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Google is evil

sorry_google

Vor ein paar Tagen schrieb ich: Irrational. Ihr kennt sicherlich diese ganzen Websites oder Apps, bei denen man sich registrieren kann, bzw. muss. Die meisten Dienste bieten den Connect via Twitter oder Facebook an. Ich habe noch nie diesen Service angenommen, wenn notwendig habe ich mich per Hand registriert. Nun hat Google sein Google+ Sign-in vorgestellt [1] und ich habe festgestellt, dass ich damit kein Problem hätte. Vertraue ich Google? Nicht wirklich, aber doch weitaus mehr als Facebook und Twitter. Irrational. Das war nicht nur irrational, sondern falsch. Google spielt in einer Liga mit Facebook und Twitter.

Man kann es übertrieben als schwarzen Mittwoch bezeichnen, was es aus dem Hause Google heute zu lesen gab. Den Anfang machte die Nachricht, dass Google damit begonnen  hat, alle Adblocker aus dem Play Store zu entfernen [2]. Eine Entscheidung gegen die Nutzer. Und Entwickler: Jeder Entwickler, das zeigt der heutige Zeit, muss täglich damit rechnen, dass seine Apps aus dem Google Play Store verbannt werden. Google zeigt hier dasselbe Verhalten wie auch Apple. Nur weil es sich Android nennt, und nicht IOS, heißt es nicht, dass Google nicht genauso willkürlich handelt, wie Apple es seit Anbeginn vormacht. Meine Einstellung ist bekannt: Für gute Apps bezahle ich gerne, zahle einen Obolus um auf Werbung zu verzichten. Auf Webseiten jedoch möchte ich keine Werbung sehen — zumal gerade das Datenvolumen, insbesondere im digitalen Entwicklungsland Deutschland, eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Die Freiheit von Android hat Google spätestens mit diesem Handeln beerdigt.

Als wäre diese Nachricht nicht genug, hat Google heute angekündigt, dass der Google Reader eingestellt wird [3]. Auch hier ganz klar, eine Entscheidung gegen die Nutzer, für die Aktionäre. Ich zitiere Frank Rieger [4]: The Google Reader killing makes it very clear again: as long as you don´t run stuff yourself you are the product, not the user. Deutlicher als heute, hätte Google seinen Nutzern nicht sagen können, dass sie keine Freunde oder Partner sind. Sie sind die Produkte, nicht mehr und nicht weniger. Don’t be evil, so hieß einmal das Unternehmensmotto von Google. Das ist lange her und wurde viel zu lange wie ein Silbertablett vor sich hergetragen. Heute sieht Google keine User, keine Freunde und Partner mehr. Google sieht nunmehr ausschließlich Produkte.

Google is evil.