adical — Blutblogging reloaded

Über die Blutblogger von adical habe ich schon das eine oder andere geschrieben. Ich war der festen Überzeugung, Cisco war ein Versehen, man hat sich bei adical schlicht und einfach nicht vorher mit dem Unternehmen auseinandergesetzt, man war entgegen den eigenen Anündigungen unprofessionell. Diese Vermutung wurde dann auch indirekt bestätigt durch eine Aussage von Johnny:

Oh, so ein Fall wird sicher wieder eintreten, ich gehe davon aus, dass es noch den ein oder anderen Kunden geben wird, den der ein oder andere Blogger für moralisch nicht vertretbar hält.

Das war offensichtlich eine Lüge (auch wenn im nächsten Satz relativiert wird) und ich habe mich gerirrt. //Nachtrag: Ich sehe gerade, besser Rene hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich in Johnnys Aussage ein nicht gesehen habe, was da gar nicht war. 😀 Sprich: Schon damals war klar, Cisco ist kein Versehen, es werden andere (war Yahoo schon in Verhandlung?) folgen. Schon damals wussten wohl die Beteiligten, wir nehmen Blutgeld von den Unterstützern des chinesischen Regimes. Ganz schlimm sowas. Naja, was tut man nicht alles für Geld.

Ob man es nun glaubt, oder nicht, mir persönlich ist gerade die Kinnlade runtergefallen — adical macht nun Werbung für Yahoo. Der kleine Scherz Blutblogger als Antwort auf den Scherz Blogfundi ist grausame Realität geworden. Dazu passend Heise von heute:

Inhaftierter chinesischer Dissident schließt sich Klage gegen Yahoo an

Der Journalist Shi Tao hat sich der Klage der Menschenrechtsorganisation World Organization for Human Rights USA gegen den Internetdienstleister Yahoo angeschlossen. Shi war im April 2005 wegen angeblicher Enthüllung von Staatsgeheimnissen zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden, da er per E-Mail behördliche Instruktionen für Journalisten weitergeleitet hatte. Zu seiner Verhaftung hatte Yahoo beigetragen

Aus einem früheren Artikel von Heise:

Reporter ohne Grenzen: Yahoo hilft chinesischen Strafverfolgern

Der Internetdienstleister [Anm.: Yahoo] habe auf Anfrage von Strafverfolgern eine IP-Adresse mitgeteilt, durch die eine missliebige Mitteilung auf den E-Mail-Account des Journalisten Shi Tao zurückverfolgt werden konnte

Mir ist ehrlich gesagt kotzübel, ich kann sowas gedanklich einfach nicht fassen. Da sind die Spielereien rund um Grimme Kinderkram gegen. Hier geht es um Menschenleben — und bevor jetzt wer rumschreit: Einen Dienst (zu oft) aufgrund mangelnder Alternativen nutzen und für etwas werben und damit Geld verdienen, sind zwei verschiedene paar Schuhe.

Das ist pures Blutbloggen!

Geld, welches in China verdient wird, kann hier in Deutschland in die Werbung investiert werden, um das Gewissen reinzuwaschen. Für die Top-Blogs der deutschen Blogosphäre muss man resümieren, es funktioniert. Der Fidel auf Kuba, der Mahmud im Iran oder der Kim in Nordkorea würden sich sicherlich auch über gute Presse freuen — und gut dafür bezahlen. Hey, wer nimmt Euch denn nun noch Eure lächerliche G8-Kritik ab? Werbebanner von Yahoo haben auf ihrer Homepage: Das BatzLog, Beetlebum, BILDblog, Bloggen für den Weltfrieden, de:bug, deutsche blogcharts, Dobschat, Die Fünf Filmfreunde, London Leben, Lummaland, MobileMacs, Netzpolitik.org, Nerdcore, Stefan Niggemeier, Phlow, Pop64, Popkulturjunkie, popnutten, Pottblog, praegnanz.de, PSP-Freak, retromedia.de, Mario Sixtus, Slidestone, Spreeblick, MC Winkel und wirres.net.

