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Oops, I did it again — Oops, they did it again

Chris says:   

Hab ich Euch schon erzählt, dass Microsoft ein Unternehmen ist? Ehrlich, genauso siehts aus, und Sinn eines Unternehmens ist es Geld zu verdienen, dazu gehört auch, den Marktanteil zu verteidigen, andere Bereiche, Branchen zu erschließen, der Konkurrenz immer einen Schritt voraus sein, es zumindest versuchen — diese Überlegungen gibt es tagtäglich in jedem anderen Unternehmen auch — nur wenn Microsoft es macht, ist es evil.

  Oli says:   

Microsoft kann alles besser und ehrlich gesagt wollen sie den omnipotenten Einluß in jedem Bereich. An letzterem besteht kein Zweifel mehr und man muß schon recht naiv sein um darin den normalen Weg einer Firma zu sehen. Quo vadis Microsoft? Qualität statt Quantität wäre das bessere Credo für die redmondschen Jungs, denn an Qualität mangelt es massiv [1].

Wenn Microsoft also, wie Oli nebenan schreibt, ein neues Bilder-Format auf den Markt bringen will, warum nicht. Ist deren gutes Recht. Hey, wenn es nicht ankommt, wird der Markt es von selbst regeln, und das neue Format hat dann entweder JPEG abgelöst, oder halt nicht — ich gehe vom letzteren aus. Irgendwer hat mir vor Jahren mal gesagt, das PNG-Format wäre das Format der Zukunft, ja ne, is klar, es ist vereinzelt zu sehen, aber den Platzhirschen gibt es immer noch.  

.NET, okay, wen interessierts, auch da hat der Markt die Sache geregelt, im Fall DirectX ebenso, die meisten Spiele benötigen es, also wird es wohl nicht so schlecht sein, ich bin kein Spiele-Programmierer, kann da also wenig zu sagen, wenn also auf den meisten Spieleverpackungen als Systemvoraussetzungen unter anderem DirectX gefordert wird, muss da ja was (gutes) dran sein. Zu der c-Sache kann ich ebenso wenig sagen, nur eine kleine Sache: Mein Onkel ist Programmierer, frei im Wahl seiner Sprache, er macht es in C++ — aber gut, wie Oli schon sagte, gibt es da berufenere Leute. Der Markt wird es regeln, und jeder weiß, dass Microsoft zur Zeit besonders auf die Finger geschaut wird.

Wieso bin ich abhängig, wenn ich Microsoft einsetze? Es gibt teilweise keine besseren Programme für den einen oder anderen Bereich. Den nachgemachten Mist kann man doch größtenteils in die Tonne treten. Ich würde einen Maxthon (IE-Aufsatz) immer dem Firefox vorziehen, gut ich nutze Opera, aber auch nur wegen diverser Spielereien. Es gibt keinen besseren eMail-Client als Outlook — mit seinem Kalender, seinem Adressbuch — der Rest, Thunderbird, Evolution alles nur Abklatsch — und treibt die Systemauslastung teilweise in astronomische Höhen. Nein, wenn ich zwanghaft kein Microsoft einsetzen will, weil es ist ja evil, dann setze ich mich einer Gängelung aus, selbst für das beste Programm muss dann ja ne Alternative her, sei sie noch so schlecht.

Natürlich ist Microsoft — wie die Politik, wie jedes größere Unternehmen — mit der Contentindustrie verstrickt. Wo ist jetzt das Problem, trotzdem weiter das zu tun, was für uns möglich ist, diverse Entwicklungen zu stoppen, dagegen anzugehen. Natürlich ist DRM, sind diverse Kopierschutze mistig, das steht außer Frage, nur deswegen kann ich doch nicht jedes Unternehmen verfluchen, boykottieren, nur weil es mit der Contentindustrie verflochten ist. Wenn doch, dann sollte man ganz strikt trennen, kein Radio, keine DVD nichts mehr, sonst macht man sich auch ein stückweit unglaubwürdig, so einfach ist das.

Ich frag mich, wo unsere Linux– und BSD-Freunde so viele Leute weinen sehen. Die meisten Windows-User sind glücklich und zufrieden. Ist es nicht viel mehr so, dass die großen Probleme erst anfangen, wenn man mal — aufgrund der Überzeugungsarbeit der Opensource-Jünger — z. B. mal ein anderes Betriebssystem einsetzt? Und ist man als (ehemaliger) Windows-User dann so mutig, in ein Linux– und BSD-Forum zu stiefeln, wird man erst die ganze Arroganz der Leute kennenlernen. Egal, welches Linux– oder BSD-Forum man besucht, die Distribution, die man einsetzt, ist die beste, alles andere ist Schwachsinn, und diese Windows-User, die gerade umgestiegen sind, werden gebashed — ist das der Opensource-Gedanke, ich glaube kaum. Ich hab das einmal mitgemacht, nie wieder. Stelle ich in einem Windows-Forum eine Frage, bekomme ich meist eine Antwort.

