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Die Zukunft des Internets: Geschlossene Ökosysteme

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Foto: F!XMBR

Die Zukunft des Internets sieht nicht gerade rosig aus. Während wir politisch die Freiheit des Netzes verteidigen (Netzsperren, Vorratsdatenspeicherung, Leistungsschutzrecht u.a.), entstehen um uns herum einzelne Ökosysteme der sogenannten Big Player, die die Freiheit des Netzes ad absurdum führen.

Facebook war schon immer ein geschlossenes System, darum hat es mich kaum interessiert. Sicher, ich bin vertreten, lasse aber nur Kontakte zu, die ich persönlich kenne oder die mir seit Jahren im Netz namentlich bekannt sind. Ob Facebook, es soll bei der Jugend mittlerweile als uncool gelten, den Weg von AOL oder anderen Anbietern geht — who cares.

Twitter schließt gerade die Pforten, die neue API hat bereits für Kopfschütteln geführt [1]. Es läuft Alles darauf hinaus, dass man zukünftig Twitter nur noch via dem originalen Twitter-Client nutzen kann oder per Webseite.

Mich persönlich trifft das in diesem Punkt jetzt schon ganz empfindlich. Twitter hat angekündigt, die Adobe-Air-Version von Tweetdeck abzuschalten. Ich nutze immer noch die ganz alte Version 0.38.2. Diese hat mehrere Vorteile: Ich kann Identi.ca damit bedienen, habe meinen eigenen URL-Shortener implementiert, zudem hat man sich natürlich über Jahre daran gewöhnt. Ich habe keine Idee, welchen Client ich zukünftig nutzen soll, der die gleichen Funktionen wie die Adobe-Air-Version erfüllt.

Ähnlich sieht es mit dem Google Reader aus. Ich habe schon etliche Alternativen im Einsatz gehabt, Tiny Tiny RSS oder RSSOwl, um nur zwei zu nennen. Der Google Reader ist schlicht die beste Lösung. Durch die dauerhafte Synchronisation, bin ich immer aktuell auf dem Laufenden. Sobald ein Artikel auf F!XMBR veröffentlicht wird, ist der im Reader zu finden, das gilt natürlich auch für andere Webseiten.

Und es sind die Kleinigkeiten. Ich nutze das Userscript Google Bar Enhancer [2], heißt: Egal welche Google-Seite ich aufrufe, mir wird immer in der schwarzen Leiste angezeigt, wenn es Neuigkeiten im Reader gibt. Zudem mag ich schlicht und ergreifend das schlichte Design. Gibt es 200 neue Artikel, muss ich diese schnell überfliegen können. Feedly hat für mich persönlich was von Augenkrebs, ich werde NewsBlur und TheOldReader im Auge behalten, wir werden sehen, wir es mit der permanenten Synchronisation ausschaut und ob ich mich im Firefox benachrichtigen lassen kann.

Der Beginn des Jahres 2013 hat den Herbst des freien Internets eingeläutet. Dementsprechend auch die harschen Reaktionen, beispielsweise vom ORF [3] oder der EFF [4]. Facebook war Vorreiter für ein geschlossenes, aber sehr erfolgreiches Ökosystem, Twitter zieht nach, Google scheint sich nun auch dazu entschlossen zu haben. Ende des Jahres wird sich Google einen ähnlichen Ruf wie Facebook erarbeitet haben.

Natürlich gibt es Alternativen. Doch die beiden Zauberworte heißen Kommunikation und Information. Was nützen mir hehre Ansätze wie App.net, Identi.ca oder Diaspora, wenn ich mich dort fast alleine unterhalte und die Informationen schlicht und ergreifend nicht ankommen?

Hoffnung habe ich ehrlich gesagt keine, die Chancen sind nicht wirklich als groß einzuschätzen, dass wir in ein paar Jahren über einen der heutigen Big Player wie über AOL oder MySpace lachen werden. Allerdings mögen sich bitte Google und Twitter zukünftig nicht darüber beschweren, wenn man sie zur dunklen Seite der Macht zählt — wenn man das nicht bereits getan hat.

Das Internet muss neu gedacht werden. Politisch werden wir Nutzer bei allen Unterschieden und sonstigen Diskussionen weiter an einen Strang ziehen, das hoffe ich zumindest. Beim nächsten Gesetzesvorhaben à la Leistungsschutzrecht müssen sich Google oder Twitter aber auch nicht wundern, wenn gesagt wird, lass die doch zahlen, von der FAZ bekomme ich immerhin meine Informationen, während die mich immer weiter einschränken.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass sowohl Google als auch Twitter mit ihren Plänen scheitern, dies rechtzeitig erkennen und dann die Notbremse ziehen und zurück rudern.

tl;tr

Der «Kampf» gegen ein geschlossenes und überwachtes Internet wird in diesem Jahr nicht nur gegen die Politik geführt, sondern auch gegen Google und Twitter.