adical, AAL, Datenschutz und andere Luftschlösser

Eigentlich sollte dieser Artikel Adical — Sie verscherbeln (schon) Eure Daten heißen. Ich habe mich dann aber doch dagegen entschieden — denn dann gibt es wieder sogenannte Experten, die sich nur mit der provokanten Headline auseinandersetzen, anstatt mit dem Inhalt. Aber hey, viel besser wirds nun auch nicht werden — bei dem was folgt. Die Liste der käuflichen Blogs von Adical ist vor ein paar Tagen veröffentlicht worden — keine große Überraschung dabei. Halt, eine doch sehr negative, dazu aber später mehr, wenn wir uns über den Datenschutz unterhalten. Thomas vom Handelsblatt, hat, wie bereits erwähnt, Sascha ein paar Fragen gestellt, und einen Gefällligkeitsartikel geschrieben. Anders kann ich den Artikel, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, heute nicht mehr nennen. So sieht wahrlich kein kritischer Journalismus aus, auch wenn jeweils ein Zitat vom Don und mir angebracht wurde.

Der Don hat sich gestern schon ein wenig mit den Zahlen auseinandergesetzt — sehr fein das. Jedenfalls für die kommentierende Zunft — für Werbeliebhaber, die teilnehmenden Blogs und die Macher sind diese Luftschlösser wahrlich kein Ruhmesblatt. Ich habe mir gerade die Zahlen ein wenig genauer angesehen.

Von den 32 Blogs konnten 25 ausgewertet werden, für 7 Blogs habe ich keine Zahlen gefunden.

Unsere 25 Blogs kamen gestern auf insgesamt 46.605 unique IP’s — das sind im Schnitt gerade mal 1.864. Von diesen unique IP’s waren insgesamt 15.178, im Schnitt 607 über Suchmaschinen auf die Blogs gekommen. Pageimpressions wurden 85.815 gezählt, im Schnitt macht das 3.432. Auf den Monat hochgerechnet:

  • 1.398.150 unique IP’s gesamt (55.926 pro Blog)
  • 2.574.450 PI’s gesamt (102.978 pro Blog)
  • 455.340 Besucher über SuMas (18.214 pro Blog)

Wenn ich das mal so direkt sagen darf: Das sind lächerliche Zahlen für die Creme de la Creme der deutschen Blogs. Ein Hühnerschiß zu anderen Publikationen im (deutschen) Web. Darum soll es aber nicht gehen. Was sagen diese Zahlen aus? Nicht wirklich viel, ein paar Schlüsse kann man dann aber doch ziehen. Gehen wir bei den unique IP’s von 3/4 Stammlesern aus, was meiner Meinung nach schon sehr tief gegriffen ist, ziehen wir vorher die SuMa-Besucher ab, bleiben pro Monat 707.108 Besucher, das sind pro Blog 28.284 — so richtig klar wird einem bei dieser sehr positiven Rechnung erst die tägliche Zahl von 943 unique IP’s. Das ist die Zahl, die im Schnitt bei unseren Blogs, die bei der netten Veranstaltung Adical, übrig bleibt. Dabei ist noch nicht mit eingerechnet, inwieweit die Zahlen bereinigt wurden, von z. B. auch Spammern, Crawlern, etc. pp. Und um diese Aussage von Sascha gegenüber dem Handelsblatt zu komplettieren:

Monatlich sei ein knapp vierstelliger Euro-Betrag pro dauerhaft gebuchtem Banner realistisch, glaubt Lobo. Voraussetzung: 2000 Leser am Tag, was die meisten Weblogs mitbringen, die bei Adical mitmachen.