Man wirft mir ja manchmal vor, etwas direkt zu sein — sicherlich an der einen oder anderen Stelle berechtigt. Wer mich allerdings persönlich kennt, weiß, wie das eine oder andere gemeint, aufzufassen ist. In diesem Fall aber bin ich mal wieder völlig sprachlos, fassungslos. Nicht nur, dass laut Johnny so ein Fall nicht mehr eintreten sollte, auch die ganzen Lemminge, die einfach des schnöden Mammons wegen, folgen, ohne Nachzudenken, ohne die eigene moralische und ethische Integrität zu hinterfragen. Schämt Ihr Euch nicht? Ich sitz hier gerade wirklich, Kinnlade ist unten — man kann sich fetzen ohne Ende, kein Problem, wenn es dann z. B. um rechte Vollpfosten geht, und man zusammenhält wie im Fall PI, ist alles in Ordnung — aber da liebe Kollegen, da hilft auch keine Relativiererei, da geht es um Menschenleben…

SpOn — Zensur im Internet — Yahoo ist am schlimmsten

adical auf F!XMBR:

adical — Und die nächste Inzestveranstaltung?

adical, AAL, Datenschutz und andere Luftschlösser

Alice im Wunderland ?oder
adical in der Blogosphäre

adical startet — schlimmer als befürchtet

adical und die Hilflosigkeit

adical — wann und wie folgt der Relaunch?

adical — Eine Replik

adical — Warum Werber den Mund halten sollten

adical — Aus gegebenem Anlaß

Ein kleiner Nachtrag:

netzpolitik.org & Yahoo

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58 Antworten zu “adical — Blutblogging reloaded”

  1. Frank sagt:

    Um dem Ganzen noch eine groteske Krone aufzusetzen, verweise ich auf den aktuellen Artikel bei netzpolitik.org «Vergiss niemals, dass China noch immer eine Diktatur ist», in dem es explizit um Yahoo und seine Verstrickungen in massive Menschenrechtsverletzungen geht:
    Vergiss niemals, dass China noch immer eine Diktatur ist

  2. Chris sagt:

    Ich hab da mal TinyURL.com hinterlegt. Ich les da auf dem Firmenblog (Netzpolitik = Unternehmenspolitik) von Newthinking gar nicht mehr. Da hörts echt auf.

    Aber auch da werden genug Entschuldigungen gefunden werden und Angriffe auf meine Person, mein Privatleben kommen. Sie können halt nicht mehr anders…

  3. Dr.Dean sagt:

    Tja.

    Vergesst niemals, dass der closed shop Adical niemals auch nur im Ansatz versucht hat, Werbung zu zivilisieren.

    Das wäre wohl uncool.

  4. Alexander sagt:

    Also langsam hyperventiliert ihr hier, oder? … Man sollte schon mal ein bisschen den Populismus runterfahren, bei aller berechtigter und zu führender Diskussion. Aber ein wenig Respekt voreinander gehört schon dazu — was mir bei der «Berichterstattung» hier eindeutig fehlt.

  5. Chris sagt:

    Hier ist alles gut. Über die Art der Kritik wird hier nicht weiter diskutiert, über die Kritik selbst gerne. Wenn es nicht gefällt, gebe ich wie immer den Hinweis, F!XMBR aus den Favoriten löschen.

  6. ZAF sagt:

    Und als Fleißaufgabe bitte noch ergänzen, wer von den Werbetreibenden einen Flickr-Account hat. Bilder gegen Zensur (besonders in der VR China, die ja — wie wir soeben gelernt haben — immer noch eine Diktatur ist; die Republik China hingegen ist mittlerweile eine Demokratie, auch wenn die sich im Parlament in Taipeh öfters mal schlagen; deshalb ist die Bezeichnung China leider immer etwas irreführend) präsentiert der politisch bewußte Blogger doch gern bei diesem Yahoo-Subunternehmen.

  7. Gernot sagt:

    Ich frag mich ja, ob man denn noch Flickr-Bilder in das eigene Blog einbinden kann. Ist ja eigentlich auch Werbung für Yahoo. Nur dass man dafür leider kein Geld bekommt. Ist das jetzt besser oder schlechter? Bin ratlos.

  8. Grainger sagt:

    Wenn man als Werbetreibender nur noch für politisch (ökologisch, sozial, spirituell, usw.) korrekte Produkte werben dürfte bliebe ja auch nicht mehr viel übrig. 😀

    Pecunia non olet!