Im Übrigen nimmt Windows mir auch nicht das Denken ab, noch hab ich es nie erlebt, dass Word mir für F!XMBR den Artikel geschrieben hat, dass irgendein Game während ich einfach zugeschaut habe, einfach durchgespielt wurde — egal, was ist, ich muss es selber machen, ich muss selbst auf Lösungssuche gehen, niemand nimmt mir das Denken ab. Wer im Übrigen die Windows-Welt gut kennt, hat auch im Job bessere Chancen, da in den Unternehmen weitesgehend Windows & Co. eingesetzt wird, gut so.

Wieso sollte ich kpl. auf Opensource setzen, auch unter Windows, wie Oli z. B. vorschlägt. Dort, wo es Sinn macht gerne, da bin ich der erste, der es ausprobiert, aber sonst? Nicht wirklich. Natürlich setze ich MS Office ein, ich hab irgendwann mal eine Lizenz günstig bei eBay geschossen, Outlook 2003 hab ich mal umsonst bekommen. Was besseres gibt es nicht, auch nicht dieses sagenumwobene OpenOffice.org. Wieso sollte ich auf meine Originale von Nero und Alcohol 120% verzichten, nur weil sie kommerziell vertrieben werden? Damit ich einer Religion huldigen kann? Das ist kein Argument. Meine Backup-Lösung kommt von Acronis — was besseres gibt es nicht — jeden Sonntag, wenn ich nachts im Bett liege, gibbet ein Backup, alles wunderbar — ich habe mit TrueImage noch nie ein Problem gehabt, ganz grandioses Programm. Soll ich nur, weil es militante Opensource’ler fordern, auf alles verzichten? Nicht mit mir.

Dabei fällt mir ein, ich nutze TrueImage zur Verschlüsselung — und es ist Opensource. Chris, bist Du krank? Nein, es ist einfach ein geniales Programm — ich verteufel es nicht, weil es Opensource ist, weil ich differenzieren kann, im Gegensatz zu so manchen Opensource’ler. Wichtig ist, die Ausgewogenheit, wichtig ist, nicht die Augen zu verschließen, auch nicht vor den Problemen von Microsoft keine Frage, ebenso wichtig ist es aber auch, nicht blind irgendwelche Betriebssystem einzusetzen, an denen unzählige Leute rumfrickeln. Das Problem hat sicherlich Microsoft auch in seiner Entwicklungsabteilung, doch wenn ich die 20.000 verschiedenen Distributionen sehe, kann man nur zu dem Schluß kommen, zu viele Köche verderben den Brei.

Wer nicht den Blick für das Wesentliche verlieren möchte, die Ausgewogenheit, das Mittendrin statt nur dabei, wer sich weder gänzlich der einen oder der anderen Seite anschließen möchte, wer sich alle Optionen offen lässt, ohne die Probleme beider Seiten zu vernachlässigen, der handelt für sich selbst verantwortungsbewusst, der kann locker über dem Gejammer der Microsoft– und der Opensource-Jünger stehen. Wenn alle Beteiligten auch die Gegenüber respektieren, sich gegenseitig Hilfe gegeben wird, ist das ein guter Anfang, dann kann man gemeinsam an die Probleme gehen.

Disclaimer: Selbstverständlich meine ich Oli nicht mit diesem Text, er ist ebenso allgemein gehalten mit ein wenig Provokation, wie Oli sein Text.

  Neuester Coup, Windows Media Photo [2] als Rivale zu Jpeg [3] bzw. Jpeg2000 [4]. Weitaus bessere Kompressionsraten soll es bieten als Jpeg etc., die Lizenz soll der Verbreitung auch keinen Abbruch tun. Nun all das kennen wir schon von Windows Media Audio/Video, viel Hype, wenig Qualität im Vergleich zu anderen Formaten, die zudem noch in freier Form daher kommen.  