Von den 25 ausgewerteten Blogs kamen gestern 5 auf über 2.000 unique IP’s und selbst bei den PI’s sah es nicht besser aus — dort waren es gerade mal 12 Blogs, die über 2.000 Hits kamen. Wer soll da Geld reinstecken, so dass es sich für alle Beteiligten auch lohnt? Lohnen kann es sich ausschließlich für die Macher — und ich bekomme den Eindruck, genau darum wird das ganze veranstaltet. Blogosphäre und anderes Geschwafel ist nur schmuckes Beiwerk. Es reichen doch schon 250 Euro Einnahmen pro Blog. Bei am Ende 40 teilnehmenden Blogs sind das 10.000 Einnahmen pro Monat. Einen feinen Prozentsatz für die Macher — und schon rechnet sich die feine Veranstaltung Adical. Aber bestimmt nicht für solche Blogs wie Retromedia, Slidestone oder auch der bloggende Weltfrieden — es rechnet sich einzig allein für die Macher. Wenn genau diese Abgewichstheit geplant ist — chapeau meine Herren.

Kommen wir nochmal kurz zu den Zahlen, wo ich sie denn wohl her habe. Natürlich von Blogscout.de. Dirk hat da (sicherlich mit guten Absichten, das unterstelle ich mal) einen Service installiert. Unter der Haube, soweit ich das beurteilen kann, läuft der PowerPhlogger (zumindest ein ähnliches Tool). Disclaimer für alle Kritik, die folgt: Auch wir waren da 1, 2 Tage angemeldet, einfach um die Sache zu testen. Felix stellte für Adical und Blogscout.de klar:

eine teilnahme an der blogscout-zählung ist sogar voraussetzung um am adical-dings teilnehmen zu können und ist auch die basis auf der die PIs und auszahlungen berechnet (und kontrolliert) werden. ich finde das ist eine ziemlich transparente und neutrale messmethode.

Na das ist datenschutzrechtlich doch mal sehr spannend. Es werden IP’s, Verweise, Herkunft, Stats über Browser und Betriebssysteme — und was in solchen Tools alles nicht erfasst wird — zumindest an Dirk geliefert (Dirk sei mit diesen Zeilen rein gar nichts unterstellt — aber es werden de facto unzählige Daten über die Besucher an Dritte weitergegeben). Gut, es wird nicht alles veröffentlicht. Das dürfte auch gar nicht der Fall sein — doch es sei angemerkt, dass es Rechtsauffassungen gibt, die sogar die derzeitige Speicherpraxis in Frage stellen — von der Weitergabe mal ganz abgesehen. Um einen Bogen zurück zu den Kunden zu spannen — natürlich werden die irgendwann auch mal mehr sehen wollen, wer liest denn da, zeigt doch mal. Das ist sicherlich nicht auszuschließen, und für das Geld, was da angeblich fließen soll, vielleicht sogar verständlich.

Kommen wir aber nun um den Kreis zu schließen zu zwei Protagonisten, die dort mitmachen, und diesen — sorry — hanebüchenden Quatsch mitmachen. Zum einen natürlich Johnny, einer der Macher und zum anderen, und das bedrückt mich dann eher, wie sehr man sich doch täuschen kann — netzpolitik.org. Dass Johnny mittlerweile reiner Kommerzblogger ist — gut, daran muss man sich gewöhnen. Ich sag da nichts mehr zu — er muss damit leben, nicht ich, es sei ihm zugestanden. Aber: Als ehemaliger CCC-Aktivist diese Sache mitzumachen, schlägt dann doch auf den Magen — kommt Geld ins Spiel, sind schnell alle Ideale vergessen für die man früher auch mal gekämpft hat, so zumindest der Eindruck, der entsteht. Das ist nicht wirklich fein. Man sollte vielleicht manchmal ein, zwei Schritte weiterdenken, als vor die eigene Haustür — so sehr mancher Service verlockend erscheint, sollte man vielleicht mal fragen, was man da veranstaltet.