  9. Chris sagt:

    Manueller Trackback für lanu.

    @Grainger: Wobei Cisco und Yahoo gerade für Blogger eine besondere Qualität haben.

    Jaja Gernot…

  10. Simon sagt:

    Und was war jetzt an meinem Kommentar so schlimm, dass er gelöscht wurde?

  11. bosch sagt:

    Da kann man nur hoffen, dass dieser Beitrag nicht auf einem Macbook, das von unterdrückten chinesischen Arbeitern produziert wurde, entstanden ist.

  12. Chris sagt:

    @Simon: Ich muss hier nicht aufführen, welches Unternehmen «gut» ist und welches nicht. Ich hatte das Gefühl, Du wolltest mich da in eine bestimmte Ecke drängen. War dem nicht so — ganz ehrliches Sorry.

    @bosch: Mac-Dreck gibbet hier nicht. :p

  13. Grainger sagt:

    Im Zuge der Globalisierung kann keiner mehr mit 100%iger Sicherheit ausschließen irgendwelche in China hergestellten Produkte im Haus zu haben.

    Selbst wenn man das als erstrebenswertes Ziel betrachtet (was ich absolut wertfrei meine) kann man auch bei keinem Produkt Made in Germany sicher sein das nicht doch (zumindest) Teile dafür in China produziert wurden.

  14. Falk sagt:

    @Grainger: Es ist aber wohl doch ein Unterschied, ob ein Konsument ein Produkt besitzt, welches dort (teilweise) hergestellt wurde oder die Suchmaschine verwendet oder ob Irgendwer mit den Produkten und Dienstleistungen Geld verdient, oder? Da seh ich persönlich qualitativ durchaus einen Unterschied.

  15. […] (Stichwort: Zensur im chinesischen Internet) schalten, was zur Kennzeichnung der adical-Blogger als Blutblogger führte. Bei der Gelegenheit festgestellt, dass flickr auch Teil von Yahoo! ist (sowas […]

  16. Grainger sagt:

    @Falk

    Mit den Produkten und Dienstleistungen kann man aber ohne Konsumenten, die diese in kaufen bzw. in Anspruch nehmen kein Geld verdienen.

    Nur wer war zu erst da: das Huhn oder das Ei?

  17. Falk sagt:

    Als Werber hab ich die freie Entscheidung, für welche Produkte ich werbe. Und damit auch die Entscheidungshoheit, mit welchen Firmen ich zusammenarbeite. Der Kunde hat lediglich die Entscheidungshoheit, den Kauf zu «verweigern». Oder nicht auf Werbung zu bauen, klicken, hören…Die Frage nach Henne bzw. Ei stellt sich hier nicht. Wenn Mercedes mit «Made in Germany» wirbt, aber Teile des Autos in China hergestellt werden, klärt darüber allerdings die Werbung den Kunden nicht auf.

  18. Chris sagt:

    Und auch ein manueller Trackback für sunny5. Sie hat einen großen Teil des Artikels verstanden :) — pure Enttäuschung.

  19. sunny sagt:

    allerdings verstehe ich eure löschpolitik nicht. mich würde simons komentar nämlich schon sehr interessieren, gelle

  20. Chris sagt:

    Zu spät… *g*

  21. michael sagt:

    Wäre es nicht fair bevor man allzu schwere Geschütze auffährt erstmal eine Reaktion einzufordern?

    Mir fehlt zur Beurteilung der Situation ein Kommentar von adical. Wie die das erklären wollen weiß ich nicht, aber eine Chance will ich ihnen schon geben. Aber na gut, an die harte Sprache hier werd? ich mich wahrscheinlich nicht mehr gewöhnen.

  22. Jeriko sagt:

    Ansonsten würde ich dich gerne beim Wort nehmen, da steht immer noch eine Frage bzgl. Adical bzw. Werbung im Allgemeinen aus.

  23. Chris sagt:

    Ich hab hier gerade mal ein wenig aufgeräumt. Eine Antwort steht hier nirgendwo mehr aus, einfach das Blog lesen oder gehen. 😉

  24. Jeriko sagt:

    Verstehe. Kritik an anderen zu üben ist kein Problem, aber wenn es einen selber betrifft schaltet man auf Ignore-Modus. Oder bin ich gerade wieder nur zu besoffen um den Absatz wieder zu finden, den ich eben noch geschrieben habe? Oder ging der auch als moralisches Versagen durch?

