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adical startet — schlimmer als befürchtet

Fast hätte ich es gar nicht mitbekommen (Proxomitron [1] sei Dank, mehr dazu unten) — heute ist die Veranstaltung [2] adical [3], ja genau, die mit den Luftschlössern [4], gestartet. Der erste Kunde heißt Cisco — genau dieser Kunde sei ihnen gegönnt. Den Lesern der beteiligten Blogs indes wird etwas anderes gegönnt: Flashwerbung [5], blinkzappeldiwink, genauso nervig, wie Popups oder Overlay-Banner. Wegen der ganzen nervigen Flashwerbung [5] hat das Format den Ruf, den es hat, schlimm, ganz schlimm. Soviel zum Versprechen, keine nervige Werbung einzublenden. Es hätte mich auch gewundert — wenn es um den schnöden Mammon geht, ist jeglicher Idealismus schnell vergessen.

Es muss mir nicht gefallen, wenn Menschen, die ich bisher gelesen habe, sich derart verkaufen — aber auch das sei ihnen gegönnt. Jeder Mensch hat seinen Preis — den der beteiligten Blogs kennt man nun auch: Ein paar Euro Fünfzig. Ach ne, stimmt ja gar nicht, man kann ja bald fast seinen Beruf aufgeben [3], bei solchen phantastischen Zahlen [6], ich vergaß. Aber gut, ich schweife vom Thema ab.

Gesteuert wird die ganze Geschichte von einem Adserver von Adition [7] (Proxomitron bitte auf Bypass sonst wird Seite nicht angezeigt *g*). Das heißt: Wahrscheinlich jeder Schritt, jeden Blick, jeden Klick, etc. pp. den Ihr auf den beteiligten Blogs tätigt, jede Sekunde, die Ihr dort verbringt, wird aufgezeichnet, und nicht nur in einem profanen Apache-Logfile, nein, hier wird es professionell ausgewertet. Da kämpfen wir Tag für Tag gegen solche Mißstände, Pläne wie z. B. die Anti-Terror-Datei — hier wird mit Begeisterung der Blogosphäre eine, so nenne ich sie mal, Pro-Werbe-Datei aufgebaut. Wenn ich nur daran denke, dass solche Projekte wie netzpolitik.org da mitmachen, wird mir ganz anders. Kein Wunder, dass vermeintliche Datenschützer in der Politik eher belächelt werden: Kaum ergibt sich die Möglichkeit, macht man genau das, was man anderen vorwirft. Aber hey, was rede ich hier gegen eine Wand, es füllt die Kassen, darum ist es gut, es kommt zum richtigen Zeitpunkt, Bla-Bla, Ihr kennt die Ausreden auf den beteiligten Blogs wenn es um die Begründung geht, warum man die eigene Seele verkauft.

Gegen den Werbe-Flash-Dreck [5] ist aber ein Kraut gewachsen. Es gibt ein paar simple Programme oder auch Add-ons für den Firefox, und man hat mit dem Flashgedöns nichts mehr zu tun — zusätzlich sei dringend angeraten, auf den beteiligten Blogs, wenn überhaupt, Stichwort Feed, nur noch per Tor [8] zu surfen.

Werbeblocker:

Warum Tor [8]?

Je mehr Daten man von Euch hat, bei über 30 Blogs — das sind ne Menge:

Frage an adical: Was wird wie und wo gespeichert und ausgewertet, wer hat Zugriff?

Pflicht–Add-Ons für den Firefox:

Wenn man sich adical anschaut, wer sich da verkauft, was da im Moment geschieht, dann wundert mich im heutigen Internet gar nichts mehr. Das Web verkommt immer mehr. Grausam, einfach nur grausam. Da bleibt nur eines: Frohe Ostern, ab ins RL um diesem Mist zu entfliehen. 😉

Ach ja, und bevor ich es vergesse: Über Cisco, China, Menschenrechte, und das ganze Gedöns wird auch noch zu reden sein — bis dahin sei jedem Adicalianer dieser Artikel von rabenhorst ans Herz gelegt [19]. :)

Das Zitat des Tages bringe ich dann auch gleich hier unter [20]:

Ohne Cisco wäre China nicht in der Lage, das Internet so zu kontrollieren, wie es heute geschieht.

Julian Pain, Leiter des Bereiches Internet der Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) in einem Interview mit SPIEGEL Online. Amen.

Nachtrag: adical — Ich bin sprachlos, das kann ich nicht wirklich glauben [21]. Ich geh kotzen, mal eben auf die — Achtung — Human-Network-Kampagne von Cisco hingewiesen und gut. Zhao Jing, Yang Tianshui und alle anderen Namen — prägt sie Euch gut ein.….

Siehe auch:

adical und die Hilflosigkeit [22]

Alice im Wunderland ?oder Adical in der Blogosphäre [3]

Adical, AAL, Datenschutz und andere Luftschlösser [4]