Schwerwiegender wiegt das ganze natürlich bei netzpolitik.org. Da fehlt mir dann jegliches Verständnis. Natürlich kann man mir Korinthenkackerei vorwerfen, ich würde die Nadel im Heuhaufen suchen — aber genau da fängt es doch an. Wenn ein Projekt wie netzpolitik.org so mit den Daten seiner Gäste umgeht, na dann muss ich mich nicht wundern, wenn Datenschützer in unserem Land ausgelacht werden. Und das muss dann auch mal in dieser Direktheit angesprochen werden. Mir fehlt dafür jegliches Verständnis, und dann kann ich nur schlußfolgern, dass netzpolitik.org eben doch nur ein profanges Cooperate Blog ist, welches ganz einfach Werbung für Newthinking ist — und was von Werbung zu halten ist, wissen wir hoffentlich alle, und ist auch hier im Artikel nachzulesen. 😉

Mit einem Fazit tue ich mich sehr schwer, ohne die Contenance zu verlieren. Hier werden von den Machern Luftschlösser gebaut, sowohl für die Werbeindustrie, was nicht wirklich schade und schlimm ist, als auch für die teilnehmenden Blogs. Das AAL-Prinzip kommt mir in den Kopf. Denn rechnen allein tut es sich für die Macher — wie eigentlich immer bei solchen Veranstaltungen. Von Thomas, als Redakteur des Handelsblattes, hätte ich mir einen ausgewogeren Artikel gewünscht, eben keinen der Gefälligkeit wegen. Den Besuchern der teilnehmenden Blogs kann man nur zurufen: Sei kein Tor — und gegen Werbung ist nicht nur ein Kraut gewachsen. Be careful - seid ganz, ganz vorsichtig mit dem was Ihr da macht.

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30 Antworten zu “adical, AAL, Datenschutz und andere Luftschlösser”

  1. Don Alphonso sagt:

    In die Daten reinschauen müsste jeder einzeln, und bei Blogscout clickt man sich tot, wenn man alle Daten haben wollte. Im Kern glaube ich durchaus, dass bekanntere Blogs eine «Premium-Leserschaft» haben können, und das weiss vermutlich auch die Werbung. Ob sie dafür zahlen, ist nochmal eine andere Frage. Das Problem, das ich sehe, ist alleine der Umstand, dass Blogleser keine Lust auf Werbung haben.

    Vielleicht findet sich noch eine andere Lösung für die Grundprobleme. Es wird diesen Weg geben, aber bei der Transparenz kann man sicher noch was machen. Das problem, das ich mit Lobo habe, ist die Behauptung, transparent zu sein und dann solche Zahlen rauszulassen.

  2. Don Alphonso sagt:

    Übrigens:

    http://ivwonline.de/auswe.….sung.php

    Mit 1,5 bis 2 Millionen Visits ist man schon klar im vorderen Drittel der IVW-Ausweisung. Ist also nicht schlecht. Das problem sind dagegen die PIs, die bei Blogs miserabel sind, weil sie keine Klickfarmen sind.

  3. Chris sagt:

    Den Punkt dass Blogleser keine Lust auf Werbung haben habe ich mir noch ausgespart — wie sagt immer ein bekannter A-Blogger — man sollte immer noch einen Pfeil im Köcher haben. 😀

    Ich denke, dass ist auch nicht unwichtig — Blogleser sind IMHO technik-, Web 2.0-begeistert, wissen, was im Internet läuft, nutzen mit Sicherheit auch Werbeblocker. Diese «Premium-Leser» klicken, wenn nicht geblockt wird, mal aus Gefälligkeit auf den Banner, das wars ann auch. Diese ganzen Aspekte will man nun auch als Vorteil verkaufen — wenn ‘s schö macht.

    Dann lautet die Frage: Wann platzt diese Blase? 😀

    In die Daten reinschauen müsste jeder einzeln

    Die Frage ist dann auch nochmal spannend. Wenn (später) nicht (mehr) Blogscout, was dann — wer kontrolliert und hat Zugriff, gibbet einen Codeschnipsel von Adical, vom Werbepartner?