    Oh ich habe mir durchaus die Mühe gemacht, den größten Teil zu Adical & Co hier zu lesen, aber was euch generell an Werbung auf Blogs stört, um diese Frage scheint ihr euch ein ums andere Mal zu drücken zu wollen.

  25. Jeriko sagt:

    Fair enough, das Doppelposting gerade war unbeabsichtigt (beim ersten Mal kam eine Fehlermeldung wegen Sonderzeichen), und ich werds mir durchlesen. Die Kommentare werden ja sowieso gelöscht, gell? 😉

  26. Chris sagt:

    @Jeriko: Klick

    Lesen, andere Artikel hier über die Werbung lesen und gut. Und dann vielleicht noch mal wiederkommen. Der Artikel ist nur ein Beispiel von vielen — nur weil mich die Werbefraktion da draußen in eine gewisse Ecke stellen will, muss das nicht wirklich stimmen.

    Ansonsten liebe Blogger: Eure Bewerbungsanschreiben für adical bitte nicht hier veröffentlichen. 😉

  27. Chris sagt:

    Jeriko, ich lass die beiden Dinger da oben einfach mal stehen, ansonsten gehts hier um Yahoo und adical — wer meint, F!XMBR ist evil soll einfach gehen. 😉

    Diese Diskussion führe ich nicht, ich lese auch keine Blogs, die mir nicht gefallen oder wo ich noch die Hoffnung habe, eine Änderung bewirken zu können. Das ist dann vergebene Lebensmüh — nachher muss ich wieder Taschentücher verschicken… 😀

  28. michael sagt:

    Wie ernst Kritik genommen wird hat auch immer was damit zu tun wie man mit den Lesern umgeht. Erweckt man den Eindruck, dass jede Kritik irgendwie ungerechtfertigt ist und man selbst Vertreter der reinen Lehre kommt das irgendwie doof rüber.

    Das hat nichts damit zu tun, dass ich auf fixmbr meine eigene Meinung lesen will (das wäre ziemlich dämlich), manchmal will ich zum Beispiel einfach nur wissen warum man so und nicht anders reagiert hat. Dazu sind doch wohl die Kommentare da, und nicht zum Schulterklopfen?

  29. Chris sagt:

    Ich sehe hier beileibe nicht nur Schulterklopfen, wenn ich z. B. Grainger oder andere sehe. 😉

    Auf Deinen Kommentar oben habe ich nicht reagiert, so what, wieso soll ich da Reaktionen reinholen? Wir haben da China-Kritik, G8-Kritik neben Yahoo-Werbebannern — da muss ich keine große Anfrage starten. Das verurteile ich in aller Schärfe und fertig.

    Es ist mittlerweile soweit, dass man bei netzpolitik.org von einer Kampagne, die Reporter ohne Grenzen gegen Yahoo fährt, spricht. Und *das* muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Markus hat Glück, dass ich ihn persönlich kennengelernt und eigentlich auch schätzen gelernt habe — sonst würde ich sowas nicht nur am Rande erwähnen…

    Wenn es irgendein anderes Großunternehmen geworden wäre, vielleicht hätte es irgendwo in einem Halbsatz nen Spruch gegeben — aber Yahoo? Ich bitte Euch — genau das hat für Blogger eine ganz besondere Qualität.

    Aber es ist schon wieder mehr als bezeichnend, dass mehr über die Art der Kritik als die Kritik selbst gesprochen wird. Ich kann damit umgehen, zumal die Stille da draußen auch Antwort genug ist… 😉

  30. Chris sagt:

    Zu Johnnys Aussage habe ich oben einen Nachtrag eingefügt. Das macht die ganze Sache auch nicht besser.

  31. michael sagt:

    Ich will wirklich gar nicht so egoistisch sein und eine Reaktion auf gerade meinen Kommentar einfordern oder irgend so was, nur fand ich die Reaktionen auf kritische Kommentare hier nicht so toll. Vielleicht ein Missverständnis.

