Die 60.000 werden heute vielleicht noch erreicht. Grund genug für die Tagesschau, das Thema Online-Petition, Netzsperren und Internetzensur in der 20.00h-Tagesschau auf Platz 2 zu setzen. Der Einleitungssatz ist fragwürdig: Eine so genannten Online-Petition gegen die geplante Sperrung von Kinderpornografieseiten im Internet hat innerhalb weniger Tage mehr als 50.000 Unterstützer gefunden. Nein, darum geht es nicht, liebe Tagesschau. Müsst Ihr denn auf die Politpropaganda hereinfallen? Der Don Dahlmann hat das hier noch einmal wunderbar aufgeschrieben. Dieser Einleitungssatz ruiniert fast den gesamten Beitrag, auch wenn später gesagt wird, dass die Initiatoren und Mitzeichner betonen, der Missbrauch von Kindern müsse verhindert werden, die geplanten Maßnahmen seien dafür aber ungeeignet.


9. Mai 2009, 00:19 Uhr @
Hallo,
Ich finde die Petition sehr unterstützungswürdig, mir ist nur gerade beim mitzeichnen derselben etwas aufgefallen: Es scheint so, als wäre der Großteil der Unterzeichnenden Männer. Ein Umstand den ich persönlich auf eine eher männlich besetzte Computer und Technik Szenerie schieben würde. Was mich auch gewundert hat, sind einige “fake”unterzeichner dieser Petition, ich hätte gedacht, dass die Software eine Legitimationsprüfung fahren würde. Können Sie mir eventuell sagen warum dies nicht der Fall zu sein scheint?
9. Mai 2009, 01:51 Uhr @
nur gut das ich kein fernsehn mehr gucke, sonst wäre bestimmt bei dem beitrag eine flasche in der mattscheibe gelandet.
ich fühle mich von der ard als kinderporno befürworter gebranntmarkt, da hat wohl wieder das ministerium für wahrheit zugeschlagen.
und für so einen schrott zahlt man auch noch gebühren.
gehts noch? – zeit für den kreativen untergrund.
9. Mai 2009, 01:53 Uhr @
würde da mal bitte jemand eine gegendarstellung druchklagen.
9. Mai 2009, 11:42 Uhr @
Fast schon in eigener Sache:
Staatssekretär verbannt Merkel-Aufgabe
Die CDU mag Zensur, und das überall wos geht.
9. Mai 2009, 12:34 Uhr @
Nicht nur fast, der Einleitungssatz ruiniert den gesamten Beitrag komplett.
Man muss immer dabei bedenken, dass die Tagesschau als noch objektivste Berichterstattung eine Institution in Deutschland ist und daher auch die meist gesehene Nachrichtensendung ist. Was mögen da nicht internetaffine und in dieser Sache uninformierte Menschen denken.
Der Beitrag macht die ganze Aktion zur Farce, weil er sich in den Wertekanon der Politiker einreiht, wie bspw. das Guttenberg-Zitat im Beitrag oder auch die Aussage von Fr. von der Leyen bzgl. der versierten Internetnutzer im Zusammenhang mit Pädokriminellen.
Wenn selbst die Tagesschau nicht mal mehr in der Lage ist objektiv über eine Sache zu berichten, dann sagt das schon viel aus über die Lage eines gesamten Landes.
9. Mai 2009, 12:48 Uhr @
Sorry für den Doppelpost: Aber eine Sache ist mir noch aufgefallen.
In der Grafik im Hintergrund heißt es sachlich “Online-Petition gegen Internetsperren”. Der Wortlaut ist ein ganz anderer.
9. Mai 2009, 14:12 Uhr @
@Cartagena:
deswegen wäre eine gegendarstellung auch durchzuklagen und ich nehem an, dass diese sogar erfolg haben könnte.
Und vorallem muss dich doch nach Presserecht den gleichen Umfang haben
muhhhaaa, eine gegedarstellung als zweite nachricht in der tageschau, das wäre mal was feines.
9. Mai 2009, 14:51 Uhr @
Warum wird immer nur die technische Seite betont? Der Hauptkritikpunkt an dem jetzigen Gesetz ist doch, dass die Seiten nur unsichtbar werden, aber weiterhin im Netz verbleiben. Wenn man schon die Adressen hat, kann man sie auch löschen. Diese Tatsache sollte wesentlich deutlicher artikuliert werden.
9. Mai 2009, 19:29 Uhr @
@Jan: Die Option könnte man durchaus ins Auge fassen. Allerdings hätte ich in diesem Falle meine Bedenken, ob eine Klage von Erfolg gekrönt wäre, wenn ich ehrlich bin.
Denn ich kann mich noch daran erinnern, ich glaub das war sogar gerade erst letztes Jahr, wurden die Hürden eine Gegendarstellung zu veranlassen nach oben gedreht. Je nachdem wie viel Interpretationsspielraum ist, umso schwieriger wird es bzw. anders herum, es muss alles extrem eindeutig sein.
Das ist hier nicht gegeben. Weil danach die Anmerkung, und es ist in der Tat lediglich eine Anmerkung, folgt, die Unterzeichner wären genauso für die Bekämpfung von KiPo halten aber den eingeschlagenen Weg für nicht sinnvoll. Spätestens die Passage erlaubt es einem, sich heraus zu reden. Leider.
11. Mai 2009, 02:55 Uhr @
Diese Politikerarroganz verwundert mich eigentlich nicht. Dass man sich mit Argumenten der Gegenseite nicht auseinandersetzt gehört zum “guten Ton” bei unseren Abgeordneten, zumindest bei einem großen Teil.
Aber das selbst ein Medium wie die Tagesschau Aussagen wie die von Guttenberg und Körper vollkommen unreflektiert übernimmt macht mich schon wütend.
Die Argumente GEGEN die geplanten Internetsperren erkläre ich selbst jemandem, der von DNS Servern null Ahnung hat in 5 Minuten. Aber unsere Abgeordneten tun so als sei jeder der gegen die Sperrung sei ein potentieller Kinderschänder.
Dass bei soviel Arroganz keiner mehr wählen geht wundert mich auch nicht wirklich.