100 Tage

100 Tage ist Barack Obama nun Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Und auch wenn einige Leute bereits nach einer Woche gefragt haben, warum es noch keinen Weltfrieden gibt und warum die Straßen noch nicht vergoldet sind, so kann sich seine Bilanz durchaus sehen lassen. Er hat mehr erreicht, als viele seiner Vorgänger in deren gesamten Amtszeit. Die Krönung in diesen Tagen war der Übertritt des Republikaners Arlen Specter in das Lager der Demokraten. Damit haben die Demokraten sehr wahrscheinlich eine 60-Stimmen-Mehrheit im Senat, können so eine Blockade der Opposition verhindern, das Filibuster.

Während George W. Bush nur noch als eine böse Erinnerung daherkommt, wird der Name Barack Obamas in einem Atemzug mit Abraham Lincoln oder Franklin D. Roosevelt genannt. Obama hat den USA das Lächeln, die Hoffnung und die Zuneigung der (westlichen) Welt zurückgegeben. Wie schon im Wahlkampf, wird die Präsidentschaft bis ins kleinste Detail medial begleitet, dokumentiert, Auftritte vorbereitet. Dass er kaum noch twittert — geschenkt. Das Team hat wahrlich andere Dinge zu tun, als sich darum zu kümmern. Der YouTube-Channel des Weißen Hauses ist gut gefüllt, Journalisten werden regelmäßig zu so genannten Hintergrundgesprächen eingeladen. Das positive Bild Obamas jedoch auf diese Arbeit zu reduzieren, wie es die rechts-konservativen Blogger in den USA tun, ist zu kurzsichtig gedacht. Ich möchte jetzt gar nicht die einzelnen Punkte aufführen, wo er gute Arbeit geleistet hat, und wo er vielleicht die Menschen enttäuscht und eventuell sogar entgegen seinen Wahlkampfversprechen gehandelt hat. Das gab es in den vergangenen Tagen an vielen anderen Stellen zu lesen.

Der entscheidende Punkte ist: Barack Obama hat das Ansehen der USA in der Welt verändert. Barack Obama hat die Welt bereits in 100 Tagen verändert. Die westliche Welt erscheint nicht mehr als Darth Vader in der Gestalt eines George W. Bush, die westliche Welt tritt mit einem freundlichen Lachen auf und reicht allen die Hand. Bis jetzt hat Barack Obama die Hoffnungen der Menschen zu weiten Teilen erfüllt. Man kann nur hoffen, dass ihm die Gegebenheiten, wie die Weltwirtschaftskrise, keinen Strich durch die Rechnung machen. Die ersten 100 Tage lassen auf Großes hoffen. We will see.

Bilder und initialer Anstoß dieses Artikels: flickr-Stream des Weißen Hauses, der von Barack Obama und seinen Leuten zur Feier der ersten 100 Tage veröffentlicht wurden. Die Bilder stehen unter dieser Creative-Commons-Lizenz.

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2 Antworten zu “100 Tage”

  1. .campino2k sagt:

    Vielleicht ist für dich die Folge von hr2– Der Tag noch interessant: Der gute Mensch von Washington — Die ersten 100 Tage des Barack Obama. Auch ein Rückblick auf die ersten 100 Tage. Allerdings etwas ausführlicher (und kritischer) als bei Dir. (Was jetzt keine Kritik sein soll).

  2. Paolo Pinkel sagt:

    Ich finde auch, daß die ersten 100 Tage Obama vielversprechend waren und werde das heute feiern:

    For President Obama, Sizzla — Black Man in the white house.

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