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Wie man Kultur pervertiert …

Kultur ist als erstes mal alles, tatsächlich alles. Ebenso wie Kunst weitaus mehr ist als das Bild an der Wand oder die Statue im Museeum. Ist man monetären Sachzwängen unterworfen wird man diesem Umstand nicht sofort gewahr, ist aber eben so. Im Panzerschrank Reichtümer horten und tagtäglich zählen schränkt die Sichtweise halt gehörig ein, der oftzitierte Elfenbeinturm kann da mitunter gehörig Weitblick verschaffen in diesen luftigen Höhen. Geld und Werbung sind Bestandteile auch eben dieser Kultur, selbst irgendein absolutes D-Movie, profan als Trash bezeichnet, gehört dazu. Alles Kultur, sehr sehr vieles davon eben Kunst.

Aber wie zu jeder Zeit der menschlichen Geschichte und diese markanten Punkte gab es oft, sprach man auch vom Niedergang einer Kultur, wenn bestimmte Randerscheinungen niederer Natur in dieser plötzlich Dominanz erlangten. Volk bestimmt diese Werte, manch einer kann von seinem Elfenbeinturm aus warnen, wird jedoch gegen die erdrückende Masse nie etwas ausrichten können. Das ist aber auch nicht schlimm, Kultur ist selbstreinigend, eher geht diese unter als Schrott zu glorrifizieren.
Werbung, vom manipulativen Charakter losgelöst, ist ebenso Kunst wie ein Horrorvideo, da werden einige meiner Kollegen diese Nase rümpfen — aber ich lebe auch nicht in der Spitze dieses Turmes. Selbst Geldfälscher betreiben losgelöst von ihren niederen Gelüsten ein Kunsthandwerk und das ohne jedwede Polemik.

Geld hingegen, eine Randerscheinung in der Kultur, gehört dazu, manipuliert, weckt niedere Gelüste und schafft eine Triebfeder, die eben nicht mehr von edlen1 [1] Motiven geleisten ist, sondern von monetären Sachzwängen. Man möchte sich etwas erkaufen, es besitzen … wie gesagt nicht die Verneinung als kulturelles Phänomen ist gemeint, sondern die zersetzende Dominanz die heute andauert.

Geld ist ein notwendiges Übel, für einige nicht — dort kann es auch Lebenszweck sein, das jedoch nie Dominanz erlangen darf. Handel ist eben Handel, seit Anbeginn der Menschheit. Heute jedoch hat sich Handel vergallopiert, teils geschieht Handel ob des Handel willens. Es wird manipuliert, ja gar gelogen, für Geld würden einige alles tun. Und eben genau dieser Punkt bezeichnet den Niedergang einer Kultur.

Und es mag zwar für eingige deren Sinn– u. Lebenszweck ausmachen, nichts genaues weiß man nicht, da man keinen Einblick hat inwieweit der manipulative Charakter von Gott Mammon schon wirkte, für uns ist er es aber definitiv nicht. Notwendiges Übel halt, das der Mensch mit Geist — egal welcher couleur — bis zu einem gewissen Grad tolerieren muß. Dort wo dieser Mammon eben dem profanen Tausch gilt — mehr nicht.

Das sind eben zwei Welten, unsere ist recht bunt, schillernd — die eurige ist karg, dem Mammon untergeordnet.

Mit der Zeit legt man sich, man muß es tun, einen gewissen Schutzmantel zu. Eine Art Arroganz, man beachtet teile des Mainstreams nicht mehr und wenn, dann straft man ihn mit Verachtung. Das muß man tun, sonst verfällt man völlig dessen manipulativen Charakter und beginnt die eigene Sache nach Lust und Laune zu durchlöchern. Reiner Selbstschutz eben …

Kultur lebt von Vielfalt, fernab intoleranter Leitkulturen oder Sachzwängen irgendwelcher Krämerseelen. Bestandteil ist vieles, es darf jedoch nie Dominanz erlangen — dann, nur dann hat man eine gesunde Kultur, die jedem etwas bietet. Geld hat wiederum als Objekt der Numismatik einen kulturellen Wert, ich denke da wollten die Werber drauf hinaus, nicht wahr? 😉

  1. Edel im Sinne geistiger Ambitionen und diese wiederum völlig wertfrei betrachtet [ [2]]