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Kurzeindruck: PCBSD 7 — FreeBSD für den Desktop

[1]

Wer des Englischen mächtig kann sich mit einem recht positiven Review des just erschienenen PC-BSD 7 [2] vergnügen. Man findet dieses indem man dem Link zu OSNews folgt [3]. Als ich dieses testweise auf dem Schleppi installierte präsentierte sich mir eine recht ausgewogene Installation, alles war an seinem Platz und funktionierte auf der Centrino Plattform auch auf Anhieb, selbst das eigens gewirkte Theme kommt gefällig daher. Natürlich ist letzteres Geschmackssache. Die Installation per se geht locker von der Hand und sollte selbst Einsteiger nicht überfordern. Zwar kann man beispielsweise selbst Partionieren, muß es aber nicht tun — geht man händisch vor verbleibt dennoch alles grafisch ansprechend und übersichtlich. UFS mit Journaling ist wählbar, wenn auch im Betrieb ein wenig langsamer als UFS+Softupdates, darüber hinaus kann man auch die Verschlüsselung des SWAP-Speichers aktivieren.

User-Daten wie Name/Passwort werden noch abgefragt, Auto-Login ist anwählbar — zwar imho nicht der Bringer um die User mit ein wenig Sicherheit vertraut zu machen, aber in letzter Instanz macht es in puncto Sicherheit @home den Braten auch nicht fett. Partizipation an der BSD-Statistik ist möglich, als auch die Vorinstallation einiger Software wie Firefox, OpenOffice, Portstree, FreeBSD [4]–Source usw. — man hat also auch hier noch die Wahl und bekommt die Platte nicht mit einer Vorauswahl zugeschmissen.

Im Prinzip war es das schon, die Daten werden zügig Richtung Platte kopiert und nach dem Neustart findet man sich im neuen System der Wahl wieder. Unter der Haube werkelt ein FreeBSD 7 stable, das sorgt gegenüber dem Release für aktuelle Treiber, als auch für diverse Neuerungen und Bugfixes — an der Stabilität ist nichts auszusetzen, das Gros der Leute die ich kenne fahren stable in der Praxis. Was mich erstaunte war die diesmal (im Vergleich zu PCBSD [5] 1.5) spielend leichte Einrichtung von WLan, ein paar Klicks und selbst mein Intel3945 WLan war innerhalb von Sekunden betriebsbereit. Danach warf ich die Updates an und die ersten wurden eingespielt, auch ohne jegliche Probleme. Ein Problem fiel noch auf, der Intel WLan Treiber funktioniert zwar, lahmt jedoch in der Regel. Bei DSL6000 sollte das eigentlich nicht ins Gewicht fallen, bei DSL16.000 bemerkte man es schon. Nun gut, zuvor funktionierte der Treiber auf vielen Geräten die ich probierte überhaupt nicht — insofern aber doch mehr ein Problem marginaler Natur.

Das Handling geht, wie von einem FreeBSD [4]–System gewohnt, zügig von statten, auch ohne Boliden auf dem Desktop. Als Flash-Ersatz beispielsweise bettete man per default Gnash ein, funktioniert zwar nur mit Youtube und einfacheren Flash-Menus — aber es ist zumindest etwas. Ein größeres Problem stellt das Herunterfahren bzw. Neustarten dar, es funktioniert schlicht nicht — jedenfalls nicht nach dem initialen Download und Update des Systems. Der einigermaßen erfahrene Anwender wechselt flink in eine Konsole und startet händisch neu bzw. beendet, für den tatsächlichen Einsteiger ist dies natürlich ein no-go. Zum Pakethandling kann ich nicht viel sagen, ich aktualisiere immer mittels des Portstree und mache nur bei wirklich großen Paketen wie OpenOffice oder KDE gebrauch von PBIs. Es ist kein Geheimnis das ich von dieser Vorgehensweise nichts halte, es mag auf den ersten Blick die gefällige Atmosphäre einer Windows– oder Mac-Software-Installation bieten, aber ist ebenso wie auf jenen Plattformen ein Schritt zurück, denn vorwärts. But your mileage may vary 😉

Im großen und ganzen ist PC-BSD 7 [5] ein sehr stimmiges System und Kris Moore beschritt einen qualitativ hochwertigen Weg seit den ersten Inkarnationen dieses Desktop–FreeBSDs [4]. Ein paar der erwähnten Kinderkrankheiten gilt es noch auszumerzen, aber es gibt auf Anhieb nichts was tatsächlich eine Nutzung dieses freien UNIX-Derivats [6] verleiden würde — außer natürlich die Hardware wird nicht unterstützt. Über 30 Jahre gewirkte UNIX-Praxis bei BSD [7] können zwar auch keine Wunder wirken, aber immerhin mit verläßlichen Strukturen die mitunter seltener als andere fehlen aufwarten. Insofern: probieren geht über studieren 😉