    Unterm Strich bleibt, man verkauft sich und — wenn ausserhalb gesammelt — die Daten seiner Leser…

  4. Chris sagt:

    Zu den Zahlen:

    Alle Blogs zusammen, wobei 5–10 Blogs den Hauptteil liefern, der Rest nur teilnahmslos daneben steht:

    Pro Monat: 2,5 Mio. Impressions — das ist im Bereich von

    - morgenweb.de
    – suedwest-aktiv.de
    – mz-web.de

    Da Seiten, von denen ich noch nie gehört habe.

    Unique IP’s — da sind wir bei 1,4 Mio. Das ist im Bereich von

    - rtl2.de
    – boerse-online.de
    – digitalfernsehen.de

    Da könnte es dann interessant werden, wobei ich bei den täglichen unique IP’s auch die Stammleser, die «Premiumleser» sehe — da wirds dann wieder sehr schwierig. Siehe spezielle Leserschaft.

  5. Grainger sagt:

    Also, mal vorausgesetzt ich wäre Stammleser in einem der fraglichen Blogs, weiterhin nehmen wir mal an ich wäre «Premium-Leser» (also aus irgend einem Grund für Werbetreibende interessant).

    Und jetzt fängt das Blog an, massiv Werbung zu schalten. 😉

    Werbung in Form von Ads, Popups, Layern, usw. würde ich Dank vernünftigem Browser und entsprechenden Tools auf Anhieb wohl gar nicht mal mitbekommen, aber möglicherweise findet man ja einen Weg mich trotz meines Unwillens in den Genuß dieser Werbung zu bringen.

    OK, kann ich sicherlich auch irgendwie blocken und wenn mich der Content des Blogs genug interessiert bleibe ich vielleicht trotzdem «Premium-Leser».

    Weniger locker sehe ich das dann wenn versteckte Werbung und Schleichwerbung, evtl. in Form von sehr wohlmeinenden «Testberichten» erfolgt.

    Und gänzlich Schluß ist dann spätestens bei der (über das technisch Unumgängliche hinaus gehende) Speicherung meiner IPs und deren Weitergabe an Dritte (zu welchen Zwecken auch immer).

    Ich bin sowieso der Meinung das sich damit nur Peanuts verdienen lassen.

    Zumindest für den Blogger selbst, die Betreiber von Adical rechnen sicherlich anders und das ist auch legitim, das ist halt ein Geschäftsmodell und mitmachen muss ja keiner.

    Ich bin nur immer wieder erstaunt für welche Peanuts Leute bereit sind ihre ehemals angeblich eisernen Prinzipien über Bord zu werfen, wenn man seine Prinzipien schon verkauft sollte sich das doch wenigstens lohnen.

  6. mk sagt:

    @Don: Ich hab’ mich gestern nacht noch bei Blogscout totgeklickt und die Visits der Adical-Blogs vom 25.3. in einer Liste zusammengefasst 😉

    Wen die interessiert:
    http://marco-kitzmann.de/.….110.html

  7. Chris sagt:

    Die Zahlen bestätigen mehr als eindrucksvoll meine Beobachtung von den Zahlen von gestern. Ich habe so das Gefühl, dass den Kollegen die 2.000 noch öfter um die Ohren fliegt. 😉

  8. Chris sagt:

    @Grainger: *unterschreib*

    Ich bin auch der Überzeugung — wenn wir hier auf einmal großartig Werbung schalten würden, würden wir ein paar Leser verlieren, insbesondere alte DI-Veteranen.

