Absolute FreeBSD oder Absolute BSD 2.0

Absolute FreeBSD ist der Nachfolger von Absolute BSD, geschrieben von Michael W. Lucas, einem Kenner seines Fachs. Lucas Bücher haben einen entscheidenden Vorteil — neben der fachlichen Qualität: sie sind lesbar. Lesbar im Sinne von man beginnt mit der ersten Seite und endet mit der letzten. Somit dürften auch technophobe Zeitgenossen auf ihre Kosten kommen und etwaige Hürden FreeBSD locker mit diesem Werk bezwingen. Man findet hier weniger ein aufgewärmtes FreeBSD Handbuch vor, sondern ein deutlich erweitertes Werk, welches zudem noch stilitisch gehaltvoller daher kommt — zudem brauche ich wohl kaum den unschätzbaren Wert von auf totem Holz verewigtem Wissen zu erwähnen.

Zu Beginn erfährt der Leser von Absolute FreeBSD einiges bezüglich der Geschichte, dem AT&T-Debakel, welche Rolle ein Committer besitzt und wie überhaupt die Strukturen innerhalb dieser Community rund um dieses freie UNIX-Derivat aufgebaut sind. Kurzum auf den ersten Seiten erhält man eine umfassende Einführung in Geschichte, Strukturen, Begriffe, Ressourcen im WWW, Mailinglisten etc. pp. Weiter geht es mit der Installation, welcher ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Dann folgen beispielsweise die Kapitel boot process, backup and recovery, kernel games, the network, securing your system, disks and filesystems, advanced security features, exploring /etc usw. bis hin zum wichtigsten Kapitel: panics and crashes, Debugging, PRs — auch dabei wird nichts ausgelassen. So ziemlich jeder Bereich wird eingehend beleuchtet, strotzt nur so von Beispielen und auch Hinweisen auf mögliche Fallstricke.

Für den ausschließlichen Desktop User, der z.B. PC-BSD einsetzt, ist dieses Buch auf den ersten Blick nicht unbedingt empfehlenswert und ein klein wenig grundlegende Sicherheit in der Konsole sollte man doch mitbringen. Andererseits ist es auch hier als Helferlein in der Not unersetzlich, wenn es darum geht FreeBSD unter der freundlichen Desktop Haube adäquat zu bedienen oder mögliche Probleme zu beheben. Dem gediegenen Admin hingegen wird sich u.U. nicht allzu viel neues bieten, allerdings kann man dies auch nicht mit Gewißheit sagen. Lucas bietet über 20 Jahre als UNIX-Admin auf, davon weit über 10 Jahre alleine FreeBSD-Erfahrung.

Last not least gibt es eigentlich kaum etwas zu kritisieren, der Anspruch wird mehr als opulent erfüllt, das Layout ist übersichtlich, einzig einige wenige Bereiche hätten etwas mehr Tiefe bedurft — beispielsweise pf, freebsd-update oder Jails. Andererseits ist pf wieder eine Sache für sich und Dinge wie freebsd-update wohl dem Umstand des Redaktionsschlusses geschuldet. Als Basis gilt in diesem Buch FreeBSD 7.0.

Wie gesagt: Anleitung, Handbuch und Nachschlagewerk in einem und gehört neben BSD Hacks und The Best of FreeBSD Basics mit in das Buchregal eines jeden anständigen FreeBSD Users. Während die beiden letzteren essentielle Tipps liefern, bietet Absolute FreeBSD die notwendinge Basis inkl. administrativem Fachwissen. Ich denke knapp 42€ sind für diese 709 Seiten starke FreeBSD–Enzyklopädie mehr als gut angelegt.

, , , , , , , ,

Eine Antwort zu “Absolute FreeBSD oder Absolute BSD 2.0”

  1. Andreas sagt:

    Habe ich ebenfalls seit etwa ‘nem halben Jahr bei mir im Regal stehen, kann mich dem Lob nur anschließen. Das Buch ist definitiv sein Geld wert.

RSS-Feed abonnieren