- F!XMBR - http://www.fixmbr.de -

Opportunismus und Relativismus

Manche Leute sollten das mit dem Alkohol sein lassen — ach, was red ich, eigentlich alle. Das ist aber nur bedingt das Thema — man sagt, im Wein liegt die Wahrheit. Aktuelles Beispiel: Jeriko One, ja genau der, der wegen der NIN-Sache abgemahnt wurde [1]. Dieser Jeriko One verfasst unter Alkoholeinfluß offensichtlich Blogeinträge. Diese strotzen dann nur so vor Opportunismus und Relativismus. Dass diese Pamphlete willige Abnehmer wie Rene von Nerdcore finden, geschenkt. Doch der Reihe nach.

[2]

Jerioko One schreibt [2]:

Und kommt schon, dieses Cisco-Argument? Von wegen Zensur in China fördern? Da fällt euch doch sicher was besseres ein als so ein Schmodder. Jedesmal, wenn ihr Google für eine Suche bemüht, unterstützt ihr die Zensur in China. Jedesmal, wenn ihr euch auf YouTube ein Video reinzieht, habt ihr im Hinterkopf, dass das Pentagon dort Propagandavideos für den Irak-Krieg schaltet. Aber es ist natürlich einfach, auf etwas draufzuhauen, wenn man selber nichts damit zu tun hat. Ganz groß. Bin schon gespannt, was die deutsche Behindertenhilfe für Leichen im Keller hat.

Eigentlich ist dieses Zitat so schwach, dass man nicht darauf eingehen muss. Mal völlig davon abgesehen, dass auch Google [3] bei [4] uns [5] kritisiert [6] und [7] mit [8] Sorge [9] beobachtet [10] wird [11], was soll dieser Relativismus eigentlich? Auf Google habe ich, hat kein Mensch zur Zeit großen Einfluß — die Macht des Monopols. Auch wenn ich verstärkt andere Suchmaschinen [12] teste, kommt man um Google nicht drum rum. Doch *ich* muss mich hier nicht rechtfertigen. Der Unterschied ist ein anderer. Gegen Google ist zur Zeit wenig Kraut gewachsen, gut, sehr wohl hat man aber Einfluß auf den Inhalt des eigenen Blogs. Da muss einfach nur der Code der Great Firewall of China gelöscht werden — nichts weiter. Man muss sich einfach mal vorher mit seinen Kunden beschäftigen, nicht nur aufs Geld schauen, dann läuft auch Kundenkritik ins Leere, nicht wahr? 😉

Das eigene moralische Versagen mit einem lapidaren Hinweis auf Google zu relativieren, ist einfach mal peinlich. Über den Hinweis am Schluß bzgl. der Behindertenhilfe sage ich nichts — dazu fällt mir schlicht und einfach nichts ein. Moralisches, ethisches Versagen damit zu begründen, dass andere vielleicht auch Leichen im Keller haben, ist nicht nur blödsinnig, es ist einfach nur beschämend — besonders beschämend beim angeführten Beispiel.

Aber der größte Blödsinn auf den deutschen Blogs findet noch willige Abnahmer, Dobby [13] stolpert in die Kommentare und will auch mal wieder saufen und schreiben — yeah, strike, prost, lall — und Nerdcore-Rene macht daraus gleich den Satz des Tages [14]. Schon geil, wenn das eigene moralische Versagen auf einmal gelobt wird. Nur blöd, wenn man sich nicht inhaltlich mit dem Geschriebenen auseinandergesetzt hat, sondern nur politisch. Ach, ich mach die Welt, wie sie mir gefällt. Wenn ich daran denke, dass ich gestern Abend Rene so als kleinen Stupser, so als Aufeinanderzugehen spasseshalber als ollen Kommerzblogger bezeichnet habe, ach ne, ich will nicht mehr drüber nachdenken. Wie war das mit dem kleinen Finger wo dann die ganze Hand ab ist? 😉

Jeriko One hat seinen Artikel mit dem Wort Arroganz überschrieben. Bei manchen Protagonisten ist es nicht schwer zu behaupten, ich kann sie mir erlauben. Jeriko One, der nicht auf einen Zug aufspringen will oder gar hip sein will, nein Jeriko One zeigt in seinem letzen Satz worum es geht — Opportunismus, wer er meiner Meinung nach schlimmer nicht sein kann: Und davon hat wirklich niemand etwas. Übersetzt: Her midde Kohlen.

Disclaimer: Dieser Artikel entstand unter Einfluß einer heißen Tasse Schokolade. :)