    Blogs, Foren und Werbung, das passt einfach nicht zusammen. 😉

  9. nonamenotitle sagt:

    Vielleicht bin ich noch zu sehr Punk. Wenn mir dieser Staat nicht passt, beziehe ich auch keine Sozialhilfe um ihn zu legitimieren. (wenn doch schädige ich ihn nicht sondern liefere die Rechtfertigung des Sozialstaats). Und jetzt bezieht NETZPOLITIK.ORG Sozialhilfe. Mir wird schlecht.
    Vielleicht habe ICH Netzpolitik zu radikal gelesen.
    Wie sieht das technisch aus? Was macht Netzpolitik denn mit meiner IP? Gibts dann Schleppnetzwerbung; wer a liest, liest auch b, deshalb werbe auf a und c. usw. nicht auszudenken.
    Die Schaar Kritik riecht froschfaul nach Heuchelei und die orgs sammeln sich bei com.
    Eure schöne neue Welt will ich nicht, auch nicht wenn Expunks den falschen Weg weisen.

  10. […] jenseits der Top 200 (ja, ich bin neidisch, nicht dabei zu sein, so viel Ehrlichkeit muss sein!). F!XMBR steigt dann noch etwas tiefer in die (Zahlen-)Materie […]

  11. stefan sagt:

    ist eigentlich jemandem aufgefallen, dass die anderen «spreeblick»-blogs da gar nicht mitmachen? seltsam, oder?

  12. johnny sagt:

    adical hat keinerlei Zugriffe auf blogscout-Zahlen, die über das hinausgehen, was bei blogscout für jeden lesbar ist. Für die Abrechnungen gilt allein der Adserver.

    Popups und Content-verdeckende Layer wird es über adical nicht geben.

    Und ob es sich für die einzelnen Blogs «rechnet», das wird das einzelne Blog entscheiden, denke ich. Ich glaube kaum, dass jemand mit eher «wenigen» Zugriffen erwartet, durch ein Banner auf seinem Blog reich zu werden.

  13. phoibos sagt:

    also werbung wird, sofern ich vorhabe, die seite häufiger zu besuchen und sie nicht sofort wieder schließe, gleich mit «inhalte blockieren» in opera getötet. außer ich mich möchte das projekt aktiv (und kostenneutral für mich) unterstützen.
    ich verstehe deswegen nicht so recht die strategien der werbetreibenden, wie sie im zeitalter der angenervten user (ich werde NIE bei einer firma was kaufen, die flashlayer oder dergleichen verwendet) überhaupt noch darüber geld generieren können. oder ist das motto mittlerweile «egal ob positive oder negative, hauptsache aufmerksamkeit erheischen»?
    lustig finde ich es, dass web 2.0 für mich gestorben ist, bevor ich es überhaupt wahrnahm *g* nun bekomme ich die letzten zuckungen der agonie der implosion mit. blogger verstanden sich mal als presse von unten, schön, dass ihr euch genauso ficken lasst, wie die presse von oben. schön, dass ihr eure nutzer genauso fickt wie die presse von oben. bitte erstickt an euren gewinnen! nur bitte lasst dem 6fachen vater seinen job, liebe shareholder (oder wie ihr euch in 2.0-zeitalter nennt).

    ciao
    phoibos

  14. […] die “die meisten” Blogs im Adical-Netz haben sollen (offenbar nicht). Chris von F!XMBR hat den “hanebüchenen Quatsch” ebenfalls genauer unter die Lupe genommen. Vor allem sieht er ein erhebliches Datenschutzproblem. Und DonAlphonso sieht Mondpreise und hört […]

  15. […] ganze Traffic Diskussion ist, für mich persönlich, eher unwichtig. Blogs generieren in D keinen oder kaum […]

  16. Chris sagt:

    Oha… Da habe ich ja viel zu lesen… 😉

    @Johnny: Welcher Adserver, habe ich da etwas verpasst, oder wird da noch einer aufgesetzt. Was werden da für Daten gesammelt (Statistik?) — oder werden da «nur» Sachen wie Banner etc. pp. hinterlegt? Kannste dazu was sagen oder ist das noch in der Planung? Zu Blogscout und dem Datenschutz: Das hast Du falsch vestanden. Ich gehe nicht davon aus, dass Ihr auf mehr Daten Zugriff habt, als die, die veröffentlicht werden. Meine Bedenken da sind genereller Natur.

    http://www.get-privacy.in.….o/?p=147

    Hier hatte ich mal ein paar Zeilen dazu geschrieben und für Webstatistiken einen Alternativvorschlag gemacht.

