adical — 8−19−5−1

Ich hatte gestern in einem Satz kurz darauf hingewiesen, der Don macht es heute an einem expliziten Beispiel fest. Es geht um die Tatsache, ob die adical-Werber dazu verpflichtet sind, ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) in ihrem Impressum anzugeben. Schauen wir vorab mal kurz, ob die Damen und Herren überhaupt verpflichtet sind, ein Impressum zu führen. Dazu ist die Webseite 13 Fragen zum neuen Telemediengesetz von der Kanzlei Dr. Bahr eine gute Anlaufstelle. Zur Impressumspflicht schreibt Dr. Bahr:

Ein nicht ordnungsgemäßes Impressum sei in jedem Fall eine Wettbewerbsverletzung. […] In jedem Fall sollte ein Webseiten-Betreiber ein Impressum auf seine Homepage packen, um jeden Ärger von vornherein zu vermeiden.

Man kann natürlich nackt in ein Haifischbecken springen — ob man es überlebt, ist eine andere Frage. Das neue Telemediengesetz ist derartig schwammig, dass es auch Überlegungen gibt, dass Webseiten nur impressumspflichtig sind, wenn sie einen kostenpflichtigenn Online-Dienst anbieten würden. Ich gehe davon aus, dass der Geist des Gesetzes (also der Lobbygruppen) es verlangt, dass selbst ich als kleiner Privatblogger ein Impressum führen muss. Ich komme später noch mal kurz darauf zurück.

Nun aber zu adical, zu den regelmässigen fliessenden Werbeeinnahmen = Einkünfte. Manche von den Netzwerkern sind Freiberufler, da dürfte es keine Gewerbeanmeldung brauchen — adical wird einfach nur eine weitere Einnahme sein. Anders sieht es bei den bisherigen Betreibern der privaten Homepages aus. Da benötigt es nun meiner Meinung nach eine Gewerbeanmeldung. Zumindest wenn ich das, was ich heute gelesen habe, korrekt interpretiere. Ich hoffe, die Damen und Herren von adical wissen da genau, was sie tun — mit der Gewerbeanmeldung kann zum Beispiel eine Pfichtmitgliedschaft in eine der zuständigen Kammern einhergehen.

Ich hoffe, die netten Herren und Damen haben die Buchführung im Griff, und wissen, dass die Geschäftsunterlagen wohl 10 Jahre aufbewahrt werden müssen. Ich hoffe, sie schreiben ordentliche Rechnungen — und sie zahlen auf deren Einkünfte Umsatzsteuer. Es sei denn, sie sind davon befreit, das kann nur auf Antrag geschehen. Natürlich haben sie ihre Einkünfte in der Steuererklärung anzugeben — sollten sie in einem festen Angestelltenverhältnis leben, wird der Lohnsteuerjahresausgleich kein Spaß, kann ich mir zumindest vorstellen. Auch an die Krankenkasse sollte gedacht werden oder auch an Transferleistungen des Staates, ich meine es wirklich nur gut. Und zurück zum Impressum: Liegt eine USt-IdNr. vor, ist sie zwingend anzugeben. (via amardi.de)

Ich möchte da nicht großartig viel zu schreiben, Ihr seid die Profis, Ihr wisst, was Ihr machen müsst, um keinen Ärger zu bekommen. Da vertraue ich Euch feinen Geschäftsleuten voll und ganz. Bitte? Was die Headline zu bedeuten hat? Ganz einfach — eine oberflächliche Überprüfung hat gezeigt:

  • 8 adical-Teilnehmer (24,24%) führen ein Impressum inkl. USt-IdNr.
  • 19 Netzwerker (57,58%) führen ein Impressum ohne USt-IdNr.
  • 5 adical-Teilnehmer (15,15%) führen anscheinend kein Impressum.
  • 1 Webseite (3,03%) fällt aus der Wertung, da nicht deutschem Recht unterworfen.

Aber — legen wir das mal wieder unter Schreihals ab — ich bin sicher, Ihr habt das alles im Griff.

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11 Antworten zu “adical — 8−19−5−1”

  1. Sebastian sagt:

    Ich bin kein Sozialrechtsexperte, aber ich denke die irrst im vorletzten Absatz. Wenn Du neben einer Festanstellung noch gewerblich oder freiberuflich dazuverdienst ist das nicht relevant für Kranken-, Renten– und Arbeitslosenversicherung.

  2. Chris sagt:

    Das habe ich nicht in Zusammehang gebracht. Ein neuer Satz, ein neues Spiel — gut, demnächst neuer Absatz. 😉

  3. sebi sagt:

    und was soll dieses rumgeweine? wenn du meinst, dass die adical-teilnehmer gegen geltendes recht verstoßen kannst du ja anzeige erstatten. sollte es dir nur allgemein um die rechtliche lage von werbung in blogs gehen, wäre es angebracht zu erwähnen, dass es sich um ein beispiel handelt. zumindest dürften die google-adsense-teilnehmer in diesem fall eine deutlich größere gruppe sein. und da du ja die adical-teilnehmer schon als profis bezeichnet hast, die deine hilfe und damit diesen artikel nicht brauchen, wäre es doch viel sinnvoller die ganzen nichtprofis zu beraten. meinst du nicht?