Wohin soll das führen? Die quasi Todgeburt .NET [5] als Pendant zu Java [6], Iron Python [7] gegen Python [8], das unausgegorene DirectX [9] (im Grafikbereich) gegen OpenGL [10], überhaupt die Etablierung unsinniger und i.d.R. oft unterlegener eigener Standards nur um dem Monopol zu fröhnen und die Nutzer zu gängeln, ja liebe Leute nicht nur die sogn. Contentindustrie gängelt [11]. Apropos Contentindustrie, wer das immer noch getrennt betrachtet hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt, Microsoft ist einer der größten Supporter dieser Industrie und dank des quasi-Monopols auch sehr einflußreich in ihrem Unterfangen. Über C# [12] versus C++ [13] versus profanem C [14] läßt zu genüge streiten — was ich da bisher ausmachen konnte, C an sich langt für alle Fälle, aber dafür gibts berufenere Leute 😉

Mag sein, das das ein oder andere mal ein paar nutzbare Fortschritte dabei herausspringen, auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, aber zu welchem Preis? Der Preis ist omnipotente Abhängigkeit und Gängelung, das Arbeitswerkzeug der Contentindustrie ist nunmal das weitverbreiteste Betriebssystem — Windows [15].

Ich mag gewiss nicht Apple als Firma oder gar als Betriebssystem [16], aber immerhin zeigen sie das man auch mit der Nutzung offener Standards gut und einträglich leben kann. Wenn man denn will, Microsoft ist eng verstrickt mit der Contentindustrie und tickt somit ähnlich.

Was also tun gegen DRM [17], Kopierschutz [18] an jeder Ecke, Gängelung etc. whatever. Zetern, polemisieren [19], mit gleichen Mitteln zurückschlagen? Wohl kaum, jeder bekommt das was er verdient. Das Gros der User unterstützt den Microsoft way und somit auch aktiv die Gängelung, tat ich auch — shit happens.

Man kann sich natürlich weiterhin ausweinen und das ach so einfache Windows nutzen mit all den innewohnenden Unmöglichkeiten, nur wird all dies in einer Betriebssystemdiktatur nichts nutzen. Wer Freiheit, echte Freiheit — free as in freedom [20] — möchte muß zu einem freien System migrieren [21] und damit den Kampf aufnehmen. Da muß man halt mal in den sauren Apfel beißen (nein nicht Apple) und ein wenig umdenken. Es lohnt sich, anderfalls befindet man sich auf verlorenem Posten und trägt Eulen nach Athen.

Natürlich mag der eine oder andere einwenden, aber Linux/BSD ist schwer und ich muß wieder anfangen selbstständig zu denken, okay das ist halt die harte Realität und diese macht jedes kleines Kind durch das die Welt kennenlernen möchte :)

Man möchte also dagegen ankämpfen und etwas verändern? Ja tatsächlich, man gab doch auf Dauer das Hirn mit der Benutzung von Windows ab. Microsofts Erfolg basiert nicht auf Gutmenschentum, warum sollten sie freiwillig davon abrücken oder gar die vielzitierte Contentindustrie? Get serious, eher friert die Hölle ein …

Wenn man etwas ändern möchte muß man konsequent sein bzw. überhaupt mal damit beginnen. Aktiven Umweltschutz usw. betreibt man auch nicht indem man den Grünen beitritt und sein Haus in feng shui einrichtet, da heißt es aktiv werden und konsequent handeln. Mitunter bezeichnet man diese Leute dann als militante Umweltschützer etc., heuchlerisches Handeln wird eben höher eingeschätzt in dieser Gesellschaft.

Predigt hier der perfekte Übermensch von seiner Kanzel? Wohl kaum, nur erkenne ich meiner Meinung nach große Teile der Problematik und einen essentiellen Ansatz diese zu lösen. Da muß man auch nicht viel zu tun, man muß nur einmal den virtuellen Arsch in Bewegung setzen. Der erste Schritt z.B. weg von Windows kann auch schon sein konsequent auf Opensource selbst unter diesem System umzustellen, Anleitung findet man dazu auch auf EFB.NU [22]. Der arme Mensch der von seiner Firma gegängelt wird gewisse Software zu nutzen, wird daran wohl kaum etwas ändern können, das Gros der Leute jedoch, die sogn. Privatanwender, könnten etwas bewegen, wenn sie denn wollten.

Stattdessen konstruiert man permanent Ausflüchte, erhofft sich durch permanentes Zetern eine Änderung der desaströsen Zustände herbeizuführen. Von nichts kommt halt auch nichts, die Situation wird nur immer schlimmer [23].

Wie Chris hier bemerkt in puncto Contentindustrie,

Krise? Eine Krise an Unfähigkeit und Verlogenheit [11]

das gilt natürlich für beide Seiten. Denn wir die Kunden/die Nutzer bauen uns die, die uns letztendlich gängeln! Wer also aktiv sein möchte, muß anfangen zu denken und auch zu handeln — bequem ist der Weg nicht, aber Gejammer bringt letztendlich auch nichts.

 

Hermann Kopierschutz 1

Hermann Kopierschutz 2

Hermann Kopierschutz 3

Hermann Kopierschutz 4

Hermann der User Homepage [24]