    Inzwischen stört mich «die Stille da draußen» auch. Gestern hab’ ich irgendwie noch irgendwo auf eine Reaktion gehofft — irgendeine — heute ist mein gestriger Kommentar wahrscheinlich ein Anachronismus. Auch wenn ich den Ton hier manchmal ein bisschen zu aggressiv finde (Bin halt so ;-)).

    Was Netzpolitik angeht: meiner Auffassung nach ist «Kampagne» in den Zusammenhang keinesfalls negativ, sondern absolut neutral — so wie ich das sehe wünscht der Autor sogar weitere «Kampagnen». Überhaupt ist der ganze Artikel ohne Abstriche kritisch gegenüber Yahoo. Zu behaupten Netzpolitik würde wegen der Werbung irgendwas anders schreiben hielte ich im Falle dieses Artikels für absurd. Anders gesagt: man kann bei der Interpretation von Texten auch jedes Wort dreimal umdrehen und irgendwie negativ auslegen. Richtig wird’s dadurch nicht.

  32. wenn mehr über die art der kritik gesprochen wird als über die kritik selbst, könnte das natürlich an der art der kritik liegen.

  33. Chris sagt:

    Mensch Stefan, das ist ja ein Grimme-Preis-verdächtiger Spruch… 😀

  34. ich kann es auch weniger poesialbum-artig formulieren: ich finde es schwierig, mit leuten zu diskutieren, die glauben, im besitz der absoluten wahrheit zu sein. die keine zweifel haben und keine grauzonen zulassen, denen selbstkritik fremd ist. ich mag mich mit leuten, die gleichzeitig so laut und so taub sind, nicht auseinandersetzen.

    das kann dir egal sein, ist es vermutlich auch, aber wenn du nach gründen suchst, warum «da draußen» als reaktion auf dein ununterbrochenes gebrüll nur «stille» kommt… naja, ich wüsste vielleicht einen.

  35. Chris sagt:

    Wenn ich mal anfange zu brüllen, dann haben einige Leute ein riesiges Problem lieber Stefan, da sei man sicher. Ich brülle nicht, ich weise nur auf Gegebenheiten hin. 😉 Ob Du es mir glaubst oder der berühmte Sack Reis, who cares, ich hinterfrage mich täglich, auch auf F!XMBR. Das da oben ist der zehnte Artikel, der sich direkt mit adical befasst, der erste Artikel wo mir ein grober Patzer unterlaufen ist — ich habe ihn schneller korrigiert als Rene nebenan kommentieren konnte.

    Aber das sind dann Sachen, die BILD-Leser :p nicht wirklich sehen.

    Und wenn ich G8-Kritik äussere, mich mit der Problematik in China befasse, dann gibt es für mich wenig Grauzone. Dann packe ich mir an den Kopf, sortiere Spreeblick und Netzpolitik ab sofort da ein, wo sie hingehören und fertig. Vom Rest habe ich eh nichts anderes erwartet.

    Und Du glaubst doch nicht allen ernstes, dass Ruhe herrscht, weil es hier ab und zu (ja, ab und zu lieber Stefan, aber dafür muss man wieder das große Ganze erfassen, schwierig, ne) etwas direkter zugeht.

    Ich habe — gerade Dich, Johnny und Markus — da getroffen, wo es weh tut. In Eurer Integrität. Denn eines ist — für mich zumindest — seit gestern glasklar:

    Die Herren Niggemeier, Haeusler, Beckedahl und Co. bringen in Deutschland das Bloggen in Verruf — was vielleicht auch die direktere Wortwahl erklärt.

    Yahoo, gehts noch?

  36. Simon sagt:

    @sunny:
    Ich hab nur geschrieben, dass F!XMBR ja mal ein paar moralisch integre Werbepartner vorschlagen könnte.

  37. Chris sagt:

    Was bestimmt nicht mein Job ist.

  38. Oliver sagt:

    Wir standen und stehen dem profanen Werben wohl kaum abgeneigt gegenüber, das war nie Thema, wohl aber die Art und Weise.

    Nun gut moralisch … integer korrespondiert imo nicht mit Werbung, wie sie eben heute üblich ist. Und wir werden definitiv nicht den Seelenverkäufer mimen und irgendetwas in der Art anpreisen. Wer wo und wie seine Seele für die berühmten Silberlinge verschachert das ist uns wirklich völlig egal.