    Zu den kleinen Blogs: *Du* rechnest aber mit *denen*. Ohne die würdest Du wie bisher Dein Geld verdienen. Ist da eine Umlage geplant — oder strikt nach Prozenten, nach Traffic. Ihr geht da eine Symbiose ein, da sollten auch die kleinen am großen Ganzen beteiligt werden, nicht nur prozentual am eigenen Traffic. Wenn Du dazu was sagen kannst, wäre das fein — wenn nicht (Vertrag, etc. pp) auch nicht tragisch — es soll auch nur eine kleine Anregung sein.

    @phoibos: Kudos, habe die Ehre. :)

    Jetzt gehe ich erstmal ein paar Artikel lesen. *g* Die Basics habe ich schon gelesen — vielleicht äussere ich mich dazu die Tage seperat, nur hier schon meinen Dank: Wenn Business-Angel Robert Basic uns verwöhnte Großtstadtbubis nennt, dann ist das ein Kompliment — wie soll er auch wissen, dass dem nicht so ist — jedenfalls nehme ich es eben als Kompliment auf, genauso wie von manchen, die hier reinstolpern und mich linker Abschaum nennen. 😀

    Ein manueller Trackback zum Schluß von Nico:

    http://lumma.de/eintrag.p.….?id=3352

    Mit der Meinung kann ich hervorragend leben.

  17. Oliver sagt:

    >verwöhnte Großtstadtbubis

    Soll er noch rückständige Landeier draus machen, dann hat er wenigstens so einigermaßen in die Randausläufer getroffen. Streicht man dann noch das verwöhnt paßt es doch und vielleicht *denkt* er zuvor sogar erst einmal, bevor er den Mund aufmacht — könnte dann sogar interessant werden :)

    Das Motto hast du was gegen Werbung muß es dir sehr gut sehen ist doch so etwas von dämlich — kontern kann ich auch damit, wer sich nen Computer und Inetanschluß pro Monat leisten kann soll die Fresse halten und nicht jammern. Entweder derjenige hat genug oder er spart sichs woanders ab — beides legitim, aber im Nachhinein jammern, es langt nicht, ich brauch Werbung … ach zieht doch Leine.

  18. phoibos sagt:

    glauben die eigentlich wirklich, dass man werbung treiben kann, ohne sich zu prostituieren?

    zu meiner zeit hieß es, wer mit dem säugling schläft, sollte sich nicht wundern, angepinkelt zu werden.

    lasst mich doch bloß mit dem bunten gezuppel und geblinke und gepoppe zufrieden!

  19. johnny sagt:

    Chris, aber na klar läuft ein Adserver, anders geht es nicht. Der tut das, was Adserver eben so tun: Er verwaltet die Banner und die Kunden und die Blogs und die Kampagnen und schaltet je nach Wunsch des Kunden die Auslieferung (also z.B. soundsoviel PIs bei Spreeblick, soundso viele woanders). Dass der Adserver noch nicht «zu sehen» ist, liegt einfach daran, dass noch gar keine adical-Werbung läuft.

    re: Deine generellen Gedanken bzgl. Datenschutz: Okay, da hatte ich dich falsch gelesen.

    Was die Verteilung angeht: Grundsätzlich bekommt jedes Blog selbstredend «nur» seinen Anteil an der bei ihm gebuchten Werbung, alles andere wäre unfair. Wir gehen aber davon aus, dass ein gewisses «Grundrauschen» z.B. durch Textads auch bei den «kleineren» Blogs für okay-e Einnahmen sorgen wird und dass wir bei wirklich großen Kampagnen alle Blogs «untergebracht» bekommen.

