ach nein

Der SPD-Vorsitzende Beck warnte die heute Beschäftigten in der «Bild»-Zeitung vor falschen Vorstellungen über ihr späteres Rentenniveau. «Ich sage es in aller Deutlichkeit: Mit der gesetzliche Rente allein kann niemand seinen Lebensstandard im Alter halten», betonte der Sozialdemokrat. Nur wer privat vorsorge, können seinen späteren Lebensstandard verbessern.

Tagesspiegel

Ach nein liebe SPD? Ich denke ihr überlegt euch doch noch für die nächsten Wahlen ein richtiges Programm und einen echten Kanzlerkandidaten. Was ich da bisher hörte kann wohl nicht euer Ernst sein, oder? Als wenn man als sozialdemokratische Partei Deutschlands schon a la Titanic in den Fluten versinkt, dann doch wenigstens mit wehenden Fahnen. Das würde sich für echte Sozialdemokraten geziemen. Versemmelt habt ihr es so oder so, aufwärts gehts nicht mehr, aber zeigt doch wenigstens gen Untergang Flagge wir waren mal echte Linke. *blubb*

Kurt Tucholsky schrieb mal vor langer langer Zeit, als die SPD auch nicht Links war:

Es ist ein Unglück, daß die SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt. Hieße sie seit dem August 1914 Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas – vielen Arbeitern hätte der neue Name die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen, wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei. So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte unter einem ehemals guten Namen..

Und zu jeder Zeit, in der eine Partei diesen Namen trug, gereichte dies auch fortwährend zu einem deja vu.

2 Antworten zu “ach nein”

  1. Chris sagt:

    Kurt Beck — man könnte ihn nun auch als freien Angestellten der Versicherungsbranche bezeichnen. In meinen Augen einfach nur widerlich.

    Aber die neuesten Zahlen der FORSA sind ja auch da — 24%. Das sind doch mal feine Aussichten. Ich werde auf dem Grab der SPD tanzen…

  2. Grainger sagt:

    Wenn man sich die Entwicklung der Reallöhne in Deutschland so ansieht, die gerade bei den Arbeitnehmern der unteren bis mittleren Einkommensgruppen seit Jahren sinken, fragt man sich unwillkürlich, woher die Mittel für eine zusätzliche private Altersvorsorge denn herkommen sollen.

    Durch äußerst moderate Tariferhöhungen in den letzten Jahren (oft Nullrunden oder gar Lohnverzicht), die steigenden Preise (zusätzlich zur ohnehin schon vorhandenen Inflation steigen ja die Energiepreise überproportional an), die ständigen Steuererhöhungen (ich erinnere nur an die letzte MWST-Erhöhung) steht den Haushalten immer weniger Geld zur Verfügung.

    Da bleibt oft nichts um Rücklagen für eine zusätzliche private Altersvorsorge zu bilden.

    Doch selbst wenn man das schafft (egal in welcher Form, ob Wohneigentum um im Alter Miete zu sparen oder durch den guten alten Sparstrumpf, usw.) erwartet unser Staat ja, das ich diese Rücklagen angreife falls ich z.B. mal längere Zeit arbeitslos bin.

    Ich glaube aber, wenigstens die Parlamentarier und Politfunktionäre müssen sich keine Sorgen um ihre Altersversorgung machen, die ist gesichert. Und aus dieser sicheren Position heraus kann man natürlich leicht Opfer von allen anderen fordern.

    Mir persönlich fällte es zwar ohnehin leichter für Herrn Beck Abneigung statt Zuneigung zu empfinden, aber mit nahezu jedem seiner inszenierten öffentlichen Auftritte wird er mir zusätzlich noch unsympathischer.

    Das trifft aber auf den weitaus größten Teil unserer Politiker zu, vielleicht ist das Einstellungsvoraussetzung. 😉

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