  39. Jeriko sagt:

    Okay, mal generell — ohne irgendwelche Vermarktungsagenturen direkt anzusprechen: Für mich ist Werbung der letzte Dreck, ich als Konsument bezahle es teuer und es nervt schlicht und einfach.

    Soviel dazu.

  40. Chris sagt:

    Unter gewissen Voraussetzungen habe ich mit Werbung aber kein Problem.

    Damit und mit vielen Beispielen gehts weiter und jetzt sieh zu, dass Du Land gewinnst. Du bist hier nicht mehr erwünscht.

  41. Oliver sagt:

    Das wir beide mitunter gar en detail Unterschiede aufweisen in unserer Meinung, das wird den armen Kerl wohl vollends verwirren. Auch ist es immer wieder bewundernswert mit anzusehen wie oberflächlich Texte gelesen werden 😀

  42. Jeriko sagt:

    Nein, das kann ich schon differenzieren. Wird aber zuerst von «Wir» gesprochen, dann kann ich zumindest mal annehmen, dass ihr beide diese Meinung vertretet. Tut Oliver nicht, okay, notiert.

    Oberflächliches Texte lesen, jep, mache ich ununterbrochen, sonst käme ich vermutlich gar nicht mehr hinterher. Ich picke mir eben auch die Rosinen heraus, die Stellen, an denen es weh tun könnte.

    Schon komisch, oder? Trotz dass ich bei euch als alkoholkranker moralischer Versager verschrien bin, der — wie ich ja jetzt erfahren durfte — noch grün hinter den Ohren ist, versuche ich es trotzdem weiter, um vielleicht doch noch ein bisschen Substanz hinter all den persönlichen Anfeindungen zu finden. Wie siehts aus, dieses Mal?

  43. Chris sagt:

    Grundsätzlich sind Oliver und ich zwei verschiedene Menschen und teilweise grundsätzlich verschiedenen Ansichten. Das ist teilweise jeder Tag ein neuer Kompromiss fällig. Völlig normal aber IMHO.

    Obiges Zitat von Oliver aber … Wir … passt schon, er kennt mich ja ein wenig, und weiß wie weit er für uns sprechen kann, umgekehrt genauso. Es ist ja auch nicht so, dass man vor geraumer Zeit einen Artikel geschrieben hat, und immer noch 100%ig genau der damals geäusserten Meinung sein muss. Man hat Gespräche geführt, neue Erfahrungen gesammelt, etc. pp. — da kann sich die Meinung schon mal (geringfügig) ändern. Natürlich stehe ich noch zu den Texten und der Grundaussage — aber wer hier und heute einen Text von vor ein paar Wochen, Monaten auseinandernehmen will, steht mal ganz schnell auf verlorenem Posten.

    Den Quatsch mache ich nicht mit.

    Und ansonsten müsste ich jetzt nachlesen, was Du da im Suff geschrieben hast, ich darauf geantwortet habe, da habe ich aber keine Lust zu — das tut hier und jetzt nichts zur Sache. Wenn Du das immer noch im Kopf hast, ja mei, wenns schö macht, da tust Du mir eher leid.

    Hier ist jetzt aber die Diskussion über F!XMBR beendet — hier geht es schlicht und ergreifend um adical, die werbenden Blogger, Yahoo und die Menschen, die unmenschliches erleiden müssen, weil Yahoo sie verpfiffen hat. Yahoo versucht sich mit adical ein reines Gewissen zu erkaufen — Blogs sind halt etwas besonderes, integer — und die Blogs machen die Beine breit, und die wenigen, die in den Medien stehen, bringen so das Bloggen in Verruf.

    Darüber wird nun diskutiert, nicht mehr über F!XMBR — wer mag, kann mich kontakten, wie auch immer, hier ist nun Feierabend.

  44. Grainger sagt:

    Ich sehe hier beileibe nicht nur Schulterklopfen, wenn ich z. B. Grainger oder andere sehe.

    Na ja, eigentlich stehe ich Werbung in jeglicher Form grundsätzlich eher ablehnend gegenüber.

    Aber von Werbetreibenden hochstehende moralische und ethische Grundsätze zu erwarten ist irgendwie schon ein bißchen naiv, wir haben es hier mit Leuten zu tun die im Auftrag ihrer Kunden Konsumenten

    mit Fehlinformationen versorgen
    (um nicht zu sagen offen belügen) und

    unliebsame Wahrheiten einfach vorenthalten
    (z.B. das die neue und sensationelle Rezeptur eines Schokoriegels leckere Schlachtereiabfälle beinhaltet).