    Ansonsten werden die Einnahmen mit Ausnahme der schon beschriebenen Rücklagen ähnlich wie bei anderen Agenturen verteilt: Der Großteil geht zum Blog, ein Anteil bleibt bei adical (für Adserver, Abrechnungen etc. und na klar, auch damit das Unternehmen irgendwann mal was verdient) und 5% gehen in eine Notfall-Kasse, die bei Abmahnungen o.ä. Geschichten genutzt werden kann. Über die Nutzung entscheiden alle die, die für diese Einnahmen gesorgt haben, deren Geld es also zu einem Teil ist.

  20. phoibos sagt:

    «Nur die Starken, Glücklichen und Fleißigen überleben.» (quelle: Basic Thinking)

    so schreibt ein blogger, der sich nicht scheut, kritische meinungen als phantastareien von gutmenschigen großstadtbubis (wohl neidisch, wa?) oder realitätsblinden zu diffamieren. erschreckend, was da an unmenschlichkeit und sozialdarwinismus drinsteckt.

    «hervorragende Identifikationsfigur und genießt hohes Ansehen.» (ibidem)
    äh, ja, schön, wenn sich dazu noch eine führerpersönlichkeit gesellt.

    da frag ich mich doch, wer ist hier der realitätsblinde? da kommt einer, der — soweit mir bekannt — schon anderswo baden gegangen ist mit seiner geschäftsidee daher und schon hecheln ihm einige «mündige blogger» (ibidem) hinterher. natürlich darf jeder auf seinem blog machen was er will, aber diese exklusive gesellschaft von elitebloggern zusammen mit einer gehörigen portion sozialdarwinismus finde ich persönlich als unbeteiligter bedenklich. dennoch, auch du bist deutschland!

    ciao
    phoibos (will kein deutschland sein)

  21. Chris sagt:

    Danke für die Info Johnny.

    Nochmal zum Verteilen: Ich bin da der Meinung, dass — wenn überhaupt — nur die Gemeinschaft die Stärke ausmacht. Heißt für mich: Es sollte einen Grundbetrag für alle geben, den Rest nach Traffic verteilen. Aber das müsst Ihr wissen, ich fände das halt nur fairer.

    Die Notfall-Kasse ist natürlich schon und gut — wer entscheidet, wem geholfen wird und nicht. Alles zuammen, Du und Sascha? Wie schauts rechtlich aus? Stiftung? Begebt Euch da nicht aufs Glatteis. Viele Abmahnungen werden bestimmt auch nicht publik — nicht jeder hat wie Rene z. B. die Nerven das öffentlich auszutragen obwohl er die Shayze selbst gebaut hat. Sollen Ungerechtigkeiten bekämpft werden — wer legt fest, ab wann eine Ungerechtigkeit beginnt? Ein Gerichtsprozess über 2 Instanzen kann bis zu 18.000 Euro kosten, ich hoffe, das ist Euch alles klar. 😉

    Wie hoch ist der Anteil von Adical? *g*

  22. johnny sagt:

    Chris, es ist ja ncht so, dass adical ein abgeschlossenes, versiegeltes Ding ist, natürlich diskutieren wir Geschichten wie Grundbeträge ebenfalls, aber ganz so leicht ist das nicht und ich finde es nach wie vor nicht fair (vor allem, weil ich die Flut von Blogs, die *dann* gerne mitmachen wollen, schon vor mir sehe :)).

    Die Entscheidungen über Zuschüsse für Rechtsmittel (was wir natürlich eh nicht ohne Anwalt machen), das schrieb ich oben schon, werden von denen getroffen, die beteiligt sind, also nicht nur von Sascha und mir. Und das kann auch dazu führen, dass man jemanden unterstützt, der nix mit adical zu tun hat. Aber: Erstmal muss ja was in der Kasse sein, damit man was verteilen kann.