  4. Chris sagt:

    Ich lass den obigen Kommentar einfach mal für sich stehen… 😀

  5. Oliver sagt:

    >anzeige erstatten

    Wo sind wir hier? Wir kritisieren, wir sinken bestimmt nicht auf ein derart niederes Niveau.

    >google-adsense-teilnehmer

    Ja haben wir auch desöfteren als Thema auch allgemein. Das hier ist keine Zeitung, das ist ein Blog, auf diesem gibts eine Suche da findet man das auch schon.

    >wäre es doch viel sinnvoller die ganzen nichtprofis zu beraten

    Was juckts dich was wir schreiben und für wen? Wenn du Ansprüche hast melde das bei einem der Bezahltblogs an, dort kann man bestimmt über den Preis verhandeln 😀

  6. fischkopp sagt:

    zur Impressumspflicht von Privatleuten habe ich gerade bei der blogbar eine Frage gestellt
    blogbar.de

    Wäre für jede Antwort dankbar.

  7. Chris sagt:

    Du hast schon oben den Artikel gelesen, hast auch mal bei Dr. Bahr gelesen, ja?

    Ein nicht ordnungsgemäßes Impressum sei in jedem Fall eine Wettbewerbsverletzung. [?] In jedem Fall sollte ein Webseiten-Betreiber ein Impressum auf seine Homepage packen, um jeden Ärger von vornherein zu vermeiden.

  8. sebi sagt:

    oliver: was genau kritisiert ihr denn in diesem artikel? oder um konkreter zu werden: was genau unterscheidet adical von anderen werbemaßnahmen, dass es zusätzlich zu den von dir erwähnten artikeln nochmal als einzelfall aufgearbeitet werden muss?

    möglicherweise gibt es ja auch keinen grund und ihr habt gerade nur einen lückenfüller gebraucht. wäre ja auch ok, würde mich aber mal interessieren.

  9. Chris sagt:

    Es reicht sebi — der nächste Deppen-Kommentar wird gelöscht. Lies einfach den Artikel und gut. Wenn Du ihn nicht verstehst, okay, Seite schließen und nicht wiederkommen. Allein die Tatsache, dass der Artikel auf einen anderen aufbaut, inwelchen es um trigami geht, lässt erahnen, dass es ein allgemeines Problem ist.

    Dafür muss man aber den Links folgen, und verstehen. Und jetzt gehab Dich wohl…

  10. Oliver sagt:

    Wie ein Blog funktioniert kapieren wohl nicht so viele, schade des es dafür keinen automatischen Filter gibt. Wir haben hier halt ein höheres Niveau als auf diversen Watchblogs.

  11. Jochen Hoff sagt:

    Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) muss immer angegeben werden, wenn Leistungen gegen Gebühr, direkt oder indirekt verkauft, vermietet, oder als Dienstleistung geboten werden.

    Vorsicht ist aber auch geboten, wenn Gewerbe miteinander vermengt werden, weil der Inhaber der gleiche ist. Wenn ich z.B. eine Gaststätte betreibe in meinem eigenen Reiterhof und dazu ein Landwirtschaft. Da braucht es drei unterschiedliche Gewerbe. Biete ich als Landwirt Werbeflächen auf meinem Acker brauche ich dafür ein extra Gewerbe.

    Das ist teilweise sogar von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

    Aber generell ist die Nummer im Impressum nur was für Abmahner. Steuerlich ist wichtiger, das dieser Gewerbeteil formlos gemeldet worden ist. Bevor das Gewerbe betrieben wird.

    Nachmeldungen können nur als Selbstanzeige gewertet werden und Nichtkenntnis schützt nicht vor Strafe.

    Rechnungen müssen übrigens nicht unbedingt geschrieben werden, wenn der Nutzer (Werbetreibende / Werbemakler) eine Abrechnung erstellt, dann reicht diese. Das gilt auch bei Außenwerbung.

    Die zehn Jahre Aufbewahrungsfrist gelten für alle Vollkaufleute auch bei privaten Unterlagen, weil es die Trennung real nicht gibt. Jeder GmbH-Geschäftsführer weiß das. Mich hat es ca. 50.000 Euro gekostet, das ein Ordner innerhalb eines Wasserschadens untergegangen ist. Der Rest hat sie nicht interessiert.

    Also scannen und fremd einlagern. Das ist Arbeit, aber bei kleinen Geschäften nicht so wild. Allerdings jeden Fehler,jedes kaputte Blatt dokumentieren. Das ist Arbeit.

    Je nach Steuersatz müsste deutlich mehr als 750 Euro im Monat rausspringen damit sich der Kram lohnt.

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