ArchivAugust, 2010

Wie die BILD einen Bürgerkrieg herbeiredet

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Es wundert nicht, dass die BILD in den letzten Wochen den Fantasy-Roman Sarrrazins beworben hat – mit unzähligen Artikeln, Interviews und Vorabdrucken. Die BILD steigerte die eigene Auflage, Sarrazin wird ein reicher Mann, das Land rutscht weiter nach rechts. Einen besseren Coup kann es für den Axel-Springer-Verlag kaum geben. Mission accomplished. Ich habe mir gestern Abend tatsächlich das erste Mal Beckmann angeschaut. Eines wurde mehr als deutlich: Sarrazin reduziert die Gesellschaft auf Zahlen – noch nie habe ich einen Menschen mit einer derartigen sozialen Kälte erlebt. Am interessantesten waren die Einlassungen des Berliner Streetworkers Thomas Sonnenburg und der die Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan. Beide sagten unisono, dass das Buch unsere Gesellschaft spalten könne, den Frieden gefährde. Und das nicht in der typischen Politikeraufgeregtheit, die Einschätzung beruht auf die eigene, tägliche Arbeit mit denen, um die es geht. In dem Moment wusste die gesamte Runde bei Beckmann kaum etwas zu erwidern, bis wieder Nebenkriegsschauplätze eröffnet wurden.

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Rassismus bleibt Rassismus – eine Replik (Update)

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Foto: F!XMBR

Thilo Sarrazin hat heute in Berlin offiziell seinen Fantasy-Roman vorgestellt. Nach Vorabdrucke im SPIEGEL und der BILD diskutiert Deutschland bereits seit Tagen über jüdische Gene, vererbte Dummheit und Rassismus. Natürlich meldet sich auch Methusalem Frank Schirrmacher zu Wort, Herausgeber der FAZ – und vermag seine Begeisterung für Thilo Sarrazin kaum zu verbergen. Schirrmacher schwadroniert über eine Neudefinition unserer Kultur, die intellektuellen Fähigkeiten Sarrazins und vergisst dabei den entscheidenden Punkt: Rasissmus bleibt Rassismus. Kameldung bleibt Kameldung. Auch wenn man es in Gold verpackt. Eine Replik.

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Erpresst – und die Kanzlerin strahlt

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Man hatte ja schon oft den Eindruck, als wären insbesondere die Union und die FDP von der Wirtschaft, der selbst ernannten Elite gekauft – ich erinnere da zum Beispiel an die Hotelsteuer. In der letzten Tagen machte ein so genannter energiepolitischer Appel die Runde. Die Kommentatoren in den Medien waren sich einig – hier sollte die Politik, das Bundeskabinett erpresst werden, Klaus Kocks sah darin gar eine politische Dummheit. Nun kann man davon ausgehen, dass die Initiatoren genau wussten, was sie taten. Und wie bestellt hat Angela Merkel heute die Katze aus dem Sack gelassen.

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Digg.com 4.0 – der erste Sargnagel auf dem Weg ins digitale Nirwana

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Nach einer längeren Betaphase hat Digg.com nun die Version 4.0 freigeschaltet. Ich konnte, wie auch einige andere Kollegen, die Beta testen – und war dabei eigentlich immer von einem, für mich entscheidenden, Punkt ausgegangen: die Kategorie Upcoming wird schon irgendwann wieder eingebaut werden. Kurz erklärt: unter Upcoming konnten alle neuen, eingestellten Nachrichten angeschaut werden, sogar in einzelne Bereiche unterglieder – wie Politik, Technik oder auch unterteilt zwischen Bilder und Videos. Gerade dort hatte ich meinen besonderen Spaß. Dort fand man teilweise wirklich Neuigkeiten, die noch nicht über Twitter und Blogs verbreitet wurden.

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Tiefer geht nimmer: Mathias Müller von Blumencron auf einer Stufe mit Franz-Josef Wagner

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Bild: F!XMBR

Thilo Sarrazin hat ein Buch geschrieben: der rechte Pöbel feiert seinen Helden – die Vorabdrucke im SPIEGEL und in der BILD lassen jedem Stammtischrassisten feuchte Träume bekommen. Endlich einmal das Höchste der sexuellen Gefühle, wenn schon keine Frau in der Nähe ist. Franz-Josef Wagner von der BILD dankte Thilo Sarrazin heute für seine Meinung und die ausgesprochene Wahrheit, verklärt so Rassismus zu einem Meinungsbeitrag und macht sich diesen Rassismus zu eigen – die BILD selbst macht Sarrazin zum Klartext-Politiker.

