4. Zitat: «wenn mir der arzt aber aspirin aufschwatzt, weil es besser als herz-ass sei (nur mal zwei allerweltsmedikamente genannt, die wohl jeder einordnen kann)».
    Da haben Sie wirklich keine Ahnung. Ich kann Ihnen viele Beispiele nennen, in denen es deutliche — laborchemisch bewiesene — Unterschiede in der Wirkung zwischen Originalpräparat und Nachahmerpräparat gab. Ein Medikament besteht nicht nur aus dem Wirkstoff alleine. Die «Begleitinhaltsstoffe» eines Medikaments sind entscheidend für die Pharmakokinetik eines Medikaments. Das gibt es zwischen Originalpräparat und Nachahmerpräparat teilweise deutliche Unterschiede.
    5. Pharmalobby. Lieblingsthema der Populisten. Tatsache ist, dass in Deutschland die Medikamente vor allem deswegen teurer sind, weil diese mit 19% MwST versteuert werden. Diese harte Besteuerung ist in Europa fast einzigartig. Selbst Lebensmittel werden nur mit 7% versteuert. Durch diese Besteuerung wird dem Gesundheitssystem vom Staat 4.500.000.000 Euro pro Jahr entzogen und zweckentfremdet. Vielleicht ist das der Grund, warum der Staat — genauso wie bei den Zigaretten — nicht knallhart durchgreift???
    Im übrigen schafft die Pharmaindustrie nicht unerheblich Arbeitsplätze.
    Warum halten sich Pharmaunternehmen nicht an Preisbindungen, obwohl in der Folge das Medikament vom deutschen Markt verschwindet? Ganz einfach, weil dann die ganze Welt im deutschen Großhandel bestellt, weil es hier am günstigsten ist! Früher sind Arbeitnehmer wochenlang krankgeschrieben worden, weil Sie eine Magenschleimhautentzündung oder Magengeschwür hatten. Zum Teil wurden diese Patienten sogar operiert. Durch die Erfindung der Protonenpumpenblocker sind die Patienten jetzt nach 2–3 Tagen wieder fit. Rechnet mal aus, was eine Woche Arbeitsunfähigkeit der Gesellschaft kostet. Das Medikament kostet 12.83 Euro.

    @CHRIS
    Eine überpointierte politische Meinungsäußerung ist noch lange keine Hetze.
    Ich nenne es Hetze, wenn das SPD-Organ «Hamburger Morgenpost» und andere Medien, Vorkasseaktionen reißerisch aufmachen und versuchen einen ganzen Berufsstand zu verunglimpfen, obwohl nur 2 Fälle (aus Existenznot passiert) nachgewiesen wurden. Bei 140.000 niedergelassenen Ärzten.

    @MARTINA
    Zitat:
    «Gestern war ich wieder bei der Augenärztin, nur um vor einer verschlossenen Tür zu stehen (Hinweis: Geschlossen wg. Abrechnung). Als Kassenpatientin bekomme ich im Akutfall keinen Termin; ich solle in die Notfall-Stunde kommen, aber wann ich dran käme, könne man mir nicht sagen — hieß es und heißt es noch immer«
    1. Es gibt einen geregelten ärztlichen Notdienst, wenn die Praxis geschlossen ist. Wir können ja nicht rund um die Uhr arbeiten, oder doch?? Und Notdienst auf Termin???? Das ist doch nicht Ihr Ernst. Die Betonung liegt auf NOT!! Das ist keine erweiterte Sprechstunde.
    2. Terminvergabe. Ich habe eine reine Wartepraxis ohne Terminvergabe. Allerdings ist die Terminvergabe in Facharztpraxen eine Folge der Budgetierung und damit der Politik, denn bestimmte Leistungen von Fachärzten werden bei Budgetüberschreitung nicht mehr bezahlt und dann werden Termine für das nächste Quartal gemacht. Oder wird jetzt auch noch erwartet, dass wir vollständig umsonst arbeiten??? Wenn Sie beim Bäcker für 5 Brötchen bezahlen, verlangen Sie auch keine 8 Brötchen, oder?

  17. Oliver sagt:

    @hausarzt,

    >Durch die Erfindung der Protonenpumpenblocker sind die Patienten jetzt nach 2–3 Tagen wieder fit. Rechnet mal aus, was eine Woche Arbeitsunfähigkeit der Gesellschaft kostet.

    Früher auch schon, z.B. zu Blüms Zeiten, sie mußten es einfach sein. Viele Ärzte haben leider keinen Schimmer einer Ahnung von dieser Realität, die sie da meinen zu behandeln. Aber ich stimme vollkommen zu, hier wird ein wenig pauschalisiert, dem städtischen Lokalkolorit entsprechend und eine paar schwarze Schafe mehr, insbesondere in Städten anzutreffen, als Stellvertreter für sämtliche Weißkittel genommen. Das Gefälle ist enorm, den massivsten menschlichen Einsatz findet man in ländlichen Gefilden, diese Ärzte dort sind die tatsächlichen Verlierer der Branche. Reden wir von letzteren? Ich glaube kaum …

    >Oder wird jetzt auch noch erwartet, dass wir vollständig umsonst arbeiten???

    Wie ich schon sagte, in ländlichen Gefilden gibts noch mehr Menschen die wissen warum sie einen solchen Beruf ergriffen. Und der Eid des Hippokrates ist heutzutage ohnehin keine Pflicht in der ursprünglichen Form mehr, die Erwartungshaltung ist also mehr marginal ausgebildet.

    >Wenn Sie beim Bäcker für 5 Brötchen bezahlen, verlangen Sie auch keine 8 Brötchen, oder?

    Wohl kaum — aber in diversen Berufsfeldern ist es längst usus mehr zu arbeiten als beim Gehalt ankommt. Nennt man Realität, Einsatz … Beruf kommt übrigens von Berufung. Und wo die Berufung nicht verinnerlicht ist sollte man über etwas adäquateres nachdenken, insbesondere bei Tätigkeiten mit hoher Verantwortung gegenüber anderen. Simpel, oder?

  18. Anonymous sagt:

    Chris,

    Du bist ein linker Depp.

  19. Anonymous sagt:

    Chris Depp

  20. Oliver sagt:

    >Du bist ein linker Depp.

    Da fühlen wir uns gar geadelt.

  21. Oliver sagt:

    Schau an ein Mediziner im geistigen Notstand — klappt wohl noch nicht so sehr mit dem Lesen (Moderation usw.)? :-)

  22. phoibos sagt:

    moin,

    hier mal ein update:
    Ärzte sind wieder wohlauf
    Kassenärztliche Verneinung

    ciao
    phoibos

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