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Individuelle Werbung und der Clap-Club – Die Fortsetzung

Bereits einmal hatte ich auf Bulo, den Clap-Club und die Möglichkeiten der individuellen Werbung hingewiesen [1]. Völlig egal, wie man nun zur Werbung generell steht – meine Meinung diesbezüglich sollte bekannt sein [2] – die Zukunft der Webwerbung liegt in deren Individualität und deren Glaubwürdigkeit. Wenn der Clap-Club und Bulo als grandiose Karikaturisten Werbung für eine andere Webseite schalten, wo man wiederum Werbung schalten kann, wenn während der größten Krise mit einem Augenzwinkern selbst gezeichnete Werbung für Premiere geschaltet wird, dann hebt sich diese Werbung von fast Allem ab, was bisher auf Webseiten gelaufen ist. Es ist und bleibt natürlich Werbung, man wird umworben, vielleicht sogar mehr manipuliert als mit herkömmlicher Werbung – der entscheidende Punkt ist jedoch: Sie gehört zur Seite, zu den Menschen hinter der Seite, im Falle des Clap-Club kann man drüber lachen, sich amüsieren. Selbst Werbung wird dem Besucher mit dem unverkennbaren Augenzwinkern präsentiert. Klaus hatte das auch in der Medienlese thematisiert [3].

Warum ich das Thema noch einmal aufwärme? Nun, heute fand ich in meiner Post – neben netten Weihnachtswünschen, danke [4] – das neueste Clap-Magazin [5] vor. Es ist wie immer ein grandioser Spaß, informativ und lässt mich von einem Abendessen mit Lanu träumen [6]. 😀 Wenn ich nun aber die kpl. Werbung zu dem obigen Cartoon zeige, bin ich sicher, dass so manche Leute aufschreien werden. Mir erging es ähnlich. Meine Welt bricht gerade zusammen. Bulo und der Clap-Club machen Werbung für die BILD [7].

Mal völlig abgesehen davon, dass Werbung immer noch crap ist und manipuliert, die BILD in meinen Augen ein (fast schon) politisches Hetzblatt ist, welches eine Gefahr für unsere Gesellschaft darstellt, gerne verweise ich auf Günter [8] Wallraff [9]: Die Werbung ansich hat mich künstlerisch angesprochen, sie zeigt auch ein stückweit Selbstironie der Beteiligten (BILD deckt auf: Weihnachtsmann in Wirklichkeit Osterhase), sie passt einfach und wirkt für mich, auch als kritischen Zeitgeist, stimmig. Ein Teil der Zukunft wird sein: Nicht die Plattform wirbt mit profanen, althergebrachten, überholten Modellen, die Macher selbst werben, identifizieren sich mit dem Produkt und bringen so Werbung und Leser zusammen. Das positive Review [10] — welches zu einem Kauf [11] geführt hat [12] — führt zu bezahlter Werbung. Muss einem nicht gefallen – aber gegenüber dem Blinkzappeldiwink, was heute im Netz geboten wird, ein großer Fortschritt. Und solange es klar gekennzeichnet ist und per Filter geblockt werden kann, kann ich damit leben.

Nur eines zum Abschluss, liebes Clap-Team, lieber Bulo: Man kann ja für viele Dinge werben. Aber die BILD? In meinen Augen ist die BILD — mit den angeschlossenen Springer-Funkhäusern — gesellschaftlicher Sprengstoff. Um die eigenen Ziele zu erreichen, hetzen sie die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen gegeneinander auf. Politisch wird gegen alles gehetzt, was in der Mitte oder gar links steht – man steht dort allem Anschein nach so weit rechts, dass man schon fast von der eigenen Erdscheibe fällt. Meine Meinung: Die BILD ist gefährlich für dieses Land. Muss es ausgerechnet diese Zeitung sein, die offensichtlich so viel mit dem Journalismus zu tun hat, wie meine Wenigkeit mit dem Stricken? Ich hoffe, das war eine Ausnahme. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihr Euch mit sowas identifiziert… :(

Eine letzte Frage: Habt Ihr schon einmal darüber nachgedacht, das Clap-Magazin per PDF zum Download anzubieten? Man kann es ja ein, zwei Wochen nach der Auslieferung an die Abonnenten auf die Webseite stellen. Folge: Größere Reichweite, mehr Impact, höhere Werbeerlöse. 😀

Karikatur: Der unvergleichliche Bulo [13]. Screenshot: Clap-Magazin [5].