Rassismus ist in Deutschland wieder en vogue und wird als Meinung deklariert.

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BILD enthüllt: Sozialschmarotzer lügen seit Jahren

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(via)

Nur wenige Hartz-IV-Empfänger faulenzen

Sie kümmern sich um ihre Kinder, pflegen Angehörige, bilden sich weiter, nehmen an Fördermaßnahmen teil — oder arbeiten und brauchen trotzdem Arbeitslosengeld II für den Lebensunterhalt: Mehr als die Hälfte der fünf Millionen Hartz-IV-Empfänger zwischen 15 und 64 Jahren fangen mit ihrer Zeit etwas an. Das zeigte eine repräsentative Studie des Instituts für Arbeitsmarkt– und Berufsforschung (IAB). […]

Die Motivation der meisten Hartz-IV-Empfänger sei hoch, stellen die Forscher fest: «Sie weisen der Arbeit einen hohen Stellenwert zu». Sie empfehlen zur besseren Vermittlung keine «härtere Gangart gegenüber den Grundsicherungsempfängern», wie sie schreiben, sondern ein «individuelles Eingehen» auf die persönliche Situation.

SPIEGEL Online: Nur wenige Hartz-IV-Empfänger faulenzen

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Sweetest Taboo

Sade, Sweetest Taboo

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Liebe selbst ernannte Netzelite

Unsere gesellschaftliche, menschliche und insbesondere netzpolitische Entwicklung ist viel weiter fortgeschritten als die Eure. Ihr seid die Neandertaler der digitalen Generation. Oder um es wie Marcus Schwarze von der Hannoverschen Allgemeinen (HAZ) zu sagen:

Ach, liebe Netzaktivisten, wir sind schon viel weiter als ihr. Die Umsichtigkeit einer Vorabfrage ist höher einzuschätzen als die Umsicht eines technisch ausversierten Streetview-Autos. Nicht alles technisch Mögliche ist rücksichtslos umzusetzen, da mögt ihr noch so gnadenlos drauflos knipsen. Ihr seid noch bei Hysterie und Häme, die ihr uns Kritikern vorwerft. Straßenöffentlichkeit ist etwas anderes als Netzöffentlichkeit. Tatsächlich bauen wir bereits an dem rücksichtsvollen Street-View-kompatiblen Datennetz, das Rücksicht auf Belange vieler Unbeteiligter nimmt und dennoch das neue Geschäftsfeld der location based services, der neuen Werbeflächen im lokalen virtuellen, nicht über Gebühr behindert.

Mein Unbehagen: das eines intensiven Google-Nutzers

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Happy Birthday Sean Connery

Sean Connery in dem «SciFi-Western» Outland.

80 Jahre jung wird der schottische Mime heute und ob nun in seiner Paraderolle als James Bond, in Hitchcocks Marnie, als russischer U-Boot-Kapität in Hunt for Red October oder auch im obigen Outland, Connery macht immer eine gute Figur und versteht es, allein seitens seiner Präsenz, selbst schlechte Drehbücher aufzuwerten :-)

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I’m not a number, I’m a free man.

Vor einiger Zeit vermochte es Google, seitens Streetview, einen schon länger schwelenden «Konflikt» in das Rampenlicht zu rücken und somit eine Art von Diskurs loszustoßen. Ein Konflikt zwischen «digitaler» und «analoger» Welt, reduziert man denn alles auf eine materielle Ebene. Dies möchte ich hier jedoch nicht tun und auch werde ich nicht explizit mit dem Finger auf die jeweiligen Antagonisten zeigen.

If there is such a phenomenon as absolute evil, it consists in treating another human being as a thing.

Was diese Leute forcieren, ist eine «Digitalisierung» der Welt wie wir sie kennen. Diese Praxis kann der Erbauung dienen, dem Komfort, aber auch der Überwachung, der Stigmatisierung, der Verleumdung usw. Andererseits sind Technologien, abseits aus der Angst geborener Kassandra-Rufe, wertfrei zu betrachten, ebenso wie die transportierten Daten. Einmal entfesselt, herausgerissen aus ihrem angestammten «Habitat», können diese aber ihr Potential entfalten — je nach Gusto, positiver, als auch negativer Natur.

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8bit Shortfilm: Consoul

Grandios gemacht… :)

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