    Wir haben es mit Leuten zu tun, die die Lüge zu ihrer Profession gemacht haben und sich zu allem Überfluss auch noch als Künstler (Kreative *gröhl*) betrachten.

    Also Leute, die bereit sind für Geld zu lügen.

    Zurück zur Yahoo-Werbung:

    als Konsument bleibt einem da (mal wieder) nur das Instrument des Konsumverzichtes, nur sobald das auch nur ein bißchen unbequem oder 10 Cent teuerer ist lassen es die meisten doch wieder bleiben.

    Ich persönlich habe auch weder die Zeit noch allzu große Lust dazu bei jedem Artikel vorher zu recherchieren ob nicht doch irgendein Teil von ihm aus China stammt.

    Dann müsste ich für meine wöchentlichen Einkäufe ja die zehnfache Zeit veranschlagen.

    Ich besitze auch keinen iPod.
    Aber einen PC und von dem stammt sicherlich auch ein guter Teil aus chinesischer Produktion.

    Speziell beim PC wäre Boykott chinesischer Produkte wohl auch mit Konsumverzicht identisch, ich bezweifele das es auch nur möglich wäre sich einen PC zusammen zu stellen der vollständig ohne Teile aus chinesischer Produktion auskäme.

  45. […] Grainger: Ich sehe hier beileibe nicht nur Schulterklopfen, wenn ich z. B. Grainger… […]

  46. […] Bevor mich meine Abendträume einholen, noch ein paar Blogmeldungen zum Tagesabschluss. Phoenix hat zum Anlass seines zehnjährigen Geburtstages eine Online-Biblothek eröffnet. Die Beiträge sind als Video-on-Demand-Streams in verschiedenen Qualitätsstufen für die Player “Real” und “Windows Media” verfügbar. (via). Dauerthema Adical. Adical — Blutbogging reloaded. […]

  47. […] Fonda eine Neuauflage ihres grandiosen Spielfilmes von 1980 planen, darf bezweifelt werden. Aber: Deutsche Webseitenbetreiber werben seit kurzer Zeit für Yahoo, rechtfertigen sich auf doch sehr widerwärtiger ungewöhnlich Weise. Wasser predigen, Wein […]

  48. […] in Teilen nachvollziehbar ist und mich wieder einmal zu der Frage führt, ob das Wesen Blogger in deren Augen nur noch marginal mit dem Wesen Mensch zu tun […]

  49. […] Einige Blogs, wie F!XMBR oder Don an der Blogbar haben Adical für diese Auswahl der Werbekunden hart kritisiert. Chris vom F!XMBR sprach gar von Blutbloggern. […]

  50. ralphs sagt:

    @chris: Bei allem Respekt für Deine Empörung, die ich gut verstehen kann, aber wenn man Deine Gedanken konsequent zu Ende denkt, muesste man in der Tat eine extreme Variante des Aussteigens wählen, denn wer kann sich davon freisprechen, durch sein Konsumverhalten nicht auch «Blutprodukte» (schäbiges Wort) zu kaufen? Selbst der Fisch bei einem Geschäftsessen könnte aus «Darwins Apltraum» stammen und man isst ihn mit Genuss, ohne darüber nachzudenken. Oder man schaue sich die Firmen im «Schwarzbuch Markenfirmen» einmal an. Bin ich ein «Blut«webdesigner, wenn ich einmal für Siemens gearbeitet hätte. Und das Handy, dass ich benutze, das Tantal, das darin ist: mit den Profiten haben Warlords ihre Kriege im Kongo finanziert, was mache ich nun?

    Ich sage nicht, dass es keine Option wäre, Yahoo zu boykottieren, ich meine nur, dass man dabei die moralische Messlatte vielleicht etwas tiefer anlegen sollte, weil wir alle von dem Prinzip Profit vor Menschenrechte profitieren, ob wir es wissen oder nicht, wahrhaben wollen oder nicht.