    Der Anteil von adical? Marktüblich. :) Im Ernst: Kommt eh irgendwann raus und wird zu hoch sein, egal, wie hoch er tatsächlich ist. :)

    Die Aufteilung ist okay, denke ich, sonst würden die Blogs nicht mitmachen. Letztendlich wissen die Leute, dass Sascha, Tanja, ich, aber auch Max bzgl. der Technik seit Monaten viel Arbeit in die Sache stecken, dass der Adserver monatliche Gebühren schluckt etc. pp. — und wir kümmern uns, damit die Autoren das nicht tun müssen. Dass wir das auch tun, um damit zu verdienen, sollte niemanden überraschen.

  23. Chris sagt:

    Johnny, Du enttäuscht mich — hätte Strato nicht den Adserver übernehmen können? 😀 😉 Da wäre ja sogar ich als erstes drauf gekommen. *g*

    Ansonsten werden die nächsten Wochen sehr interessant… *fg*

  24. johnny sagt:

    Bei Adservern gibt es keine besonders große Auswahl. Es gibt zwei, drei Anbieter, die sich «durchgesetzt» haben und deren Zahlen die Kunden vertrauen, Strato betreibt aber keinen davon. :)

    Wir testen jetzt mal mit einem, der uns ein gutes Testangebot gemacht hat und wenn es läuft, ist es gut. Wenn nicht, dann gibt es immer noch recht gute Open-Source-Lösungen, die jedoch noch keine große Akzeptanz haben. Aber mal sehen. Auch hier gilt: Nichts ist in Stein gemeißelt.

  25. Chris sagt:

    Aso, dann will ich nichts gesagt haben.

  26. Grainger sagt:

    @phoibos

    Man hat mir ja schon einiges vorgeworfen (vorwiegend allerdings Frauen :D), aber als Gutmensch hat mich ernsthaft noch niemand bezeichnet (eher das Gegenteil).

    Und als studierter BWLer (auch wenn ich in diesem Bereich nur noch rudimentär tätig bin) und bekennendes Landei (mit einigen Jahren Großstadterfahrung) kann ich eigentlich nur noch nachsichtig lächeln falls mich jemand z.B. als
    «gutmenschigen Großstadtbubi oder Realitätsblind«
    bezeichnen sollte.

  27. […] Gestern war ich ein wenig gemäßigt. Man mag es mir also nachsehen, wenn ich heute ein wenig Emotion zeige — ich liege gerade mal wieder vor Lachen unterm Tisch. Meine Arbeitskollegin schaut mich schon schief an — ich mag Dich auch Kleine, bring mir mal bitte nen Kaffee. *aua* Wenn über Adical und einen der Macher zur Zeit stolpert, fühlt sich im Moment wie Alice im Wunderland. Das ganze strotzt einfach nur so von Absurditäten. Und wenn es alles nicht erst gemeint wäre, würde ich sagen: Besser könnte eine Realsatire auch nicht sein, womit wir wieder bei der Jagd auf das weiße Kaninchen sind. *g* […]

  28. […] Denn Werbung in Blogs ist kein einfaches Thema wie man innerhalb der aktuellen Diskussionen schnell […]

  29. […] Tage später, also entsprechende 10 Internetjahre, bestimmt mich nimmer an ( Moserei dazu u.a. bei F!XMBR ). Ich bin ja eine Kommerzhure, schreie den ganzen Tag eh nix anderes als Show me the money. SHOW! […]

  30. […] vom Handelsblatt hat es in der heutigen (gedruckten) Ausgabe getan. Nach dem — in meinen Augen — Gefälligkeitsartikel über adical, hatte ich hier nun Ähnliches erwartet — da muss ich Abbitte leisten. Kudos an Thomas. Die […]


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