  51. Chris sagt:

    Ich wiederhole mich auch hier gebetsmühlenartig, weil manche den Nebelkerzen, die da draußen gezündet werden, folgen:

    Es geht hier explizit um die Tatsache, dass Yahoo Menschen an das totalitäre Regime in Peking verraten hat. Das hat nicht Microsoft getan, das hat nicht Apple getan, Yahoo hat dafür gesorgt, dass Blogger — zumindest von öffentlich bekannten Fällen — ins Gefängnis gekommen sind.

    Yahoo hat zumindest dafür gesorgt, dass Blogger zumindest ins Gefängnis geschickt wurden. Vielleicht sogar in den Tod? Who knows…

  52. Oliver sagt:

    >denn wer kann sich davon freisprechen, durch sein Konsumverhalten nicht auch Blutprodukte (schäbiges Wort) zu kaufen?

    Keiner. Der Umkehrschluß wäre dann trotzt besseren Wissens alles zu tolerieren, für gefüllte Kühlschränke, für Schlepptops, für …? Kann man sicherlich auch machen.

    Jede große Firma machts und es gibt auch Riesenkonzerne von denen wir überhaupts nichts wissen, weil sie es halt geschickter verstecken. Das kann man als Tatsache hinnehmen — ich würde auch vieles gerne nicht wissen, es macht das Leben einfacher, setzt quasi nur minimale Denkprozesse vorraus … aber wars das dann schon? Ist da nicht ein wenig mehr als Mensch? Ich denke schon und der Denkprozeß sollte hier angeregt werden.

    Mich interessieren diese Werbenasen nur am Rande, es ist halt nur ein passendes Beispiel für die anhaltende Laissez-faire Haltung in der Gesellschaft. Man kann sich wenigstens bemühen das richtige zu tun, man wirds wohl nie schaffen und unbewußt diverse unmenschliche Sachen «supporten». Aber wissentlich? Ich las von nem anderen Blogger der sich zumindest drüber Gedanken machte was er sich da mit Yahoo ins «Haus» holte via dem Werbe-Klimbim, diese Selbstreflexion vermißt man jedoch bei den Initiatoren. Aber das ist das große Beispiel wie es läuft, viel schlimmer eigentlich die Haltung vieler Kommentatoren die sich nur allzu gerne als denkfaule Konsumlemminge outen — selbst wenn man es ihnen zeigt. Unwissenheit ist kein Problem, aber Leugnung der Tatsachen ist das eigentliche Problem!

  53. Chris sagt:

    Es reicht jetzt hier mit den Relativierungen und den Abers. Danke.

  54. ralphs sagt:

    @Oliver: Gut gegeben. Deshalb einmal anders: Warum nutzt man solche Vorfälle nicht auch, um unser verdammt unkritisches und extrem auf technische Produkte fixiertes Konsumverhalten zu thematisieren? Das Problem in noch ein paar weitere Zusammenhänge stellen, anstatt allein auf Yahoo loszugehen, als ob dann alles gut wäre, wenn man den Konzern boykottiere.

  55. Oliver sagt:

    >extrem auf technische Produkte fixiertes Konsumverhalten zu thematisieren?

    Bist du darauf fixiert? Ich nicht, tut mir leid da kann ich also leider nicht mit Vorschlägen dienen. Ich nutze freie Betriebssysteme und entsage schon lange dem Konsumterror, mit 16 war ich noch auf viele schöne Dinge scharf, vielleicht auch noch mit 20 zum Teil … aber ich schlug eh einen anderen Weg ein, fernab des Mainstreams — denn ich allenfalls heute durch Informatik ergänze. Aber Technik-Konsum? Ich schau drauf klar, aber ich gehe an vielen Dingen einfach vorbei.

  56. […] möchte, weil er Geld verdienen will. Leider werden zum einen, in meinen Augen, die Werbetreibenden wenig sorgfältig ausgesucht und zum anderen gibt es Widersprüche. Warum nicht mal Werbung schalten für ?Eine […]

  57. nanouk sagt:

    […]die Praktiken von Yahoo und Cisco sehen viele mit gemischten Gefühlen;[…]

  58. […] schon seit einigen Wochen in den deutschen Blogs hält. Es geht um die Frage, inwieweit Weblogs Werbung schalten und damit Geld verdienen sollten. Und es geht um die große Frage, ob die populärsten deutschen […]

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